Der britische Maler David Hockney, einer der einflussreichsten Künstler der vergangenen Jahrzehnte, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der für seine leuchtenden Farben, kalifornischen Swimmingpools und ungewöhnlichen Perspektiven bekannte Künstler starb am 11. Juni 2026 friedlich in seinem Zuhause. Sein Tod wurde von seinem Umfeld öffentlich bestätigt. Eine konkrete medizinische Ursache wurde zunächst nicht genannt, weshalb Berichte über eine bestimmte Erkrankung oder einen akuten gesundheitlichen Auslöser nicht belegt sind, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit theguardian.com.
Mit Hockney verliert die Kunstwelt einen Schöpfer, der sich nie dauerhaft auf eine Stilrichtung oder eine technische Methode festlegen ließ. Er begann im Umfeld der britischen Pop-Art, wurde mit Bildern aus Los Angeles weltberühmt und arbeitete später ebenso selbstverständlich mit Polaroidfotos, Faxgeräten, Druckern, Videotechnik und dem iPad. David Hockneys Tod mit 88 Jahren beendet eine Karriere, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte und Malerei, Zeichnung, Fotografie, Bühnenbild sowie digitale Kunst miteinander verband.

Was über David Hockneys Todesursache bekannt ist
Nach den bislang veröffentlichten Angaben starb Hockney friedlich zu Hause. Wo genau er seine letzten Stunden verbrachte, wurde in ersten internationalen Berichten mit London beziehungsweise seinem Wohnumfeld in Großbritannien angegeben. Eine näher bezeichnete Krankheit oder eine offizielle medizinische Todesursache wurde zunächst nicht veröffentlicht.
Damit ist die häufig gesuchte Frage nach der Todesursache von David Hockney derzeit nur eingeschränkt zu beantworten. Fest steht lediglich, dass sein Tod nicht als plötzliches öffentliches Unglück oder als Folge eines bekannten aktuellen Unfalls gemeldet wurde. Seriöse Berichte beschränken sich deshalb auf die Bestätigung seines friedlichen Todes und vermeiden weitergehende Spekulationen.
„David Hockney starb friedlich zu Hause im Alter von 88 Jahren“, hieß es sinngemäß in den Mitteilungen aus seinem Umfeld.
Hockney hatte in früheren Jahren gesundheitliche Probleme überstanden. Im Jahr 2012 erlitt er einen Schlaganfall, der zeitweise seine Sprache beeinträchtigte. Dennoch setzte er seine Arbeit fort, malte, zeichnete und entwickelte neue Projekte. Zudem lebte er seit Jahrzehnten mit einem nachlassenden Hörvermögen, das ihn jedoch ebenfalls nicht von seiner künstlerischen Tätigkeit abhielt.
David Hockneys Biografie: Kindheit und Ausbildung in Yorkshire
David Hockney wurde am 9. Juli 1937 in Bradford in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire geboren. Er war das vierte von fünf Kindern und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf, die er später selbst als politisch eigenständig und unkonventionell beschrieb. Seine Eltern erkannten früh sein zeichnerisches Talent und unterstützten den Wunsch ihres Sohnes, Künstler zu werden.

Hockney besuchte das Bradford College of Art. Schon als junger Mann verkaufte er erste Arbeiten und machte durch seine ungewöhnliche Beobachtungsgabe auf sich aufmerksam. Sein erstes verkauftes Gemälde soll ein Porträt seines Vaters gewesen sein, für das er bei einer regionalen Ausstellung zehn Pfund erhielt.
Bevor er seine Ausbildung in London fortsetzte, leistete Hockney als Kriegsdienstverweigerer einen zivilen Ersatzdienst in einem Krankenhaus. Im Jahr 1959 begann er schließlich sein Studium am Royal College of Art. Dort zeigte sich früh jene Mischung aus außerordentlichem Talent, Selbstbewusstsein und Widerstand gegen akademische Regeln, die später zu einem wesentlichen Bestandteil seiner öffentlichen Persönlichkeit wurde.
Hockney wollte nicht einfach lernen, wie man nach vorgegebenen Regeln malt. Er wollte herausfinden, wie Bilder Wahrnehmung verändern können. Diese Haltung bestimmte sein gesamtes späteres Werk.
Rebellion am Royal College of Art
Am Royal College of Art fiel Hockney nicht nur durch seine Bilder auf. Er weigerte sich zeitweise, bestimmte akademische Aufgaben in der erwarteten Form zu erfüllen. Statt einer konventionellen Aktzeichnung nach einem weiblichen Modell reichte er eine Darstellung eines muskulösen Mannes ein, die sich auf amerikanische Körperkulturmagazine bezog.
