Der US-amerikanische Dessous-Hersteller Victoria’s Secret plant Medienberichten zufolge ein Comeback auf dem deutschen Markt. Nachdem frühere Shop-Konzepte an Flughäfen scheiterten, will das Unternehmen nun einen Neustart in zentralen City-Lagen großer deutscher Metropolen wagen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit n-tv.de.
Die Rückkehr wird von vielen Branchenbeobachtern aufmerksam verfolgt, denn die Marke versucht seit Jahren, ihr Image zu modernisieren und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Nun scheint sich ein strategischer Partner gefunden zu haben, der den Markteintritt unterstützen soll. Für die deutsche Modebranche könnte dies ein deutliches Signal für neue Impulse im Einzelhandel sein.
Neue Filialen: Start 2025 in mehreren Großstädten geplant
Laut Berichten der „Bild“-Zeitung plant Victoria’s Secret ab dem kommenden Jahr die Eröffnung erster Filialen in deutschen Innenstädten. Als Startstandorte seien München, Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin vorgesehen, so ein Immobilienmakler aus München. Diese Auswahl deutet auf eine gezielte Strategie hin, sich zunächst in kaufkräftigen Metropolregionen zu positionieren. Das Unternehmen will damit seine Präsenz in Europa stärken und verlorene Marktanteile zurückgewinnen. Die Gespräche über Mietflächen sollen bereits weit fortgeschritten sein, was den geplanten Neustart sehr realistisch erscheinen lässt.
Starker Franchise-Partner soll Expansion ermöglichen
Unterstützung erhält Victoria’s Secret dabei von der Private Textiles Holding aus Bischofswerda, einem Unternehmen mit langjähriger Erfahrung im Modeeinzelhandel. Die Gruppe betreibt in Deutschland und Österreich rund 60 Mono- und Multi-Label-Stores und arbeitet bereits erfolgreich mit Marken wie Hugo Boss, Adidas, Tommy Hilfiger und G-Star zusammen. Zusätzlich verantwortet sie mehr als 20 eigene Filialen der Marke Catches. Mit diesem Partner will Victoria’s Secret den Markteintritt professionell absichern und frühere Fehler vermeiden. Das Franchise-Modell gilt als entscheidender Baustein, um den Aufbau einer neuen Filialstruktur effizient voranzutreiben.
Von der Krise zum Neustart: Victoria’s Secret kämpft um sein Image
Noch vor wenigen Jahren geriet Victoria’s Secret in eine der schwersten Krisen seiner Firmengeschichte. Das frühere Marketing, das stark auf makellose Körper und Erotik setzte, galt vielen Konsumenten in Zeiten von Body-Positivity- und #MeToo-Debatten als veraltet und problematisch. Zusätzlich belasteten Vorwürfe gegen Manager und gescheiterte Verkaufsverhandlungen den Ruf des Unternehmens. Erst der Gang an die Börse im Jahr 2021 leitete einen größeren Wandel ein. Seitdem arbeitet die Marke daran, inklusiver zu werden und ein breiteres Publikum anzusprechen, was sich nun auch in der geplanten Expansion in Deutschland widerspiegeln könnte.
Bedeutung für den deutschen Modehandel
Die mögliche Rückkehr von Victoria’s Secret sorgt in der Branche für Aufmerksamkeit, da internationale Marken zunehmend um Marktanteile kämpfen. Filialen in deutschen Innenstädten könnten die Wettbewerbslandschaft neu beleben und zusätzliche Kundschaft in Einkaufsstraßen locken.
Für Städte wie Berlin oder München bedeutet die Ansiedlung eines bekannten US-Brands zudem ein stärkeres internationales Profil. Ob Victoria’s Secret jedoch das Vertrauen der deutschen Verbraucher dauerhaft zurückgewinnen kann, wird sich erst nach den ersten Eröffnungen zeigen. Entscheidend wird sein, wie konsequent das Unternehmen seinen Modernisierungskurs fortsetzt.
