In Bayern sorgt das Bornavirus erneut für große Aufmerksamkeit. Innerhalb kurzer Zeit wurden mehrere schwere Krankheitsfälle bekannt, darunter auch tödliche Verläufe. Besonders alarmierend: Die Symptome beginnen häufig unscheinbar und werden anfangs oft mit einer gewöhnlichen Virusinfektion verwechselt. Erst später entwickeln sich schwere neurologische Beschwerden, die lebensbedrohlich werden können. Gesundheitsbehörden und Experten beobachten die aktuelle Entwicklung deshalb mit wachsender Sorge, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit fr.de.
Nach Angaben der Behörden starb zuletzt ein Patient im Universitätsklinikum Augsburg an den Folgen einer Gehirnentzündung, die durch das Virus BoDV-1 ausgelöst wurde. Bereits wenige Tage zuvor war ein ähnlicher Fall aus dem Raum Bad Wörishofen bekannt geworden.

Was ist das Bornavirus überhaupt?
Das sogenannte Borna Disease Virus 1, kurz BoDV-1, ist in der Veterinärmedizin schon lange bekannt. Jahrzehntelang galt das Virus vor allem als Erreger einer schweren Erkrankung bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren.
Erst im Jahr 2018 konnten Wissenschaftler nachweisen, dass das Virus auch beim Menschen gefährliche Gehirnentzündungen verursachen kann. Seit 2020 besteht in Deutschland eine Meldepflicht für diese Erkrankung.
Das Wichtigste über BoDV-1
| Bereich | Informationen |
|---|---|
| Virusname | Borna Disease Virus 1 |
| Erst beim Menschen erkannt | 2018 |
| Meldepflicht in Deutschland | Seit 2020 |
| Hauptüberträger | Feldspitzmaus |
| Häufigkeit | 5 bis 10 Fälle pro Jahr |
Experten betonen jedoch, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung weiterhin vergleichsweise gering bleibt.
„Die Fallzahlen sind niedrig, dennoch handelt es sich um eine äußerst schwere Erkrankung“, erklären Virologen.
Wie wird das Bornavirus übertragen?
Nach aktuellem Stand gilt die Feldspitzmaus als wichtigster Überträger des Virus. Die Tiere scheiden den Erreger über Speichel, Kot und Urin aus.
Menschen infizieren sich meist zufällig über Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Staubpartikeln. Eine direkte Begegnung mit dem Tier ist dafür nicht zwingend notwendig.
Mögliche Übertragungswege
- Kontakt mit Ausscheidungen von Feldspitzmäusen;
- Staub in Schuppen oder Ställen;
- Gartenarbeiten in Risikogebieten;
- Kontakt mit kontaminiertem Material;
- in seltenen Fällen Organtransplantationen.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt laut Experten dagegen als äußerst unwahrscheinlich.
Besonders auf dem Land ist das Risiko höher als in Städten, auch wenn Infektionen insgesamt sehr selten bleiben.
Welche Symptome treten bei BoDV-1 auf?
Die ersten Symptome einer Bornavirus-Infektion wirken häufig harmlos. Viele Betroffene leiden zunächst unter Kopfschmerzen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein.

Genau das macht die Erkrankung so gefährlich, denn erst nach kurzer Zeit treten schwere neurologische Beschwerden auf.
Typische Symptome des Bornavirus
| Frühe Symptome | Spätere Symptome |
|---|---|
| Kopfschmerzen | Sprachstörungen |
| Fieber | Gangstörungen |
| Müdigkeit | Verhaltensauffälligkeiten |
| Krankheitsgefühl | Koma |
| Übelkeit | schwere Gehirnentzündung |
Nach Angaben von Ärzten verschlechtert sich der Zustand vieler Patienten innerhalb weniger Tage dramatisch.
„Die neurologischen Veränderungen entwickeln sich oft sehr schnell“, berichten Mediziner aus deutschen Kliniken.
Warum die Krankheit so gefährlich ist
Das Virus verursacht bei vielen Patienten eine schwere Enzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirngewebes, die zu dauerhaften Schäden oder zum Tod führen kann.
Eine gezielte Therapie gegen BoDV-1 existiert bislang nicht. Genau deshalb verlaufen die meisten bekannten Fälle tödlich.
Viele Infektionen enden bereits wenige Wochen nach Beginn der Symptome lebensbedrohlich.
Experten forschen zwar an neuen Behandlungsmöglichkeiten, konkrete Medikamente oder Impfstoffe stehen aktuell jedoch noch nicht zur Verfügung.
Welche Regionen besonders betroffen sind
Die meisten bekannten Fälle wurden bislang in Bayern registriert. Doch auch andere Bundesländer gelten als Risikogebiete.
Dazu zählen unter anderem Thüringen, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg.
Regionen mit erhöhtem Risiko
- Bayern;
- Thüringen;
- Brandenburg;
- Niedersachsen;
- Sachsen-Anhalt;
- Baden-Württemberg.
Gesundheitsämter empfehlen vor allem Menschen in ländlichen Regionen besondere Vorsicht bei Garten- oder Reinigungsarbeiten.
Was Experten zur Vorsorge raten
Fachleute empfehlen, Staubaufwirbelungen in Scheunen, Schuppen oder Kellern möglichst zu vermeiden. Beim Reinigen solcher Bereiche sollten Handschuhe und Atemschutzmasken verwendet werden.
Auch tote Spitzmäuse sollten niemals mit bloßen Händen angefasst werden.
„Vor allem in bekannten Risikogebieten sollten Menschen vorsichtig mit möglichen Kontaktflächen umgehen“, raten Gesundheitsbehörden.
Viele Experten betonen jedoch gleichzeitig, dass Panik nicht angebracht sei.
Warum Feldspitzmäuse oft unterschätzt werden
Obwohl sie äußerlich Mäusen ähneln, gehören Feldspitzmäuse biologisch nicht zu den Nagetieren. Sie zählen zu den sogenannten Insektenfressern.
Die Tiere sind deutlich kleiner als klassische Mäuse und besitzen eine spitzere Schnauze sowie kleinere Augen.
Woran man Feldspitzmäuse erkennt
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Körpergröße | Sehr klein |
| Schnauze | Spitz |
| Augen | Klein |
| Lebensraum | Hecken, Böschungen, Scheunen |
| Tiergruppe | Insektenfresser |
Die Tiere stehen in Deutschland zudem unter Artenschutz.
Viele Menschen bemerken Feldspitzmäuse in ihrer Umgebung überhaupt nicht.
Warum die aktuellen Fälle Experten beunruhigen
Die jüngsten Todesfälle zeigen nach Ansicht vieler Fachleute, dass das Bornavirus weiterhin unterschätzt wird. Obwohl die Zahl der Infektionen niedrig bleibt, sind die Krankheitsverläufe häufig extrem schwer.
Gesundheitsbehörden versuchen derzeit, die genauen Infektionswege der aktuellen Fälle in Bayern nachzuvollziehen. Gleichzeitig wächst das öffentliche Interesse an Informationen über Symptome, Übertragung und Schutzmaßnahmen gegen BoDV-1.
