Deutschland steht vor einer markanten Erwärmung, die in vielen Regionen die bislang heißeste Wetterphase des Jahres 2026 bringen könnte. Nach einem wechselhaften Beginn der Woche setzt sich von Südwesten zunehmend hoher Luftdruck durch. Gleichzeitig strömt deutlich wärmere Luft nach Mitteleuropa, wodurch die Temperaturen ab Donnerstag kräftig steigen. Zum Wochenende werden im Süden, Südwesten, in Teilen der Mitte und sogar im Osten verbreitet Werte über 30 Grad erwartet, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.dе.
Besonders heiß könnte es am Samstag, dem 20. Juni, werden. In Städten wie Frankfurt am Main, Freiburg und Berlin sind nach aktuellen Berechnungen Spitzenwerte von etwa 35 Grad möglich. Auch im Norden wird es sommerlich warm, dort bleibt die Hitze wegen des Einflusses von Nord- und Ostsee jedoch meist etwas schwächer. Neben hohen Tageswerten geraten zunehmend auch die Nächte in den Blick, da die Temperaturen in dicht bebauten Städten stellenweise kaum noch unter 20 Grad fallen könnten.

Die Hitzewelle in Deutschland wird allerdings nicht überall mit dauerhaft blauem Himmel verbunden sein. In der zunehmend warmen und teilweise feuchten Luft steigt zugleich das Risiko kräftiger Schauer und Gewitter. Besonders an den Rändern der heißen Luftmasse können Starkregen, Hagel und stürmische Böen auftreten.
Hochdruckeinfluss bringt deutlich wärmere Luft
Ursache der bevorstehenden Wetteränderung ist ein Hochdruckgebiet, das seinen Einfluss von Südwesten her auf Deutschland ausweitet. Die zuvor noch wechselhafte Westströmung wird dadurch abgeschwächt. Regengebiete ziehen seltener durch, die Wolkendecke lockert häufiger auf und die Sonnenscheindauer nimmt deutlich zu.
Mit der südwestlichen bis südlichen Strömung gelangt warme Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum und von der Iberischen Halbinsel nach Mitteleuropa. Diese Luftmasse erwärmt sich über dem Kontinent zusätzlich. Besonders in windgeschützten Regionen sowie entlang von Rhein, Main und Neckar können deshalb hohe Temperaturwerte erreicht werden.
Am Donnerstag, dem 18. Juni, zeichnet sich bereits ein deutliches Süd-Nord-Gefälle ab. Im Südwesten sind örtlich 31 oder 32 Grad möglich, während es an den Küsten teilweise bei 22 bis 25 Grad bleibt. In Berlin und Brandenburg werden Werte um 26 Grad erwartet. Im Rhein-Main-Gebiet kann das Thermometer bereits die 30-Grad-Marke überschreiten.
Die Erwärmung erfolgt nicht überall im gleichen Tempo. Während der Süden schon früh unter Hochdruckeinfluss gerät, bleibt der Norden zunächst näher an wechselhafteren Luftmassen. Spätestens zum Wochenende dürfte sich die sommerliche Wärme jedoch in nahezu ganz Deutschland durchsetzen.
Meteorologen weisen darauf hin, dass regionale Unterschiede bei einer solchen Wetterlage erheblich sein können. Bewölkung, Windrichtung, Höhenlage und mögliche Gewitter beeinflussen die tatsächlich gemessenen Höchstwerte. Schon wenige Stunden mehr Sonnenschein können darüber entscheiden, ob an einem Ort 31 oder 35 Grad erreicht werden.
Wo es in Deutschland besonders heiß wird
Die höchsten Temperaturen werden nach den derzeitigen Prognosen vor allem im Süden und Südwesten erwartet. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hessen und Teile Bayerns liegen besonders günstig für die Zufuhr heißer Luft. Auch in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin kann sich die Luft zum Samstag stark aufheizen.
In Großstädten kommt der sogenannte Wärmeinseleffekt hinzu. Asphalt, Beton und Gebäudefassaden speichern tagsüber große Mengen Wärme und geben diese in der Nacht nur langsam wieder ab. Dadurch bleiben Innenstädte häufig mehrere Grad wärmer als das Umland.
Die folgende Übersicht zeigt die derzeit erwartete Entwicklung in ausgewählten Regionen:
| Region oder Stadt | Donnerstag, 18. Juni | Freitag, 19. Juni | Samstag, 20. Juni |
|---|---|---|---|
| Berlin | etwa 26 Grad | bis 30 Grad | bis 35 Grad |
| Frankfurt am Main | etwa 31 Grad | bis 33 Grad | bis 35 Grad |
| Freiburg im Breisgau | etwa 32 Grad | bis 33 Grad | bis 35 Grad |
| Hamburg | etwa 23 Grad | bis 27 Grad | bis 30 Grad |
| Deutsche Küsten | meist 20 bis 25 Grad | etwa 22 bis 27 Grad | örtlich bis 29 Grad |
Die Werte stellen keine Garantie für jeden einzelnen Ort dar. Lokale Gewitter oder dichtere Wolken können die Temperaturen kurzfristig deutlich drücken. Umgekehrt sind in besonders sonnigen und windschwachen Gebieten etwas höhere Spitzen möglich.