Auch eine für die Abschlussprüfung vorgesehene schriftliche Arbeit wollte Hockney nicht verfassen. Er vertrat die Auffassung, dass ein Kunststudent anhand seiner künstlerischen Arbeiten und nicht anhand eines Essays beurteilt werden sollte. Die Hochschule erkannte sein außergewöhnliches Potenzial und fand schließlich einen Weg, ihm dennoch den Abschluss zu verleihen.
Diese frühe Auseinandersetzung mit Institutionen war keine bloße Provokation. Sie zeigte, dass Hockney Kunst als eine eigenständige Form des Denkens verstand. Für ihn mussten Bilder nicht nur ästhetisch funktionieren, sondern auch gesellschaftliche Regeln, Sehgewohnheiten und persönliche Identität infrage stellen.
Wie David Hockney die britische Pop-Art prägte
Zu Beginn der 1960er-Jahre wurde Hockney mit der aufkommenden britischen Pop-Art in Verbindung gebracht. Seine Arbeiten griffen Motive aus Werbung, Konsumkultur, Zeitschriften und dem modernen Stadtleben auf. Gleichzeitig unterschied er sich von vielen Zeitgenossen durch eine stark autobiografische Bildsprache.
Besondere Bedeutung erhielten Werke, in denen Hockney homosexuelle Beziehungen und männliches Begehren offen thematisierte. Dies geschah in einer Zeit, in der homosexuelle Handlungen zwischen Männern in Großbritannien noch strafrechtlich verfolgt wurden. Bilder wie „We Two Boys Together Clinging“ stellten Nähe und Begehren mit einer Direktheit dar, die im damaligen gesellschaftlichen Umfeld ungewöhnlich und mutig war.
Die wichtigsten Stationen seiner künstlerischen Entwicklung lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Ausbildung in Bradford und am Royal College of Art in London;
- Aufstieg im Umfeld der britischen Pop-Art der frühen 1960er-Jahre;
- Umzug nach Los Angeles und Entstehung der berühmten Poolbilder;
- Entwicklung fotografischer Collagen, die er „Joiners“ nannte;
- Arbeit an Bühnenbildern und Kostümen für Opernproduktionen;
- intensive Beschäftigung mit Landschaften in Yorkshire und der Normandie;
- Nutzung von Fax, Drucker, Video, Smartphone und iPad für neue Bildformen.
Hockney wurde damit zu einem Künstler, dessen Werk nicht nur stilistisch, sondern auch gesellschaftlich Grenzen verschob. Seine Offenheit über homosexuelles Leben machte ihn zu einer wichtigen Stimme einer Generation, die Sichtbarkeit erst erkämpfen musste.
Los Angeles und die berühmten Swimmingpools
Mitte der 1960er-Jahre zog Hockney nach Los Angeles. Die kalifornische Metropole faszinierte ihn durch ihr Licht, ihre Architektur, ihre breiten Straßen und die klaren Schatten unter dem nahezu wolkenlosen Himmel. Besonders die privaten Swimmingpools wurden zu einem zentralen Motiv seiner Malerei.
Werke wie „A Bigger Splash“, „Peter Getting Out of Nick’s Pool“ oder „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ machten Hockney international bekannt. Die Bilder wirken auf den ersten Blick hell, elegant und beinahe schwerelos. Unter ihrer glatten Oberfläche verbergen sich jedoch häufig Einsamkeit, Begehren, Distanz und die Unsicherheit persönlicher Beziehungen.
| Werk | Entstehungsjahr | Bedeutung |
|---|---|---|
| We Two Boys Together Clinging | 1961 | Frühe offene Auseinandersetzung mit homosexueller Liebe |
| A Bigger Splash | 1967 | Ikonisches Bild des kalifornischen Lebensgefühls |
| Mr and Mrs Clark and Percy | 1970–1971 | Psychologisch vielschichtiges Doppelporträt |
| Portrait of an Artist | 1972 | Verbindung von Landschaft, Trennung und emotionaler Distanz |
| Bigger Trees Near Warter | 2007 | Monumentale Rückkehr zur Landschaft Yorkshires |
Kunstkritiker betonten immer wieder, dass Hockneys Poolbilder nicht allein wegen ihrer Farben und ihrer dekorativen Wirkung berühmt wurden. Ihr besonderer Reiz liegt in der Spannung zwischen sonniger Oberfläche und emotionaler Unruhe. Der britische Kunstkritiker Jonathan Jones beschrieb „Portrait of an Artist“ sinngemäß als eine ruhige Verdichtung von Liebe und Trauer.
