In vielen WhatsApp-Gruppen verbreitet sich derzeit ein Kettenbrief, der vor der neuen KI-Funktion von Meta warnt. Dort heißt es, die KI könne alle Unterhaltungen lesen und persönliche Daten auslesen. Diese Meldung enthält wenig Wahrheit, löst aber dennoch Unsicherheit bei vielen Nutzern aus, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit br.de.
„Die Warnung ist frei erfunden, Nutzer müssen keine Sorge haben“, betont ein Sprecher von WhatsApp.
WhatsApp-Chats bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt, das heißt, weder Meta noch die KI können private Nachrichten ohne ausdrückliche Freigabe einsehen. Die KI-Funktion Meta AI, die seit 2025 schrittweise im Messenger integriert wird, ändert daran nichts.

Wie Meta AI Daten tatsächlich verarbeitet
Meta AI sieht nur Inhalte, die Nutzer aktiv teilen. Das passiert etwa, wenn ein Nutzer die KI direkt mit „@Meta AI“ anspricht, Fragen stellt oder Nachrichten zusammenfassen lässt. Erst dann verlassen diese Daten den verschlüsselten Kanal und werden auf Meta-Servern verarbeitet.
„Die KI verarbeitet nur die Inhalte, die Nutzer ihr aktiv zur Verfügung stellen, ähnlich wie bei Chatbots wie ChatGPT“, erklärt eine Expertin für Messenger-Technologien.
Wer seine Daten nicht teilen möchte, kann die KI-Funktionen gezielt vermeiden oder den erweiterten Chat-Datenschutz aktivieren.
Erweiterter Chat-Datenschutz: Was er bewirkt
Der Tipp im Kettenbrief, dass man sich schützen könne, ist nicht komplett erfunden. Mit dem erweiterten Chat-Datenschutz lassen sich folgende Einstellungen für einzelne Chats aktivieren:
- Chatverlauf kann nicht exportiert werden
- Fotos und Videos landen nicht automatisch auf Geräten anderer
- Meta AI-Funktionen sind im Chat deaktiviert
„Sobald der erweiterte Datenschutz aktiviert ist, werden alle Chatteilnehmer informiert“, erklärt ein WhatsApp-Sprecher.
Dies verhindert, dass Inhalte unabsichtlich weitergeleitet oder von der KI analysiert werden, solange die Nutzer keine eigenen Daten einspeisen.
Welche Daten sammelt WhatsApp wirklich?
Während Inhalte verschlüsselt bleiben, erhebt WhatsApp weiterhin Metadaten: Telefonnummern, Geräteinformationen, IP-Adresse, Zeitstempel, Kontaktlisten, Online-Status und Standortdaten. Diese Informationen sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können mit anderen Meta-Diensten geteilt werden.
„Metadaten verraten viel über Kommunikationsmuster, auch ohne Zugriff auf Nachrichteninhalte“, erläutert ein Datenschutzexperte.
Nutzer, die sich unsicher fühlen, können auf Messenger wie Signal oder Threema ausweichen, die deutlich weniger Metadaten sammeln. SMS oder iMessage bieten keinen vergleichbaren Schutz durch Verschlüsselung.
Tipps für Nutzer im Alltag
Um den Datenschutz zu erhöhen, sollten Nutzer:
- Den erweiterten Chat-Datenschutz aktivieren
- Meta AI nur gezielt nutzen
- Regelmäßig App-Updates durchführen
- Metadaten-Einstellungen prüfen
- Alternative Messenger bei Bedarf testen
Die meisten Nutzer unterschätzen, dass auch Metadaten Informationen über ihre Aktivität liefern können. Bewusste Einstellungen sind daher entscheidend.
Ausblick auf Messenger-Sicherheit
Die Integration von KI in WhatsApp bringt sowohl Komfort als auch Datenschutzfragen. Solange Nutzer wissen, welche Inhalte sie teilen, bleibt die Kommunikation sicher. Gleichzeitig zeigt die Diskussion um den Kettenbrief, wie Fehlinformationen sich schnell verbreiten und für Verunsicherung sorgen können.

„Bewusste Nutzung und die richtigen Datenschutzeinstellungen sind entscheidend, um die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten“, rät ein IT-Sicherheitsexperte.
Meta AI kann also sinnvoll eingesetzt werden, ohne dass private Nachrichten automatisch ausgelesen werden. Die Verschlüsselung schützt weiterhin die Inhalte, und die neue Funktion erweitert lediglich die Möglichkeiten, wenn Nutzer dies ausdrücklich wollen.
Mit der Kombination aus Verschlüsselung, erweitertem Datenschutz und informiertem Nutzerverhalten lässt sich ein sicherer Einsatz von KI im Messenger gewährleisten.
