Fassade streichen 2026 ist für viele Eigentümer eine der sichtbarsten Maßnahmen am Haus, aber zugleich eine Arbeit, bei der Vorbereitung, Untergrundprüfung, Materialwahl und Sicherheit über das Ergebnis entscheiden. Eine neue Außenfarbe kann die Optik deutlich verbessern, den Putz schützen und kleinere Alterungsspuren kaschieren, sie ersetzt jedoch keine echte Fassadensanierung bei Feuchtigkeit, Rissen oder beschädigtem WDVS, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Wer nur schnell über alte Farbe streicht, riskiert Abplatzungen, Flecken, Algenrückkehr oder unnötige Mehrkosten. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts-, Förder- oder Ausführungsberatung, bietet aber eine belastbare Orientierung für Bauherren, Sanierer und erfahrene Heimwerker. Kurzanleitung: Sie erfahren, wie die Fassade geprüft, gereinigt, grundiert und gestrichen wird, welche Farbe zu welchem Untergrund passt, wann ein Fachbetrieb nötig ist und mit welchen Kosten 2026 realistisch zu rechnen ist. Geschätzte Dauer: 2 bis 5 Arbeitstage bei einem Einfamilienhaus ohne große Schäden. Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten für kleine Fassadenflächen, Profi-Niveau bei Gerüst, WDVS, Denkmalschutz oder größeren Putzschäden.

Fassade streichen 2026: Wann ein neuer Anstrich sinnvoll ist
Ein neuer Fassadenanstrich lohnt sich, wenn die Oberfläche ausgeblichen ist, leichte Verschmutzungen zeigt, der Farbton nicht mehr zum Haus passt oder der Putz grundsätzlich intakt ist. Vor allem mineralische Putze, ältere Dispersionsanstriche und intakte WDVS-Oberflächen können durch eine passende Beschichtung wieder geschützt werden. Entscheidend ist aber, dass die Fassade trocken, tragfähig und frei von losen Teilen ist. Wenn der Putz hohl klingt, Risse arbeitet, Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk kommt oder Algen immer wieder auftreten, reicht ein Farbanstrich allein nicht aus. Dann sollte zuerst geprüft werden, ob eine größere Maßnahme wie Fassadendämmung 2026 oder ein neuer Putzaufbau sinnvoller ist.
Eine Fassade ist keine reine Dekorfläche. Sie ist die äußere Schutzschicht des Gebäudes und muss Regen, UV-Strahlung, Frost, Temperaturwechsel, Luftverschmutzung und mechanische Belastung dauerhaft aushalten.
Auch die Lage des Hauses spielt eine große Rolle. Nordseiten, schattige Bereiche, Fassaden in der Nähe von Bäumen und Häuser ohne ausreichenden Dachüberstand sind besonders anfällig für Algen- und Pilzbelag. In solchen Fällen sollte die Farbe nicht nur nach Farbton, sondern nach Wasserabweisung, Diffusionsfähigkeit und Systemverträglichkeit ausgewählt werden. Bei denkmalgeschützten Häusern, Altstadtlagen oder Gebäuden mit Gestaltungssatzung kann sogar der Farbton genehmigungspflichtig sein. Vor dem Streichen historischer Fassaden lohnt sich deshalb ein Blick in den Ratgeber Denkmalschutz Sanierung 2026.
Materialliste für den Fassadenanstrich
Für 100 m² Fassadenfläche sollten Eigentümer nicht nur die reine Wandfläche rechnen, sondern auch Laibungen, Sockelzonen, Giebel, Verschnitt und Reserve einplanen. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Untergrund, Struktur, Saugfähigkeit und Farbqualität ab. Rauputz braucht deutlich mehr Material als glatter Putz. Bei stark saugenden oder kreidenden Untergründen kommt zusätzlich Grundierung dazu. Wer Material online bestellt, sollte Chargen, Lieferzeit und Rückgabe vorher prüfen; praktische Hinweise dazu bietet der Beitrag Baustoffe online kaufen 2026.
Typische Materialien für ca. 100 m² Fassade:
- 25 bis 35 Liter Fassadenfarbe für zwei Anstriche, abhängig von Deckkraft und Putzstruktur.
- 10 bis 20 Liter Tiefgrund, Silikatgrund oder systempassende Grundierung bei saugendem Untergrund.