Rekordpreis für Portrait of an Artist
Im November 2018 wurde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ bei Christie’s für 90,3 Millionen US-Dollar versteigert. Das Werk stellte damit zum damaligen Zeitpunkt einen Weltrekord für ein Kunstwerk eines lebenden Künstlers auf. Der hohe Preis machte Hockneys Namen auch außerhalb der klassischen Museums- und Galeriewelt erneut bekannt.
Das Gemälde entstand im Zusammenhang mit der Trennung von seinem damaligen Partner Peter Schlesinger. Zu sehen ist ein bekleideter Mann, der am Rand eines Pools steht und auf eine unter Wasser schwimmende Figur blickt. Die Szene ist farblich leuchtend und zugleich emotional zurückhaltend.
Der Rekordpreis von 90,3 Millionen Dollar war nicht nur Ausdruck eines aufgeheizten Kunstmarktes. Er bestätigte zugleich, welchen Rang Hockneys Bilder in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts inzwischen erreicht hatten. Wenige Monate später wurde der Rekord zwar von einer Skulptur Jeff Koons’ übertroffen, doch Hockneys Werk blieb eines der teuersten Bilder eines lebenden Künstlers.
Fotocollagen und ein neuer Blick auf Perspektive
Während der Vorbereitung eines Gemäldes fotografierte Hockney einzelne Details mit einer Polaroidkamera. Dabei erkannte er, dass mehrere leicht versetzte Aufnahmen zusammengefügt eine andere Erfahrung von Raum und Zeit erzeugen konnten. Aus dieser Beobachtung entwickelte er seine sogenannten „Joiners“.
Diese Fotocollagen bestanden aus zahlreichen Einzelbildern, die aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen worden waren. Hockney setzte sie so zusammen, dass Personen, Räume und Gegenstände fragmentiert, aber dennoch zusammenhängend erschienen. Die Werke erinnerten an kubistische Bildlösungen, insbesondere an die Perspektivexperimente Pablo Picassos.
Für Hockney war die Fotografie deshalb nicht einfach ein Mittel, die Realität objektiv abzubilden. Er hielt die klassische Einzelaufnahme für begrenzt, weil sie nur einen kurzen Moment und einen festen Standpunkt festhielt. Seine Collagen sollten dagegen zeigen, wie Menschen tatsächlich sehen: beweglich, selektiv und über einen längeren Zeitraum hinweg.
Vom Faxgerät bis zum iPad
Technische Neuerungen betrachtete Hockney nie als Bedrohung für die traditionelle Kunst. Er probierte Kopiergeräte, Faxmaschinen, Videokameras, computergesteuerte Drucker und später digitale Tablets aus. Entscheidend war für ihn nicht das Gerät selbst, sondern die Frage, welche neuen Bilder sich damit erzeugen ließen.
„Ich interessiere mich für alles, was ein Bild erzeugt“, erklärte Hockney einmal über sein Verhältnis zur Technik.
Besonders intensiv arbeitete er in seinen späteren Jahren mit dem iPad. Mit dem digitalen Stift konnte er unmittelbar auf Veränderungen des Lichts, des Wetters und der Vegetation reagieren. Während seines Aufenthalts in der Normandie entstand eine umfangreiche Serie über den Frühling, die später in Ausstellungen und Publikationen gezeigt wurde.
Seine digitale Arbeit bedeutete jedoch keine Abkehr von der Malerei. Hockney kombinierte neue Verfahren mit jahrhundertealten Fragen nach Perspektive, Farbe und räumlicher Darstellung. Darin lag eine wesentliche Stärke seines Spätwerks: Er behandelte moderne Geräte nicht als modische Attraktion, sondern als weitere Werkzeuge eines Zeichners.
Bühnenbilder, Landschaften und monumentale Projekte
Neben Gemälden, Zeichnungen und Fotografien entwarf Hockney Bühnenbilder und Kostüme für Opern und Ballettproduktionen. Seine Arbeiten für Werke von Igor Strawinsky, Richard Wagner, Giacomo Puccini und Richard Strauss verbanden kräftige Farben mit einer klaren, häufig bewusst künstlichen Raumwirkung.
