Elektroautos sind in Deutschland weiterhin die kostengünstigste Form der Mobilität, wenn man die reinen Energiekosten betrachtet. Der aktuelle Vergleich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bestätigt, dass kein anderer Antrieb so günstig pro Kilometer fährt wie der reine E-Motor, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Die Untersuchung berücksichtigt sowohl den durchschnittlichen Verbrauch der beliebtesten Modelle als auch die Energiepreise des dritten Quartals 2025. Trotz schwankender Stromkosten zeigt sich ein klarer Trend: In jeder Fahrzeugklasse liegen Elektroautos deutlich vor Benzin-, Diesel- und Gasantrieben. Das wirft die Frage auf, wie groß der Abstand tatsächlich geworden ist und warum andere Antriebskonzepte zunehmend ins Hintertreffen geraten.
Warum E-Autos in allen Klassen vorne liegen
Grundlage der Analyse sind die WLTP-Verbrauchsdaten der meistverkauften Modelle in Kleinwagen-, Kompakt- und Oberklasse-Segmenten. Diese Daten wurden mit den Energiepreisen vom August 2025 kombiniert und haben ein eindeutiges Ergebnis hervorgebracht. Stromer sind nicht nur effizienter, sondern profitieren auch von moderaten Strompreisen, während die Preise für Kraftstoffe wie Super, Diesel oder Gas weiterhin auf hohem Niveau bleiben. Selbst wenn Elektroautos höhere Anschaffungskosten haben können, gleichen sich diese durch die niedrigen Betriebskosten schnell aus. Besonders interessant ist, dass der Vorsprung der E-Autos trotz leicht sinkender Strompreise sogar noch gewachsen ist.
100 Kilometer für weniger als 5 Euro
Die Analyse zeigt, dass ein Elektroauto im Klein- oder Kompaktsegment im Schnitt nur etwa 4,97 Euro pro 100 gefahrenen Kilometern benötigt. Damit sind Stromer so günstig unterwegs wie kein anderes Fahrzeugkonzept. Die gesunkenen Strompreise im Sommer 2025 haben diesen Effekt zusätzlich verstärkt und die Kosten weiter reduziert. Zum Vergleich: Schon 2024 lagen die durchschnittlichen Kosten höher, was den Trend zur günstigeren Elektromobilität unterstreicht. Für viele Pendler ist dies ein entscheidender Faktor, da sich die alltäglichen Fahrkosten über das Jahr hinweg deutlich bemerkbar machen.
Verbrenner bleiben deutlich teurer
Für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor fällt die Bilanz deutlich schlechter aus. Benzin- und Dieselfahrzeuge verursachen laut Analyse mehr als doppelt so hohe Energiekosten wie vergleichbare E-Autos. Selbst verbesserte Motorentechnik und effizientere Modelle können diese Lücke nicht schließen. Fahrzeuge, die mit Erdgas oder Autogas betrieben werden, schneiden zwar etwas besser ab als klassische Verbrenner, liegen aber im Durchschnitt dennoch rund 50 Prozent über den Kosten batterieelektrischer Autos. Diese Zahlen verdeutlichen, dass alternative Kraftstoffe die Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität derzeit nicht erreichen können.
Grundlage des Energiekostenvergleichs
Die Berechnung der Energiekosten basiert auf den Durchschnittspreisen des dritten Quartals 2025. Super E5 kostete im Untersuchungszeitraum 1,742 Euro pro Liter, Super E10 kam auf 1,667 Euro und Diesel lag bei 1,595 Euro. Strom wurde mit 0,3268 Euro pro Kilowattstunde angesetzt und blieb damit trotz leichter Schwankungen wettbewerbsfähig. Erdgas (CNG) erreichte 1,49 Euro pro Kilogramm, während Autogas (LPG) bei 1,0271 Euro pro Liter lag. Auffällig ist auch der Preis für Wasserstoff, der mit 17,20 Euro pro Kilogramm weiterhin deutlich über allen anderen Energiequellen liegt. Die Verbrauchsdaten entstammen den WLTP-Messwerten der jeweils drei meistverkauften Modelle pro Fahrzeugklasse.
Weitere Faktoren: Anschaffungskosten, Steuerbefreiung und Wertverlust
Auch die Gesamtbetriebskosten spielen bei der Bewertung eine wichtige Rolle, und hier können Elektroautos ebenfalls punkten. Zwar liegt der Anschaffungspreis vieler E-Modelle noch immer leicht über dem vergleichbarer Verbrenner, doch eine Studie zeigt: Der Preisunterschied beträgt im Schnitt nur noch rund 1.600 Euro. Gleichzeitig profitieren viele Elektroautos von bis zu zehn Jahren Kfz-Steuerbefreiung und deutlich geringeren Wartungskosten, da weniger Verschleißteile vorhanden sind. Ein Kritikpunkt bleibt jedoch der höhere Wertverlust in den ersten Jahren, der sich jedoch mit steigender Nachfrage und neuen Batteriegenerationen voraussichtlich angleichen wird.
Pflicht: Energiekostenvergleich an jeder größeren Tankstelle
Seit Oktober 2021 müssen Tankstellen mit mehr als sechs Zapfsäulen einen Energiekostenvergleich gut sichtbar aushängen oder digital anzeigen. Ziel ist es, Autofahrern eine transparente Übersicht über die realen Energiekosten unterschiedlicher Antriebe zu bieten. Die nächste Aktualisierung der Daten ist für März 2026 geplant und könnte den Vorsprung der Elektroautos je nach Marktentwicklung weiter verdeutlichen. Für Verbraucher schafft diese Pflichtangabe eine solide Grundlage, um künftige Entscheidungen über Fahrzeugkauf und Umstieg auf alternative Antriebe besser abzuwägen.