- 1 bis 2 Rollen Fassadenklebeband, Abdeckfolie und Malervlies für Fenster, Türen, Boden und Pflanzen.
- 1 bis 2 Kartuschen Acryl oder geeigneter Fassadendichtstoff für kleine Anschlussfugen, nicht für bewegte Risse.
- 1 Sack Fassadenspachtel oder mineralischer Reparaturmörtel für kleine Putzstellen.
- Algen- und Schimmelentferner nur dort, wo der Untergrund und lokale Vorgaben dies zulassen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz bei Schleifarbeiten und rutschfeste Schuhe.
Werkzeugliste: Was wirklich gebraucht wird
Das richtige Werkzeug spart Zeit und verbessert die Oberfläche. Für kleine Sockelbereiche reicht einfache Malerausrüstung, bei ganzen Hausfassaden wird die Arbeit jedoch schnell professioneller. Besonders wichtig sind sichere Arbeitsflächen, weil improvisiertes Arbeiten auf Leitern an mehrgeschossigen Fassaden gefährlich ist. Ein Gerüst ist nicht nur bequemer, sondern oft die einzige sichere Lösung für gleichmäßiges Arbeiten. Bei WDVS, hohen Gebäuden oder schwierigen Untergründen sollte ein Fachbetrieb eingeplant werden.
Empfohlene Werkzeuge:
- Hochdruckreiniger mit regulierbarem Druck oder Fassadenbürste mit Wasserschlauch.
- Spachtel, Drahtbürste, Handbesen und Schleifbrett für lose Stellen.
- Fassadenrolle mit langem Flor, kleine Rolle für Laibungen und Flachpinsel für Kanten.
- Teleskopstange, Farbwanne, Abstreifgitter und Rührquirl für gleichmäßige Materialverteilung.
- Feuchtigkeitsmessgerät oder zumindest Folientest zur ersten Orientierung bei Verdacht auf Feuchtigkeit.
- Leiter nur für kleine, sichere Bereiche; für komplette Fassaden besser Gerüst mit Absturzsicherung.
- Eimer, Schwamm, Reinigungsmittel, Abdeckmaterial und Müllsäcke für saubere Baustellenorganisation.
Vorbereitung und Sicherheit: Erst prüfen, dann streichen
Die wichtigste Arbeit beginnt vor dem ersten Farbauftrag. Zuerst wird die Fassade visuell geprüft: Gibt es Risse, Blasen, Salzausblühungen, hohle Putzstellen, Algenbelag, lose Farbe oder feuchte Sockelzonen? Danach folgt ein einfacher Wischtest. Wenn beim Reiben mit der Hand weißer Abrieb entsteht, kreidet die Oberfläche und braucht Reinigung sowie Grundierung. Beim Klebebandtest lässt sich erkennen, ob alte Farbe fest haftet; löst sie sich, muss der Altanstrich entfernt oder fachlich überarbeitet werden.
Bei der Reinigung gilt: so gründlich wie nötig, aber so schonend wie möglich. Ein Hochdruckreiniger kann Schmutz lösen, aber bei zu hohem Druck auch Putz beschädigen oder Wasser in Risse drücken. Besonders bei älteren Putzen, WDVS-Oberflächen und Fensteranschlüssen sollte vorsichtig gearbeitet werden. Die Fassade muss nach der Reinigung vollständig trocknen, häufig mindestens 24 bis 48 Stunden, bei kühlem Wetter länger. Brillux empfiehlt für Außenbeschichtungen je nach Saugfähigkeit und Haftung passende Grundierungen; auch laut BAFA und KfW sollten energetische Maßnahmen immer vor Auftragserteilung geprüft werden, wenn Förderung relevant wird.
„Der häufigste Fehler beim Fassadenanstrich ist Ungeduld. Viele Schäden entstehen, weil gereinigt, gespachtelt, grundiert und gestrichen wird, ohne ausreichende Trocknungszeiten einzuhalten“, erklärt ein Malermeister aus der Sanierungspraxis.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Fassade
- Untergrund prüfen und dokumentieren. Gehen Sie die Fassade Seite für Seite ab und fotografieren Sie Risse, feuchte Sockelbereiche, lose Farbe, Algenbelag und beschädigte Anschlüsse. Prüfen Sie auch Fensterbänke, Dachüberstand, Fallrohre und Sockelkanten. Planen Sie dafür bei einem Einfamilienhaus mindestens zwei bis drei Stunden ein, bei Altbauten deutlich mehr. Wenn Putz hohl klingt oder großflächig abplatzt, sollte nicht einfach gestrichen werden.