Nach Jahrzehnten in Kalifornien wandte er sich wieder stärker den Landschaften Yorkshires zu. Straßen, Bäume, Hügel und wechselnde Jahreszeiten wurden zu zentralen Motiven. Später arbeitete er in der Normandie, wo ihn insbesondere das Erwachen der Natur im Frühling beschäftigte.
Diese Landschaftsbilder unterschieden sich deutlich von den berühmten Poolszenen, trugen aber dieselbe unverkennbare Handschrift. Die Farben blieben intensiv, die Perspektiven beweglich und die Bildräume häufig größer, als es zunächst möglich erschien. Hockney wollte nicht nur zeigen, wie eine Landschaft aussieht, sondern wie sie während des Betrachtens erlebt wird.
Sein Leben zwischen Ruhm und persönlicher Tragödie
Hockney gehörte in den 1960er-Jahren zur Londoner und amerikanischen Kulturszene. Mit blondiertem Haar, runder Brille und einer häufig sichtbaren Zigarette entwickelte er ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Er begegnete Künstlern, Schauspielern und Musikern wie Andy Warhol und bewegte sich auf Partys ebenso selbstverständlich wie in seinem Atelier.
Hinter dem öffentlichen Bild eines lebenslustigen Künstlers stand jedoch eine ausgeprägte Arbeitsdisziplin. Freunde und Wegbegleiter beschrieben ihn als jemanden, der beinahe ununterbrochen zeichnete, beobachtete und neue Projekte plante. Selbst nach gesundheitlichen Rückschlägen kehrte er zur täglichen Arbeit zurück.
Im Jahr 2013 erschütterte ihn der Tod seines jungen Assistenten Dominic Elliott. Elliott starb nach dem Konsum verschiedener Drogen und der Einnahme eines ätzenden Haushaltsmittels. Hockney erklärte später, dass er nach diesem Ereignis zeitweise nicht mehr zeichnen konnte und sogar erwogen habe, die Kunst aufzugeben.
Ein Künstler, der Auszeichnungen nicht brauchte
Hockney erhielt zahlreiche Ehrungen und wurde in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt ausgestellt. Zugleich blieb sein Verhältnis zu staatlicher Anerkennung distanziert. Berichten zufolge lehnte er mehrfach eine Erhebung in den Ritterstand ab. Auch eine Einladung, ein Porträt der britischen Königin zu malen, soll er ausgeschlagen haben.
Seine ablehnende Haltung war nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber Kunstgeschichte zu verwechseln. Im Gegenteil: Hockney beschäftigte sich intensiv mit alten Meistern und der Frage, welche optischen Hilfsmittel Künstler früherer Jahrhunderte benutzt haben könnten. In seinem Buch „Secret Knowledge“ vertrat er die umstrittene These, dass zahlreiche Maler bereits früh Linsen und Projektionstechniken verwendeten.
Das Buch löste heftige Debatten unter Kunsthistorikern aus. Einige Fachleute sahen darin eine wichtige neue Perspektive, andere warfen Hockney eine unzulässige Vereinfachung historischer Arbeitsweisen vor. Typisch für ihn war, dass die Kontroverse seinen Forscherdrang eher verstärkte als bremste.
Was von David Hockney bleibt
David Hockney hinterlässt ein Werk, das sich nicht auf Poolbilder, Pop-Art oder digitale Zeichnungen reduzieren lässt. Seine eigentliche Leistung bestand darin, das Sehen selbst zum Gegenstand der Kunst zu machen. Er fragte, wie Perspektive entsteht, wie Erinnerung Bilder verändert und warum eine Kamera die menschliche Wahrnehmung niemals vollständig ersetzen kann.
Seine Gemälde befinden sich in internationalen Museen und bedeutenden privaten Sammlungen. Große Retrospektiven machten ihn auch für jüngere Generationen zu einem der bekanntesten britischen Künstler. Noch im hohen Alter arbeitete er an umfangreichen Projekten und bewahrte sich seine Neugier auf neue technische Möglichkeiten.
„Menschen das Zeichnen beizubringen bedeutet, ihnen das Sehen beizubringen“, sagte Hockney über den Kern seiner künstlerischen Haltung.
Mit seinem Tod endet eine außergewöhnliche Biografie, nicht aber die Wirkung seiner Bilder. Hockney veränderte den Blick auf Kalifornien, auf Beziehungen, auf Landschaften und auf die Möglichkeiten digitaler Kunst. Seine berühmte Haltung zum Leben fasste er selbst in wenigen Worten zusammen: „Ich lebe jetzt. Es ist immer jetzt.“