„Für die Bevölkerung ist nicht nur der absolute Höchstwert entscheidend. Mehrere heiße Tage hintereinander und nur geringe Abkühlung in der Nacht belasten den Körper deutlich stärker als ein einzelner sehr warmer Nachmittag.“
Diese Einschätzung ist besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, kleine Kinder und Personen relevant, die im Freien arbeiten. Selbst gesunde Menschen können bei körperlicher Belastung und direkter Sonneneinstrahlung Kreislaufprobleme entwickeln.
Samstag könnte erster verbreiteter Hitzetag werden
Der Samstag dürfte nach aktuellem Stand den Höhepunkt der ersten gut vorhersehbaren Phase bringen. In weiten Teilen Deutschlands steigen die Temperaturen über 30 Grad. Meteorologisch wird ein Tag mit mindestens 30 Grad als heißer Tag bezeichnet.

Örtlich könnte sogar die Schwelle von 35 Grad erreicht werden. Für einen solchen Tag wird gelegentlich der Begriff Wüstentag verwendet, wobei diese Bezeichnung nicht zur offiziellen Standardklassifikation des Deutschen Wetterdienstes gehört. Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt sie einen außergewöhnlich heißen Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 35 Grad.
Besonders wahrscheinlich sind solche Werte im Oberrheingraben, im Rhein-Main-Gebiet sowie in geschützten Lagen Süddeutschlands. Auch Berlin könnte nach mehreren sonnigen Stunden bis in diesen Bereich gelangen. In Norddeutschland bleibt es zwar etwas weniger heiß, doch auch dort werden vielerorts 28 bis 31 Grad erreicht.
Bis zu 35 Grad am Wochenende bedeuten nicht nur hohe Belastung am Nachmittag. In manchen Ballungsräumen könnten sogenannte Tropennächte folgen. Dabei sinkt die Temperatur zwischen dem Abend und dem Morgen nicht unter 20 Grad.
Solche Nächte erschweren die Erholung des Körpers. Wohnungen in oberen Stockwerken oder schlecht isolierten Gebäuden heizen sich besonders stark auf. Wer nicht ausreichend lüften kann, ist der Wärme über viele Stunden ausgesetzt.
Sind in Deutschland wirklich 40 Grad möglich?
Einzelne langfristige Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zeigen für die zweite Junihälfte regional Temperaturen nahe oder sogar oberhalb von 40 Grad. Solche Karten sorgen regelmäßig für große Aufmerksamkeit. Sie dürfen jedoch nicht mit einer verlässlichen Wettervorhersage gleichgesetzt werden.
Je weiter ein Prognosetag in der Zukunft liegt, desto größer wird die Unsicherheit. Kleine Veränderungen bei der Lage eines Hochdruckgebietes, bei der Windrichtung oder beim Zeitpunkt einer Kaltfront können die berechneten Temperaturen um mehrere Grad verändern. Ein einzelner Modelllauf zeigt daher nur eine mögliche Entwicklung.
Derzeit lassen sich folgende Aussagen voneinander unterscheiden:
- Werte zwischen 30 und 35 Grad am Wochenende gelten regional als realistisch.
- Temperaturen um 35 Grad sind insbesondere im Süden, Südwesten und örtlich im Osten möglich.
- Werte von 37 oder 38 Grad sind für die darauffolgenden Tage noch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
- Temperaturen über 40 Grad erscheinen bislang nur in einzelnen längerfristigen Modellberechnungen.
- Eine bestätigte amtliche Prognose für mehr als 40 Grad liegt derzeit nicht vor.
Wetterexperten vergleichen deshalb nicht nur einen Modelllauf, sondern sogenannte Ensembles. Dabei wird dieselbe Wetterentwicklung mit leicht veränderten Ausgangsbedingungen vielfach neu berechnet. Liegen die Ergebnisse eng beieinander, steigt die Zuverlässigkeit. Gehen sie stark auseinander, bleibt die Prognose unsicher.
„Eine 40-Grad-Zahl in einer einzelnen Modellkarte ist ein Szenario und noch keine Vorhersage. Belastbarer werden solche Extremwerte erst, wenn mehrere Modelle und zahlreiche Ensembleläufe dieselbe Entwicklung zeigen.“
Für die Berichterstattung ist diese Unterscheidung entscheidend. Dass extreme Hitze grundsätzlich möglich ist, bedeutet nicht, dass sie an einem bestimmten Ort tatsächlich eintreten wird. Die zuverlässigsten Temperaturangaben betreffen derzeit den Zeitraum bis Samstag.