- Fassade reinigen. Entfernen Sie Staub, Spinnweben, lose Partikel, Algen und Schmutz mit Bürste, Wasser oder vorsichtigem Hochdruck. Bei Algen- oder Pilzbelag muss geklärt werden, welches Reinigungsmittel zulässig und geeignet ist. Pflanzen, Wege, Fenster und Nachbarflächen sollten vorher geschützt werden. Nach dem Waschen braucht die Fassade genügend Trocknungszeit, sonst haftet die Grundierung schlechter.
- Risse und Putzschäden ausbessern. Kleine starre Risse können mit geeignetem Fassadenspachtel geschlossen werden, bewegte Risse brauchen dagegen ein passendes Sanierungssystem. Lose Putzstellen werden entfernt und mit Reparaturmörtel ergänzt. Reparaturstellen müssen vor dem Streichen vollständig durchtrocknen. Bei größeren Schäden ist ein Fachbetrieb sinnvoll, weil sonst später sichtbare Flecken, unterschiedliche Saugfähigkeit oder neue Risse entstehen.
- Abkleben und schützen. Fenster, Türen, Sockel, Leuchten, Briefkasten, Regenrinnen, Geländer und Bodenflächen werden sauber abgeklebt. Verwenden Sie wetterfestes Klebeband, das für Außenflächen geeignet ist. Klebebänder sollten nicht tagelang in praller Sonne kleben bleiben, weil sie sich sonst schwer lösen können. Gute Abdeckung spart am Ende viel Reinigungsarbeit und schützt empfindliche Bauteile.
- Grundierung auftragen. Stark saugende, kreidende oder unterschiedlich reparierte Flächen werden mit passender Grundierung behandelt. Für mineralische Untergründe kann Silikatgrund sinnvoll sein, für andere Putze ein Tiefgrund oder systemgebundener Haftgrund. Die Grundierung darf nicht glänzend auf der Oberfläche stehen, sondern soll den Untergrund verfestigen und egalisieren. Beachten Sie die Trocknungszeit des Herstellers, häufig mindestens 12 Stunden.
- Ersten Anstrich ausführen. Der erste Anstrich kann je nach Produkt leicht verdünnt oder unverdünnt erfolgen. Arbeiten Sie nass in nass und immer zusammenhängend von einer Kante zur nächsten. Bei großen Flächen sollten zwei Personen arbeiten: eine schneidet Kanten und Laibungen vor, die andere rollt die Fläche. Direkte Sonne, Regen, starker Wind und Temperaturen unter Herstellervorgabe sind zu vermeiden.
- Zwischentrocknung und Kontrolle. Nach dem ersten Anstrich wird geprüft, ob der Farbton gleichmäßig deckt, ob Reparaturstellen durchscheinen oder ob Laufnasen entstanden sind. Je nach Wetter und Produkt kann die Trocknung 6 bis 24 Stunden dauern. Vor dem zweiten Anstrich muss die Fläche trocken und belastbar sein. Ungleichmäßige Stellen sollten nicht hektisch überrollt, sondern systematisch nachgearbeitet werden.
- Zweiten Anstrich und Details. Der Endanstrich sorgt für gleichmäßige Optik, bessere Deckkraft und längeren Schutz. Achten Sie besonders auf Fensterlaibungen, Sockel, Ecken und Übergänge. Diese Bereiche werden häufig dünner gestrichen, obwohl sie stärker belastet sind. Nach Abschluss werden Klebebänder rechtzeitig entfernt, Werkzeuge gereinigt und die Fassade auf Fehlstellen kontrolliert.
Welche Farbe passt zur Fassade?
