Valve wagt den nächsten großen Schritt im Hardware-Segment und kündigt für das Jahr 2026 eine vollständig erneuerte Gerätefamilie an. Der Konzern, der vor allem durch die PC-Plattform Steam bekannt ist, will mit einem neuen VR-Headset, einer kompakten Gaming-Konsole und einem überarbeiteten Controller erneut im Markt mitmischen, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Der Ansatz ist deutlich ambitionierter als frühere Hardware-Projekte des Unternehmens und kombiniert moderne Technik mit einem klaren Fokus auf die gesamte Steam-Bibliothek. Damit versucht Valve, sowohl VR-Fans als auch klassische PC-Spieler in einem gemeinsamen Ökosystem zu vereinen. Die Ankündigung sorgt weltweit für großes Interesse, da das Unternehmen erstmals seit dem Erfolg des Steam Deck wieder mehrere Hardware-Produkte gleichzeitig präsentiert.
Steam Frame: Das neue All-in-One-VR-Headset von Valve
Mit dem Steam Frame stellt Valve ein kabelloses VR-Headset vor, das als direkter Konkurrent zur Meta-Quest-Reihe entwickelt wurde. Das Gerät ist darauf ausgelegt, Spiele aus der Steam-Bibliothek sowohl nativ als auch in einer virtuellen Projektionsumgebung abzuspielen. Dank eines Snapdragon-8-Gen-3-Chips und 16 GByte Arbeitsspeicher soll das Headset die meisten Titel ohne PC-Verbindung verarbeiten können. Für Nutzer, die dennoch auf ihren Desktop zugreifen möchten, bleibt die Möglichkeit zur Kopplung erhalten. Die Idee dahinter ist klar: Ein flexibles VR-System, das sich sowohl als eigenständige Plattform als auch als Schnittstelle für anspruchsvolle PC-Spiele eignet.
Technische Daten des Steam Frame: Hohe Auflösung und Foveated Streaming
Die technische Ausstattung des Steam Frame richtet sich klar an die Oberklasse des VR-Marktes. Zwei LC-Displays mit jeweils 2.160 × 2.160 Pixeln und Bildwiederholfrequenzen bis zu 144 Hertz sollen ein äußerst scharfes Bild liefern. Das Sichtfeld von 110 Grad sorgt für ein immersives Spielerlebnis, das sich mit Top-Modellen der Branche messen kann. Ein zentrales Feature ist das „Foveated Streaming“, das die Augenbewegungen verfolgt und nur den Bereich in maximaler Qualität rendert, auf den der Nutzer gerade blickt. Dadurch soll das System sowohl die Bandbreite optimieren als auch die wahrgenommene Schärfe erhöhen. Ergänzt wird das Paket durch Dual-Lautsprecher, die auch ohne Kopfhörer einen räumlichen Klang erzeugen.

Ergonomie und Design: Leichtes Headset ohne Überkopf-Riemen
Das Steam Frame fällt auch durch eine ungewöhnliche Designentscheidung auf: Das Headset verzichtet vollständig auf ein Band über dem Kopf. Mit einem Gewicht von rund 440 Gramm zählt es zu den leichteren VR-Geräten und soll laut Valve besonders angenehm sitzen. Erste Kurzeindrücke von Testern bestätigen, dass die Gewichtsverteilung gut gelungen ist und das Headset bei kurzen Sessions bequem bleibt. Die Polsterung rund um das Gerät unterstützt zusätzlich den Tragekomfort und sorgt dafür, dass es sich beim Spielen natürlich anfühlt. Unklar bleibt dennoch, wie sich dieser Aufbau bei längerer Nutzung verhält, da ein Überkopf-Riemen bei vielen Nutzern den Druck besser verteilt.
