Konservierungsstoffe verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln und sind in Fertiggerichten, Wurst, Softdrinks und abgepackten Backwaren weit verbreitet. Sie verhindern die Vermehrung von Bakterien, Schimmel oder Mikroorganismen und schützen Produkte vor Verderb. Doch eine neue Studie aus Frankreich deutet darauf hin, dass einige dieser Zusatzstoffe das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnten, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.de.
„Experimentelle Studien legen nahe, dass einige Zusatzstoffe die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinträchtigen könnten“, erklärt Anaïs Hasenböhler, eine der Studienautorinnen.
Die Forscher analysierten Daten von über 112.000 Erwachsenen der französischen Langzeitstudie NutriNet-Santé. Teilnehmer dokumentierten regelmäßig ihre Ernährung inklusive Marken und Zusatzstoffe, während ihre Gesundheit über fast acht Jahre beobachtet wurde.
Konservierungsstoffe und Bluthochdruck
Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Personen mit der höchsten Aufnahme nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe ein um 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck hatten. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Koronarsyndrom oder Schlaganfall lag zudem um 16 Prozent höher. Auch bei antioxidativen Konservierungsstoffen fanden die Forscher einen Zusammenhang, mit 22 Prozent erhöhtem Risiko für Bluthochdruck bei hoher Aufnahme.
Besonders auffällig waren acht Zusatzstoffe, darunter Kaliumsorbat, Natriumnitrit und Zitronensäure, die regelmäßig von über zehn Prozent der Studienteilnehmer konsumiert wurden.

Welche Lebensmittel enthalten die kritischen Zusatzstoffe?
Die Forscher untersuchten typische Quellen der Zusatzstoffe:
- Kaliumsorbat (E202): abgepacktes Brot, Käse, Wurst, Fertigsoßen, Trockenobst
- Kaliummetabisulfit (E224): verarbeitete Gemüse- und Obstprodukte, Trockenobst, Meerrettich
- Natriumnitrit (E250): Schinken, Wurst, Kasseler
- Ascorbinsäure (E300) & Natriumascorbat (E301): industriell hergestelltes Brot, verarbeitete Früchte, Würste
- Zitronensäure (E330): Süßwaren, Limonaden
- Rosmarinextrakt (E392): fetthaltige Speisen wie Wurst, Fisch, Öl
„Die Ergebnisse betreffen ausschließlich den Einsatz dieser Stoffe als Zusatz und nicht die natürlichen Vorkommen in Obst oder Gemüse“, erklärt ein Ernährungsexperte.
Aufnahme und individuelle Unterschiede
Wie viele Zusatzstoffe ein Mensch aufnimmt, ist sehr individuell. In der Studie nahm mindestens ein Teilnehmer 58 verschiedene Substanzen über den Beobachtungszeitraum auf. Die Forscher betonen, dass die Untersuchung keinen direkten kausalen Beweis liefert, sondern Zusammenhänge identifiziert.
Frühere Labor- und Tierstudien zeigten, dass einige Konservierungsstoffe oxidativen Stress fördern und dadurch Zellen sowie Blutgefäße schädigen können.
Empfehlungen für eine gesunde Ernährung
Experten raten weiterhin, möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Fisch senken nachweislich das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zugleich liefert die neue Studie einen Hinweis darauf, dass nicht nur Nährstoffe, sondern auch Zusatzstoffe die Gesundheit beeinflussen könnten.
- Bewusster Umgang mit Fertigprodukten
- Vermeidung hochverarbeiteter Lebensmittel
- Auswahl von frischen und unverarbeiteten Zutaten
Forschung und Ausblick
Die Wissenschaftler planen weitere Untersuchungen, um die Auswirkungen von Konservierungsstoffen auf Entzündungen, oxidativen Stress und die Darmflora zu analysieren. Diese Erkenntnisse könnten künftig erklären, warum bestimmte Zusatzstoffe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und wie Verbraucher besser geschützt werden können.

„Es ist sinnvoll, die Sicherheitsbewertung einzelner Zusatzstoffe zu überprüfen und Verbraucher besser zu informieren“, betont eine Ernährungsexpertin.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung bewusster Ernährung, zeigt aber auch, dass etablierte Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise weiterhin gelten.
Konservierungsstoffe bleiben ein zentraler Bestandteil industriell verarbeiteter Lebensmittel, doch die Forschung liefert wichtige Hinweise für gesundheitliche Risiken und nachhaltige Ernährungsentscheidungen.