Die Wahl der Farbe hängt vom Untergrund ab. Eine Silikatfarbe eignet sich besonders für mineralische Untergründe, weil sie diffusionsoffen ist und sich durch Verkieselung mit dem Untergrund verbinden kann. Sie passt gut zu Kalk- und Zementputzen, ist aber nicht automatisch für jeden alten Dispersionsanstrich geeignet. Silikonharzfarbe ist wasserabweisend und zugleich diffusionsoffen, weshalb sie bei wetterbelasteten Fassaden und Schlagregenlagen häufig gewählt wird. Dispersionsfarbe ist einfacher zu verarbeiten und vielseitig, aber bei stark feuchtebelasteten Fassaden nicht immer die beste Lösung.
| Farbtyp | Geeignet für | Vorteile | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Silikatfarbe | mineralische Putze, historische Untergründe | diffusionsoffen, mineralisch, langlebig | nicht für jeden Altanstrich geeignet |
| Silikonharzfarbe | wetterbelastete Fassaden, Schlagregenlagen | wasserabweisend, schmutzärmer, diffusionsoffen | meist teurer als einfache Dispersion |
| Dispersionsfarbe | viele intakte Altanstriche | leicht zu verarbeiten, große Farbauswahl | weniger mineralisch, Qualität stark produktabhängig |
| Kalkfarbe | historische, diffusionsoffene Systeme | sehr mineralisch, klassischer Charakter | anspruchsvoll, nicht für jede Belastung |
| Elastische Beschichtung | feine Haarrisse nach Systemvorgabe | kann kleine Rissbewegungen aufnehmen | nicht bei Feuchteproblemen oder falschem Untergrund |
Ein „fassadenfarbe test“ sollte deshalb nie nur nach Deckkraft oder Preis gelesen werden. Wichtiger sind Untergrundverträglichkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Wasseraufnahme, Algenrisiko, Farbtonstabilität und Herstellerfreigabe. Dunkle Farbtöne können sich stärker aufheizen und sind bei WDVS nicht immer unproblematisch. Bei gedämmten Fassaden sollte der Hellbezugswert beachtet und mit dem Systemhersteller abgestimmt werden. Wer eine WDVS-Fassade streicht, sollte zusätzlich den Aufbau aus Dämmung, Armierung, Putz und Farbe berücksichtigen; mehr dazu erklärt der Beitrag WDVS-System 2026.

Putzarten, WDVS und Brandschutz richtig einordnen
Beim Fassadenanstrich geht es nicht nur um Farbe, sondern um den gesamten Untergrund. Mineralputz ist diffusionsoffen und robust, Silikatputz verbindet mineralischen Charakter mit guter Wetterbeständigkeit, Silikonharzputz ist besonders wasserabweisend und bei verschmutzungsanfälligen Lagen beliebt. Bei älteren Fassaden sollte geprüft werden, ob der bestehende Putz noch tragfähig ist oder ob zuerst saniert werden muss. Wer ohnehin Dämmung plant, sollte Streichen und energetische Sanierung nicht getrennt entscheiden.
| Putzart | Charakter | Typische Beschichtung | Praxis-Hinweis |
| Mineralputz | diffusionsoffen, klassisch | Silikatfarbe oder mineralisches System | gut für massive Altbauten |
| Silikatputz | mineralnah, wetterbeständig | Silikat- oder Silikonharzfarbe | stark abhängig vom System |
| Silikonharzputz | wasserabweisend, pflegeleichter | Silikonharzfarbe | sinnvoll bei Schlagregen und Nordseiten |
| Kunstharzputz | elastischer, große Farbwahl | Dispersions- oder Silikonharzfarbe | Diffusion und Altanstrich prüfen |
Bei WDVS gelten zusätzlich Systemzulassung, Herstellerangaben und fachliche Regeln wie DIN 55699. Kleber, Dämmstoff, Armierung, Oberputz und Farbe dürfen nicht beliebig kombiniert werden. Bei EPS-Systemen sind Brandschutzdetails besonders wichtig; ab Gebäuden mit Hochhauscharakter von mehr als 22 Metern ist die Brandschutzplanung klar Sache von Fachleuten, und Brandriegel beziehungsweise nichtbrennbare Lösungen müssen nach System und Bauordnung geprüft werden. Mineralwolle ist nicht brennbar und wird bei höheren Brandschutzanforderungen oft bevorzugt. Diese Punkte sind keine Nebensache, sondern entscheiden über Sicherheit, Zulässigkeit und Dauerhaftigkeit.
