Eine Wohngemeinschaft 2026 kann Kosten senken und die Wohnungssuche erleichtern. Rechtlich entsteht jedoch nicht automatisch eine besondere Wohnform mit eigenen Regeln. Entscheidend sind der Mietvertrag, die Stellung der einzelnen Bewohner und die Frage, wer gegenüber dem Vermieter für Geld, Schäden und Kündigungen einstehen muss, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Besonders folgenreich ist die Unterschrift unter einem gemeinsamen Vertrag. Vier Bewohner können intern vereinbaren, dass jeder nur ein Viertel der Miete zahlt. Gegenüber dem Vermieter kann trotzdem jeder Hauptmieter für die gesamte offene Forderung haften. Auch die Anmeldung beim Bürgeramt erfolgt für jede Person einzeln, während steuerliche Folgen vor allem bei Untervermietung, einem Zweitwohnsitz oder beruflicher Nutzung des Zimmers entstehen.
Eine funktionierende WG braucht deshalb zwei Ordnungen: einen rechtssicheren Mietvertrag nach außen und klare Absprachen zwischen den Bewohnern.

Welche Vertragsmodelle gibt es in einer Wohngemeinschaft?
Für eine WG kommen 2026 im Wesentlichen drei Vertragsmodelle infrage. Sie unterscheiden sich bei Haftung, Kündigung, Bewohnerwechsel und Einfluss des Vermieters erheblich. Allgemeine Pflichtangaben und problematische Vertragsklauseln erklärt der Überblick zum Mietvertrag 2026.
| Vertragsmodell | Vertragspartner des Vermieters | Haftung | Bewohnerwechsel |
|---|---|---|---|
| Alle Bewohner als Hauptmieter | gesamte WG | regelmäßig für die gesamten Verpflichtungen | nur mit Zustimmung aller Beteiligten |
| Ein Hauptmieter mit Untermietern | nur der Hauptmieter | Hauptmieter haftet gegenüber dem Vermieter | Untermieterwechsel meist flexibler |
| Einzelvertrag pro Zimmer | jeder Bewohner separat | grundsätzlich nur für den eigenen Vertrag | Vermieter entscheidet über Neuvermietung |
Alle Bewohner stehen im Hauptmietvertrag
Unterschreiben alle Bewohner denselben WG-Mietvertrag, werden sie gleichberechtigte Vertragspartner. Jeder hat ein eigenes Nutzungsrecht an der gesamten gemieteten Wohnung, soweit die interne Zimmerverteilung nichts anderes festlegt. Gleichzeitig entsteht eine weitreichende Verantwortung: Bei Mietrückständen kann der Vermieter die offene Summe grundsätzlich von einem einzelnen Mitmieter verlangen, wenn eine gesamtschuldnerische Verpflichtung besteht. § 421 BGB beschreibt diese Form der Haftung als Verpflichtung jedes Schuldners zur ganzen Leistung.
Der Auszug einer Person beendet deren Vertragsstellung nicht automatisch. Ein einzelner Hauptmieter kann normalerweise nicht nur seinen persönlichen Anteil kündigen. Für eine Vertragsänderung müssen der Vermieter und die übrigen Vertragspartner zustimmen. Fehlt eine ausdrückliche Nachmieterklausel, besteht kein allgemeiner Anspruch darauf, jederzeit eine Person gegen eine andere auszutauschen.
Mietrechtliche Einordnung: Der gemeinsame Hauptmietvertrag schützt alle Bewohner vor einem einseitigen Ausschluss, macht einen späteren Wechsel aber schwerfälliger.
Hauptmieter und Untermieter
Beim zweiten Modell unterschreibt nur eine Person den Hauptvertrag. Sie vermietet einzelne Zimmer mit separaten Untermietverträgen weiter. Gegenüber dem Eigentümer bleibt der Hauptmieter für die vollständige Miete, die Betriebskosten und vertragsgemäße Nutzung verantwortlich, auch wenn ein Untermieter seinen Anteil nicht überweist.
Die Gebrauchsüberlassung an Dritte benötigt grundsätzlich die Erlaubnis des Vermieters. Entsteht erst nach Vertragsabschluss ein berechtigtes Interesse an der teilweisen Untervermietung, kann sich ein Anspruch aus § 553 GB ergeben. Ablehnungsgründe können eine Überbelegung, ein wichtiger Grund in der Person des Untermieters oder eine unzumutbare Belastung des Vermieters sein.
