Die Diskussion um nachhaltige Schokolade gewinnt weltweit weiter an Bedeutung. Immer mehr Verbraucher achten beim Einkauf nicht nur auf Geschmack und Preis, sondern auch auf faire Arbeitsbedingungen, Transparenz und den Umgang mit Umweltproblemen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit focus.de.
Genau deshalb sorgt die neue „Chocolate Scorecard“ des NGO-Bündnisses Be Slavery Free aktuell für große Aufmerksamkeit. In der aktuellen Auswertung wurden 49 internationale Hersteller und Händler nach verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien bewertet – mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

Besonders kritisch sehen die Organisationen den Umgang großer Konzerne mit Themen wie Kinderarbeit, Einkommen der Kakaobauern und Entwaldung. Während einige Unternehmen deutliche Fortschritte zeigen, geraten bekannte Marken wie Milka oder Starbucks zunehmend unter Druck.
Schweizer Hersteller führt Nachhaltigkeitsranking an
An der Spitze des aktuellen Rankings steht der Schweizer Produzent Halba. Das Unternehmen erreichte laut Bewertung einen Nachhaltigkeitswert von 85 Prozent und setzte sich damit gegen zahlreiche internationale Konkurrenten durch.
Auch der niederländische Hersteller Tony’s Chocolonely schnitt erneut stark ab und belegte mit 83 Prozent den zweiten Platz. Ritter Sport landete mit 71 Prozent auf Rang drei, erhielt jedoch Kritik beim Thema Einkommen der Kakaobauern.
Die Top 5 der nachhaltigsten Schokoladenhersteller
| Hersteller | Nachhaltigkeitswert |
|---|---|
| Halba | 85 % |
| Tony’s Chocolonely | 83 % |
| Ritter Sport | 71 % |
| Cémoi | 69 % |
| Mars Wrigley | 64 % |
Besonders auffällig ist, dass vor allem europäische Hersteller im Ranking stark vertreten sind.
„Verbraucher erwarten heute deutlich mehr Transparenz und Verantwortung von Lebensmittelkonzernen“, erklären Nachhaltigkeitsexperten.
Warum Milka und Starbucks kritisiert werden
Große Aufmerksamkeit erhielt vor allem die Kritik an Mondelez, dem Mutterkonzern von Milka. Gemeinsam mit Starbucks verweigerte das Unternehmen laut NGO-Bündnis die Teilnahme am Fragebogen der „Chocolate Scorecard“.
Dafür erhielten beide Konzerne den Negativpreis „Bad Egg“. Die Organisationen werfen den Unternehmen mangelnde Transparenz vor.
Was den Unternehmen vorgeworfen wird
- fehlende Angaben zu Kinderarbeit;
- unzureichende Informationen über Pestizideinsatz;
- mangelnde Transparenz bei Lieferketten;
- keine vollständigen Daten zu Einkommen der Kakaobauern;
- fehlende Kooperation mit NGOs.
Besonders bei großen internationalen Marken erwarten Verbraucher inzwischen deutlich offenere Informationen über Produktionsbedingungen.
Die Kritik trifft Mondelez in einer Phase, in der viele Kunden ohnehin sensibler auf Preissteigerungen und Nachhaltigkeit reagieren.
Kinderarbeit bleibt eines der größten Probleme
Laut der aktuellen Bewertung bestehen weiterhin erhebliche Probleme in der Kakaoindustrie. Besonders das Thema Kinderarbeit sorgt international für Kritik.
Mehrere Organisationen weisen darauf hin, dass die tatsächliche Lage in vielen Anbauregionen nur schwer nachvollziehbar sei. Vor allem in Westafrika arbeiten nach wie vor zahlreiche Familien unter schwierigen Bedingungen.
„Die Datenlage ist in vielen Bereichen immer noch lückenhaft. Dadurch bleibt unklar, wie groß die Probleme tatsächlich sind“, betonen die Initiatoren der Studie.
Auch die Entwaldung in Kakao-Anbaugebieten spielt weiterhin eine wichtige Rolle bei der Bewertung.
Hohe Punktzahlen bedeuten nicht automatisch perfekte Bedingungen
Obwohl einige Hersteller hohe Gesamtwerte erreichen, zeigen einzelne Kategorien deutliche Schwächen. Selbst Unternehmen mit guten Platzierungen schneiden bei bestimmten Themen nur durchschnittlich ab.

Ein Beispiel ist Mars Wrigley. Der Konzern erhielt zwar insgesamt solide Bewertungen, erreichte beim Punkt „existenzsicherndes Einkommen“ jedoch lediglich 16 Prozent.
Bereiche mit den größten Problemen
| Bereich | Häufige Kritik |
|---|---|
| Einkommen der Bauern | Zu niedrige Bezahlung |
| Kinderarbeit | Fehlende Transparenz |
| Pestizideinsatz | Unklare Datenlage |
| Entwaldung | Teilweise große Risiken |
Analysten betonen deshalb, dass Verbraucher Rankings immer differenziert betrachten sollten.
Eine hohe Gesamtwertung bedeutet nicht automatisch, dass alle Probleme gelöst wurden.
Schokolade wird für Verbraucher immer teurer
Parallel zur Nachhaltigkeitsdebatte beschäftigen steigende Preise die Kunden. Laut aktuellen Marktanalysen kostet eine Tafel Schokolade heute deutlich mehr als noch vor einigen Jahren.
Im Vergleich zu 2020 stiegen die Preise teilweise massiv an. Auch saisonale Produkte wie Osterhasen wurden deutlich teurer.
Gründe für höhere Schokoladenpreise
- steigende Produktionskosten;
- teurer Kakaoanbau;
- höhere Transportkosten;
- Inflation;
- Energiepreise.
Nach Angaben von Wirtschaftsexperten reagieren viele Verbraucher inzwischen zurückhaltender beim Kauf von Süßwaren.
Nachfrage nach Schokolade sinkt
Die steigenden Preise wirken sich bereits auf das Kaufverhalten aus. Immer mehr Menschen kaufen seltener Schokolade oder greifen gezielt zu Sonderangeboten.
Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang bei Weihnachtsschokolade. Dort sank der Absatz laut Marktbeobachtern besonders stark.
„Viele Verbraucher achten inzwischen stärker auf Preis und Qualität gleichzeitig“, sagen Handelsexperten.
Gleichzeitig steigt jedoch auch das Interesse an Produkten mit fairen Produktionsbedingungen und transparenter Herkunft.
Warum Nachhaltigkeit beim Schokoladenkauf immer wichtiger wird
Vor allem jüngere Käufer achten zunehmend darauf, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden. Themen wie faire Löhne, Umweltstandards und Transparenz spielen eine größere Rolle als noch vor wenigen Jahren.
Dadurch geraten große Marken stärker unter Beobachtung. Verbraucher informieren sich heute häufiger über Herkunft und Produktionsbedingungen ihrer Lieblingsprodukte.
Worauf Kunden heute achten
- faire Arbeitsbedingungen;
- transparente Lieferketten;
- nachhaltiger Kakaoanbau;
- Umweltfreundlichkeit;
- glaubwürdige Zertifizierungen.
Das neue Schokoladen-Ranking zeigt deutlich, wie stark sich die Branche derzeit verändert.
Während einige Hersteller ihre Nachhaltigkeitsstrategien weiter ausbauen, geraten andere Unternehmen zunehmend unter Druck, transparenter und verantwortungsvoller zu handeln.