Kosten Fassade streichen 2026: Material, Gerüst und Fachbetrieb
Die Kosten Fassade streichen hängen 2026 vor allem von Fläche, Gebäudehöhe, Untergrundzustand, Farbtyp, Gerüst, Anzahl der Anstriche und regionalen Lohnkosten ab. Wer nur den Literpreis der Farbe betrachtet, kalkuliert zu knapp. Grundierung, Reinigung, Reparaturmörtel, Abdeckmaterial, Gerüst, Entsorgung und Arbeitszeit können die Rechnung stark verändern. Ein einfacher Fassadenanstrich in Eigenleistung ist deutlich günstiger, aber nur sinnvoll, wenn die Fläche erreichbar und der Untergrund intakt ist. Bei mehrgeschossigen Häusern, schwierigen Fassaden oder Förderbezug ist der Fachbetrieb meist die sicherere Lösung.
| Kostenposition 2026 | Eigenleistung grob | Fachbetrieb grob | Hinweis |
| Reinigung und Vorbereitung | 1–4 €/m² | 4–12 €/m² | abhängig von Schmutz, Algen, Altanstrich |
| Grundierung | 1–3 €/m² | 3–8 €/m² | bei saugenden oder kreidenden Untergründen wichtig |
| Fassadenfarbe, zwei Anstriche | 4–10 €/m² | im Gesamtpreis enthalten | Silikonharz meist teurer als einfache Dispersion |
| Kleine Putzreparaturen | 2–8 €/m² | 8–25 €/m² | größere Schäden separat kalkulieren |
| Gerüst | oft Mietkosten extra | 8–20 €/m² | Höhe und Standzeit entscheidend |
| Komplettanstrich ohne große Schäden | ca. 8–20 €/m² | ca. 30–70 €/m² | regionale Unterschiede möglich |
| WDVS komplett inkl. Putz | nicht sinnvoll als DIY | ca. 140–260 €/m² | Dämmung, Armierung, Putz und Gerüst |
Wenn der Fassadenanstrich Teil einer energetischen Maßnahme ist, sollte die Förderung vor Beauftragung geprüft werden. Laut BAFA-Gebäudehülle liegt der Grundfördersatz für förderfähige Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle bei 15 Prozent. Mit individuellem Sanierungsfahrplan kann ein Bonus von 5 Prozentpunkten möglich sein, wenn die Maßnahme entsprechend vorgesehen und korrekt beantragt wird. Für bereits bewilligte Einzelmaßnahmen kann zudem der KfW-Ergänzungskredit 358/359 eine Rolle spielen. Mehr Überblick zur Reihenfolge bietet der Artikel Energetische Sanierung 2026.
Häufige Fehler beim Fassadenanstrich
Viele Probleme zeigen sich erst Monate nach dem Streichen. Dann blättert Farbe ab, Reparaturstellen zeichnen sich ab, Algen kommen zurück oder der Farbton wirkt wolkig. Fast immer liegt die Ursache in schlechter Vorbereitung, falscher Produktauswahl oder ungeeignetem Wetter. Gerade Heimwerker unterschätzen, dass Fassadenarbeiten nicht wie Innenanstriche funktionieren. Außenflächen sind dauerhaft stärker belastet und verzeihen Fehler deutlich weniger.
Typische Fehler:
- Die Fassade wird gestrichen, obwohl sie noch feucht ist.
- Kreidende Altfarbe wird nicht ausreichend entfernt oder grundiert.
- Silikatfarbe wird auf ungeeignetem Altanstrich verwendet.
- Algen werden nur überstrichen, aber nicht fachgerecht entfernt.
- Der zweite Anstrich erfolgt zu früh oder bei falschem Wetter.
- WDVS-Flächen werden ohne Systemprüfung dunkel gestrichen.
- Denkmalschutz, Gestaltungssatzung oder Nachbarrecht werden zu spät geprüft.
„Eine gute Fassadenbeschichtung ist immer ein System aus Prüfung, Reinigung, Grundierung und Schlussanstrich. Wer einen Schritt weglässt, spart selten Geld, sondern verschiebt das Problem nur nach hinten“, sagt ein Fachberater für Außenbeschichtungen.
Wann besser ein Fachbetrieb beauftragt wird
Ein Fachbetrieb ist immer dann sinnvoll, wenn die Fassade höher als ein Geschoss ist, ein Gerüst benötigt wird, größere Putzschäden vorhanden sind oder der Untergrund unklar bleibt. Auch bei WDVS, Denkmalschutz, Altstadtlagen, starkem Algenbefall und energetischer Förderung sollte nicht improvisiert werden. Fachbetriebe prüfen den Untergrund, wählen systempassende Produkte, beachten Wetterfenster und können kritische Details wie Sockel, Fensteranschlüsse und Risse besser beurteilen. Außerdem ist die Arbeit auf Gerüstflächen sicherer und schneller, wenn erfahrene Teams mit professionellem Werkzeug arbeiten.