„Entsteht für den Mieter ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zu überlassen, kann er die Erlaubnis verlangen.“
§ 553 BGB
Einzelne Zimmerverträge
Beim dritten Modell schließt der Vermieter mit jedem Bewohner einen eigenen Vertrag über ein bestimmtes Zimmer und die Mitbenutzung von Küche, Bad oder Flur. Zahlt eine Person nicht, betrifft das grundsätzlich nicht die Mietschuld der anderen. Dafür kann der Vermieter meist stärker bestimmen, wer ein frei gewordenes Zimmer erhält.
Dieses Modell eignet sich für häufig wechselnde Bewohner, verlangt aber eine präzise Beschreibung der gemieteten Fläche. Im Vertrag sollten Zimmer, Gemeinschaftsräume, Möblierung, Nebenkosten, Schlüssel und Mitbenutzungsrechte eindeutig stehen.
Was sollte eine interne WG-Vereinbarung regeln?
Der Mietvertrag beantwortet nicht jede Alltagsfrage. Eine zusätzliche WG-Vereinbarung regelt das Innenverhältnis und kann Streit über Geld, Reinigung oder gemeinsam angeschaffte Gegenstände verhindern. Sie ersetzt weder den Haupt- noch den Untermietvertrag.
Sinnvolle Regelungspunkte sind:
- Verteilung von Kaltmiete, Heizkosten und sonstigen Betriebskosten;
- Höhe und Fälligkeit gemeinsamer Abschläge;
- Nutzung von Küche, Bad, Keller, Balkon und Stellplätzen;
- Eigentum an Waschmaschine, Kühlschrank und Möbeln;
- Umgang mit Schäden und privaten Versicherungen;
- Verfahren bei Einzug, Auszug und Nachmietersuche;
- Kündigungsfrist für rein interne Absprachen;
- Rückzahlung von Kaution und gemeinsamer Rücklage.
Die Kosten müssen nicht zwingend nach Zimmerzahl verteilt werden. Ein größeres Zimmer, ein eigenes Bad oder ein exklusiv genutzter Balkon kann einen höheren Anteil rechtfertigen. Verbrauchsabhängige Positionen lassen sich dagegen nach Personenzahl oder tatsächlichem Verbrauch aufteilen. Entscheidend ist, dass die vereinbarte Methode dokumentiert und bei Bewohnerwechseln aktualisiert wird.
Praktische Einordnung: Ein gemeinsames Haushaltskonto schafft Übersicht, ändert aber nichts an der Haftung aus dem Mietvertrag.
Anmeldung in der WG 2026
Jede Person, die tatsächlich in das WG-Zimmer einzieht, muss den Wohnsitz grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen anmelden. Die Frist beginnt mit dem realen Einzug und nicht schon mit Vertragsunterzeichnung oder Schlüsselübergabe. Einen vollständigen Ablauf mit Unterlagen und Online-Verfahren bietet der Ratgeber zur Anmeldung in Deutschland 2026.
„Wer eine Wohnung bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anzumelden.“
§ 17 Bundesmeldegesetz
Benötigt werden in der Regel ein gültiger Ausweis, das kommunale Anmeldeformular und eine Wohnungsgeberbestätigung. Der Mietvertrag allein reicht nicht, weil er nur das Vertragsverhältnis belegt. Die Bestätigung dokumentiert dagegen, dass die Person tatsächlich eingezogen ist.
Wer ist in einer WG der Wohnungsgeber?
Bei Einzelmietverträgen stellt meist der Eigentümer oder die Hausverwaltung die Bestätigung aus. Leben alle Bewohner als gemeinsame Hauptmieter in der Wohnung, bleibt normalerweise ebenfalls der Vermieter oder dessen Beauftragter zuständig.
Bei einer rechtmäßigen Untermiete kann der Hauptmieter Wohnungsgeber des Untermieters sein. Er bestätigt den Einzug in das Zimmer, obwohl er nicht Eigentümer der Immobilie ist. Die Bestätigung muss insbesondere Name und Anschrift des Wohnungsgebers, Einzugsdatum, Wohnungsanschrift und Namen der meldepflichtigen Personen enthalten. § 19 BMG verpflichtet den Wohnungsgeber zur Mitwirkung.