Rückkehr der Steam Machine: Kompakter Würfel-PC für den Fernseher
Neben dem VR-Headset kündigt Valve eine neue Generation der Steam Machine an, die den Fernseher erneut als Zielgerät ins Zentrum rückt. Das kompakte System misst rund 16 Zentimeter Kantenlänge und soll mit seiner sechskernigen AMD-Zen-4-CPU Taktraten bis 4,8 GHz erreichen. Eine modifizierte RDNA3-Grafikeinheit mit 28 Compute Units bildet die Grundlage für Spieleleistung, die laut Valve etwa sechsmal über der des Steam Deck liegen soll. Das Gerät unterstützt 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde und bleibt dabei besonders kühl und leise. In Kombination mit seiner offenen Architektur bleibt es weiterhin ein vollwertiger PC, auf dem sich zusätzliche Betriebssysteme oder Software installieren lassen.
Speicher, Schnittstellen und mögliche Leistungsdaten
Die Steam Machine soll in zwei Varianten erscheinen, mit wahlweise 512 GByte oder bis zu zwei Terabyte internem Speicher. Zusätzlich lässt sich der Platz durch eine microSD-Erweiterung vergrößern, was das System für Nutzer attraktiv macht, die ihre Spielbibliothek direkt auf dem Gerät ablegen wollen. Die prognostizierte Leistung ordnet sich zwischen der Xbox Series S und der Xbox Series X ein, wodurch die Konsole in einem spannenden Leistungsfeld liegt. Darüber hinaus verspricht Valve einen besonders leisen Betrieb, der den Einsatz im Wohnzimmer angenehmer gestaltet. Die genaue Preisgestaltung bleibt zwar noch offen, wird aber eine entscheidende Rolle für die Marktposition spielen.
Neuer Steam Controller: Präzision durch Touch-Flächen und magnetische Sticks
Auch der Steam Controller erhält ein komplettes Re-Design und soll 2026 mit verbesserten Technologien erscheinen. Die wichtigste Neuerung ist die Integration zweier Touch-Flächen, über die Mausbewegungen simuliert werden können. Dies soll insbesondere bei Strategiespielen und Aufbau-Simulationen für mehr Komfort sorgen. Die magnetischen Analogsticks sollen eine hohe Präzision und eine längere Lebensdauer ermöglichen. Das Gerät wiegt rund 292 Gramm und orientiert sich damit stark am Gewicht gängiger Konsolen-Controller. Die Verbindung erfolgt drahtlos über den sogenannten „Steam Controller Puck“, der zugleich als magnetische Ladestation dient.
Flexiblere Nutzung dank PC-Fokus und Bewegungssteuerung
Da der Controller primär für PC-Spieler entwickelt wurde, ergänzt Valve ihn um integrierte Bewegungssensoren, die zusätzliche Steuerungsoptionen eröffnen. Dadurch könnten Spiele, die auf Bewegungs- oder Zielsteuerung setzen, deutlich intuitiver bedient werden. Besonders interessant ist die Möglichkeit, den Controller sowohl mit der Steam Machine als auch mit klassischen Desktop-Systemen zu nutzen. Das Konzept setzt darauf, eine einheitliche Steuerung über alle Steam-fähigen Geräte hinweg anzubieten. Auch hier bleibt der Preis unbekannt, doch Valve betont, dass das neue Modell technisch deutlich weiterentwickelt wurde.
Preise und Marktstart: Viele Fragen bleiben offen
Trotz der umfassenden Präsentation bleibt Valve bei einem Punkt bewusst zurückhaltend: der Preisgestaltung. Für keines der neuen Geräte nennt das Unternehmen konkrete Zahlen. Als grobe Orientierung gilt, dass der erste Steam Controller rund 50 US-Dollar kostete, während die früheren Steam Machines je nach Leistung ab etwa 499 US-Dollar starteten. Der Marktstart wird aktuell mit „Anfang 2026“ angegeben, ohne ein genaueres Datum zu nennen. Die gesamte Hardware-Offensive wirkt jedoch so umfangreich, dass Valve seine Produktpalette langfristig neu aufstellen möchte. Wie erfolgreich diese Rückkehr ausfallen wird, hängt letztlich davon ab, wie konkurrenzfähig die Preise ausfallen und ob die Geräte die hohen Erwartungen erfüllen können.