Besondere Vorsicht gilt, wenn gleichzeitig Fenster, Dach oder Dämmung geplant sind. Neue Fenster verändern Anschlüsse, Dämmung verändert Putzaufbau, und eine Dachsanierung kann Dachüberstände, Rinnen und Fassadenabschlüsse betreffen. Deshalb lohnt es sich, Fassadenarbeiten mit Fenster austauschen 2026 und Dachsanierung 2026 abzustimmen. Wer Arbeiten bündelt, kann Gerüstkosten senken und technische Anschlüsse sauberer planen. Gerade bei älteren Gebäuden entscheidet diese Reihenfolge oft darüber, ob die Sanierung langlebig wird oder später nachgebessert werden muss.
FAQ zu Fassade streichen 2026
Wie oft sollte man eine Fassade streichen?
Viele Fassaden brauchen nach etwa 10 bis 15 Jahren einen neuen Anstrich, bei starker Wetterbelastung früher. Entscheidend sind nicht nur Alter und Farbton, sondern Untergrund, Lage, Putzart und bisherige Beschichtung. Wenn die Farbe kreidet, stark ausbleicht oder Wasser nicht mehr gut abläuft, sollte geprüft werden. Bei Algenbelag reicht ein neuer Anstrich allein oft nicht aus.
Kann man eine Fassade selbst streichen?
Ja, kleinere und gut erreichbare Fassadenbereiche können erfahrene Heimwerker selbst streichen. Voraussetzung sind ein intakter Untergrund, sichere Arbeitsbedingungen und passende Materialien. Bei Gerüst, mehrgeschossigen Häusern, WDVS, Denkmalschutz oder größeren Schäden ist ein Fachbetrieb sinnvoller. Sicherheitsrisiken und Folgeschäden können sonst deutlich teurer werden als die eingesparte Arbeitszeit.
Welche Fassadenfarbe ist 2026 die beste?
Die beste Farbe gibt es nicht pauschal. Silikatfarbe passt gut zu mineralischen Untergründen, Silikonharzfarbe ist bei wetterbelasteten Fassaden stark, und Dispersionsfarbe kann bei intakten Altanstrichen funktionieren. Wichtig sind Untergrund, Diffusionsfähigkeit, Wasseraufnahme und Systemfreigabe. Ein reiner Preisvergleich ersetzt keine technische Auswahl.
Muss man eine Fassade vor dem Streichen grundieren?
Nicht immer, aber sehr häufig. Wenn der Untergrund saugt, kreidet, unterschiedlich repariert wurde oder nicht gleichmäßig tragfähig ist, verbessert Grundierung die Haftung und reduziert Fleckenbildung. Welche Grundierung passt, hängt vom Farbsystem ab. Hinweise zur Produktauswahl bietet auch die Brillux-Seite zur Grundierung für den Außenbereich.
Was kostet es, ein Einfamilienhaus streichen zu lassen?
Bei einem normalen Einfamilienhaus können je nach Fläche, Gerüst und Zustand grob mehrere tausend Euro zusammenkommen. Ein Fachbetrieb liegt häufig bei etwa 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche, wenn keine großen Schäden vorliegen. Mit umfangreicher Reinigung, Reparaturen, Gerüst und hochwertiger Farbe steigt der Betrag. Ein individuelles Angebot ist deshalb unverzichtbar.
Was Eigentümer 2026 mitnehmen sollten
Wer 2026 seine Fassade streichen möchte, sollte nicht mit der Farbauswahl beginnen, sondern mit der Prüfung des Untergrunds. Reinigung, Trocknung, Reparatur, Grundierung und Wetterfenster sind entscheidend für ein langlebiges Ergebnis. Die richtige Farbe hängt von Putz, Altanstrich, Lage und möglichem WDVS ab, nicht nur vom gewünschten Farbton. Bei Gerüst, Denkmalschutz, Förderung, größeren Rissen oder energetischer Sanierung ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl. So wird der neue Fassadenanstrich nicht nur schöner, sondern auch technisch sinnvoll geplant.