- Tatsächliches Einzugsdatum festhalten.
- Wohnungsgeber und zuständige Meldebehörde klären.
- Bestätigung vollständig ausfüllen und unterschreiben lassen.
- Termin buchen oder elektronische Anmeldung prüfen.
- Ausweis und kommunale Formulare vorbereiten.
- Meldebestätigung anschließend sicher aufbewahren.
Die elektronische Wohnsitzanmeldung ist in teilnehmenden Kommunen über den offiziellen Dienst möglich. Erforderlich sind unter anderem eine geeignete Online-Ausweisfunktion, die PIN und ein kompatibles Mobilgerät. Eine verspätete oder unterlassene Anmeldung kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.
Miete, Kaution und Nebenkosten richtig verteilen
Bei mehreren Hauptmietern kann der Vermieter die Kaution gemeinsam verlangen. Die gesetzliche Obergrenze beträgt grundsätzlich drei monatliche Nettokaltmieten; eine Geldkaution darf in drei gleichen Monatsraten geleistet werden. Die interne Aufteilung sollte schriftlich festhalten, wer welchen Betrag eingezahlt hat.
Problematisch wird die Rückzahlung, wenn nur ein Bewohner auszieht, der Hauptvertrag aber unverändert fortbesteht. Der Vermieter muss den Anteil dieser Person normalerweise nicht vor Ende des gesamten Mietverhältnisses auszahlen. Der Ausgleich muss dann innerhalb der WG erfolgen, etwa durch eine Zahlung des Nachmieters.
Bei den Betriebskosten zählt zunächst der im Vertrag vereinbarte Umlageschlüssel. Der Vermieter kann gegenüber gemeinsamen Hauptmietern eine einheitliche Abrechnung erstellen. Wie die Bewohner den Betrag untereinander verteilen, ist ihre interne Angelegenheit. Typische Prüfpunkte und Fristen enthält der Beitrag zur Nebenkostenabrechnung 2026.

Besonders teuer werden unklare Absprachen bei Nachzahlungen: Der Vermieter fordert einen Gesamtbetrag, während innerhalb der WG niemand mehr rekonstruieren kann, wer im Abrechnungsjahr wie lange dort gewohnt hat.
Eine belastbare Abrechnung sollte deshalb Bewohnerwechsel, Zwischenablesungen und geleistete Abschläge enthalten. Bei Strom, Internet oder Rundfunkbeitrag ist zusätzlich zu prüfen, auf wessen Namen der Vertrag läuft. Zieht diese Person aus, muss die WG den Vertrag übernehmen, kündigen oder neu abschließen.
Welche Steuern können in einer WG entstehen?
Eine allgemeine „WG-Steuer“ gibt es nicht. Steuerliche Folgen hängen davon ab, ob lediglich gemeinsame Kosten verteilt werden oder eine Person Einnahmen erzielt. Auch Haupt- und Nebenwohnsitz sowie berufliche Aufwendungen können relevant werden.
Einnahmen aus Untervermietung
Die Untermiete in der WG kann beim Hauptmieter steuerlich als Einkunft aus Vermietung und Verpachtung einzuordnen sein. § 21 EStG erfasst Einnahmen aus der Vermietung von Gebäuden und Gebäudeteilen, wozu grundsätzlich auch ein untervermietetes Zimmer gehören kann. Steuerlich maßgeblich ist nicht allein die vereinnahmte Untermiete, sondern ein möglicher Überschuss nach Abzug der zurechenbaren Aufwendungen.
„Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, insbesondere von Grundstücken, Gebäuden und Gebäudeteilen.“
§ 21 Einkommensteuergesetz
Erstattet ein Mitmieter lediglich seinen exakt dokumentierten Anteil an gemeinsam geschuldeten Kosten, entsteht nicht automatisch ein steuerpflichtiger Gewinn. Anders kann es aussehen, wenn der Hauptmieter dauerhaft einen Aufschlag verlangt, möbliert vermietet oder Leistungen wie Reinigung und Internet mit eigener Marge abrechnet.
