Der Schweizer Schriftsteller Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Nach Angaben aus seinem Umfeld starb der Autor am Samstag nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt in Unterseen im Kanton Bern, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit n-tv.de.
Die Familie bestätigte den Tod und bat um Zurückhaltung. Von Däniken galt als einer der bekanntesten Vertreter der sogenannten Prä-Astronautik. Seine Werke erreichten weltweit ein Millionenpublikum.
Der Tod des Autors markiert das Ende einer außergewöhnlichen Karriere. Kaum ein anderer Schriftsteller polarisierte so stark mit seinen Thesen zur Geschichte der Menschheit. Für viele war er ein Visionär, für andere ein Provokateur. Unbestritten bleibt jedoch sein Einfluss auf Popkultur und Esoterik. Seine Bücher prägten ganze Generationen von Lesern.
Vom Koch zum internationalen Bestsellerautor
Erich von Däniken war kein klassisch ausgebildeter Wissenschaftler oder Historiker. Er arbeitete zunächst als Koch, Kellner, Barkeeper und Hotelier. Parallel dazu beschäftigte er sich intensiv mit alten Texten, Mythen und archäologischen Funden. Über Jahrzehnte eignete er sich sein Wissen autodidaktisch an. Diese ungewöhnliche Laufbahn machte ihn zu einer besonderen Figur der Literaturszene.

Sein Durchbruch gelang ihm Ende der 1960er-Jahre. In einer Zeit, in der Raumfahrt und Mondlandung die Fantasie der Menschen beflügelten, traf er den Nerv des Publikums. Seine Thesen boten einfache Erklärungen für komplexe historische Rätsel. Genau darin lag sein großer Erfolg.
Außerirdische als Erklärung für Rätsel der Menschheit
Berühmt wurde von Däniken durch seine These, dass Außerirdische in grauer Vorzeit die Erde besucht hätten. Er deutete monumentale Bauwerke und religiöse Überlieferungen als Hinweise auf diese Begegnungen. Besonders bekannt ist seine Behauptung, dass die Pyramiden in Ägypten nicht allein von Menschen errichtet worden seien. Auch biblische Texte interpretierte er als Berichte technologisch fortgeschrittener Wesen.
Sein erstes Buch erschien 1968 unter dem Titel „Erinnerungen an die Zukunft“. Darin stellte er die These auf, dass viele ungelöste Rätsel der Vergangenheit auf außerirdische Eingriffe zurückgehen. Das Werk wurde ein weltweiter Bestseller. Es begründete eine ganze Reihe weiterer Publikationen mit ähnlichem Ansatz.
Reisen, Vorträge und mediale Präsenz
Im Laufe seines Lebens veröffentlichte von Däniken rund 50 Bücher. Diese wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Zwei seiner Werke dienten sogar als Vorlage für Verfilmungen. Zusätzlich reiste er um die Welt, um Orte zu besuchen, die er als Belege für seine Theorien sah. Viele dieser Reisen galten als abenteuerlich und beschwerlich.
Auch im hohen Alter blieb er medial präsent. Auf Vorträgen und in Videos sprach er über Astronauten aus dem All und deren angebliche Spuren auf der Erde. Dabei scheute er sich nicht, auch provokante Fragen zu stellen. Kritiker warfen ihm mangelnde wissenschaftliche Beweise vor, doch seine Anhängerschaft blieb groß.
Ein polarisierendes Erbe
Erich von Däniken hinterlässt ein umstrittenes, aber nachhaltiges Vermächtnis. Seine Thesen wurden von der Wissenschaft weitgehend zurückgewiesen. Dennoch beeinflussten sie Diskussionen über außerirdisches Leben und alternative Geschichtsbilder. Kaum ein anderer Autor machte das Thema so populär.
Mit seinem Tod endet ein Kapitel der populären Sachliteratur. Seine Bücher werden weiterhin gelesen und diskutiert werden. Für viele bleibt er der Mann, der den Blick auf die Geschichte radikal hinterfragte. Ob als Visionär oder Provokateur – Erich von Däniken hat Spuren hinterlassen.