Für die Dokumentation sollten folgende Unterlagen aufbewahrt werden:
- Haupt- und Untermietvertrag;
- Nachweis der Vermietererlaubnis;
- Kontoauszüge über Mietzahlungen;
- Berechnung des Flächenanteils;
- Belege zu anteiliger Hauptmiete und Betriebskosten;
- Rechnungen für mitvermietete Möbel oder Renovierungen.
Zweitwohnungsteuer
Wer das WG-Zimmer nur als Nebenwohnung anmeldet und an einem anderen Ort die Hauptwohnung behält, kann Zweitwohnungsteuer zahlen müssen. Sie ist keine einheitliche Bundessteuer. Ob sie erhoben wird, welche Ausnahmen gelten und wie hoch der Satz ist, entscheidet die jeweilige Kommune.
Berlin verlangt für Besteuerungszeiträume ab 2025 beispielsweise 20 Prozent der maßgeblichen Nettokaltmiete. Nutzen mehrere Personen die Wohnung, wird nach den offiziellen Berliner Hinweisen nur der jeweilige Mietanteil berücksichtigt. Andere Städte verwenden abweichende Sätze, Bemessungsgrundlagen oder Befreiungen.
Homeoffice und Dienstleistungen
Ein WG-Zimmer kann zugleich Arbeitsplatz sein. Für berufliche Arbeit zu Hause kommt 2026 unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Tagespauschale von 6 Euro für höchstens 210 Tage infrage, insgesamt also maximal 1.260 Euro pro Jahr. Die Pauschale ist personenbezogen und setzt kein separates Arbeitszimmer voraus.
Auch WG-Kosten steuerlich absetzen kann bei haushaltsnahen Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen möglich sein. Begünstigt sind grundsätzlich bestimmte Arbeitskosten, nicht das verwendete Material. Erforderlich sind eine Rechnung und eine unbare Zahlung. Für haushaltsnahe Dienstleistungen beträgt die Steuerermäßigung 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro jährlich; bei Handwerkerleistungen liegt die maximale Ermäßigung bei 1.200 Euro.
In einer WG muss nachvollziehbar bleiben, welche Person welchen Kostenanteil wirtschaftlich getragen hat. Eine Rechnung nur auf den Namen eines Mitbewohners und eine Barzahlung aus der Haushaltskasse erschweren den Nachweis.
Auszug und Bewohnerwechsel ohne Vertragsfalle
Der häufigste Irrtum lautet, dass ein ausgezogener Hauptmieter automatisch aus dem Vertrag verschwindet. Ohne Kündigung des gesamten Mietverhältnisses oder schriftliche Vertragsänderung bleibt die Person grundsätzlich Vertragspartner und kann weiterhin für Mietschulden in Anspruch genommen werden.
Bei einem gemeinsamen Hauptvertrag braucht ein sauberer Wechsel regelmäßig drei Zustimmungen:
- Die ausziehende Person stimmt dem Ausscheiden zu.
- Die verbleibenden Mieter akzeptieren den neuen Bewohner.
- Der Vermieter genehmigt die Vertragsänderung.
Der neue Bewohner sollte erst nach schriftlicher Klärung Geld für Kaution oder Ablöse zahlen. Eine rein interne Übergabe des Zimmers ändert den Hauptvertrag nicht. Fristen, Schriftform und typische Fehler bei einer vollständigen Beendigung erklärt der Ratgeber Mietvertrag kündigen 2026.
Beim Auszug sind außerdem Zimmerzustand, Schlüssel, Möbel, Zählerstände und offene Nebenkosten zu dokumentieren. Für die organisatorischen Schritte rund um Transport, Ummeldung und Übergabe bietet die Umzugscheckliste 2026 einen passenden Zeitplan.
Was 2026 in der WG zählt
Der Vertrag bestimmt, wer gegenüber dem Vermieter haftet, kündigen darf und einen Bewohnerwechsel genehmigen muss. Die Wohnsitzanmeldung bleibt eine persönliche Pflicht jedes Mitbewohners und benötigt eine korrekte Bestätigung des Wohnungsgebers. Steuerlich relevant wird die WG vor allem bei Untervermietung mit möglichen Überschüssen, einem angemeldeten Nebenwohnsitz sowie beruflichen oder haushaltsnahen Aufwendungen.