Gewitter können die Hitze regional unterbrechen
Mit steigenden Temperaturen nimmt die Energie in der Atmosphäre zu. Gelangt zusätzlich feuchte Luft nach Deutschland, können sich kräftige Gewitter entwickeln. Besonders gefährdet sind Regionen, in denen heiße und kühlere Luftmassen aufeinandertreffen.
Am Freitag sind zunächst vor allem im Südwesten und in den Mittelgebirgen einzelne Gewitter möglich. Auch am Wochenende können sich lokale Hitzegewitter bilden. Diese entstehen häufig am späten Nachmittag oder Abend, nachdem sich die Luft über viele Stunden stark erwärmt hat.
Die genaue Position solcher Gewitter lässt sich oft erst wenige Stunden vorher bestimmen. Manche Orte erleben Starkregen und Sturmböen, während es wenige Kilometer entfernt vollständig trocken bleibt. Diese geringe räumliche Vorhersagbarkeit ist typisch für sommerliche Gewitterlagen.
Zu den möglichen Begleiterscheinungen gehören:
- heftiger Starkregen innerhalb kurzer Zeit;
- kleinkörniger oder größerer Hagel;
- stürmische Böen und lokal schwere Sturmböen;
- zahlreiche Blitze;
- kurzfristige Überflutungen von Straßen und Unterführungen;
- umstürzende Äste oder lose Gegenstände.
Kräftiger Regen führt nicht automatisch zu einer nachhaltigen Abkühlung. Nach einem Gewitter kann die Temperatur zwar rasch fallen, doch bei hoher Luftfeuchtigkeit bleibt es häufig schwül. Zieht keine kühlere Luftmasse nach, steigen die Werte am nächsten Tag erneut.
Was Menschen bei großer Hitze beachten sollten
Hohe Temperaturen belasten den menschlichen Körper, weil er seine Temperatur durch Schwitzen regulieren muss. Dabei gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, können Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung und Kreislaufprobleme auftreten.
Besonders wichtig ist regelmäßiges Trinken. Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorlen eignen sich besser als alkoholische oder sehr zuckerhaltige Getränke. Wer nur selten Durst verspürt, sollte sich feste Trinkzeiten setzen.
Körperlich anstrengende Tätigkeiten sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verschoben werden. Zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend ist die Wärmebelastung meist am größten. Direkte Sonne verstärkt die Wirkung zusätzlich.
Wohnungen lassen sich vor allem durch konsequente Verschattung kühler halten. Fenster sollten geöffnet werden, solange die Außenluft noch kühler ist als die Raumluft. Sobald es draußen wärmer wird, ist es sinnvoll, Fenster zu schließen und Rollläden, Vorhänge oder Jalousien zu nutzen.
„Ein Ventilator senkt nicht die Raumtemperatur, kann aber die Verdunstung auf der Haut verbessern. Bei extrem warmer Raumluft ersetzt er jedoch weder Flüssigkeit noch echte Abkühlung.“
Eltern sollten Kinder niemals allein in einem abgestellten Auto zurücklassen. Selbst bei mäßig warmem Wetter steigt die Temperatur im Innenraum innerhalb kurzer Zeit auf lebensgefährliche Werte. Das gilt ebenso für Haustiere.
Hohe Waldbrand- und UV-Gefahr möglich
Anhaltender Sonnenschein und zurückgehende Niederschläge können die Böden und die Vegetation rasch austrocknen. Besonders leichte, sandige Böden verlieren schnell Feuchtigkeit. In Waldgebieten kann dadurch die Brandgefahr steigen.
Offenes Feuer, weggeworfene Zigaretten und heiße Fahrzeugteile gehören zu den häufigsten vermeidbaren Brandursachen. Autos sollten nicht auf trockenen Wiesen abgestellt werden, weil heiße Bauteile unter dem Fahrzeug trockenes Gras entzünden können.
Gleichzeitig erreicht die UV-Strahlung rund um die Sommersonnenwende besonders hohe Werte. Auch bei leicht bewölktem Himmel kann die Haut schnell geschädigt werden. Schatten, leichte bedeckende Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel sind deshalb wichtig.
Kinderhaut reagiert besonders empfindlich. Sonnenbrände in jungen Jahren erhöhen das spätere Hautkrebsrisiko. Säuglinge sollten möglichst überhaupt keiner direkten Sonne ausgesetzt werden.
Wie lange die heiße Wetterphase anhält
Noch ist offen, ob die Hitze nach dem Wochenende rasch endet oder sich bis in die folgende Woche fortsetzt. Einige Berechnungen lassen den Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa bestehen. In diesem Fall könnten auch am 21. und 22. Juni verbreitet mehr als 30 Grad erreicht werden.
Andere Modellläufe zeigen, dass das Hoch seinen Schwerpunkt nach Westen verlagert. Dann könnten kühlere Luftmassen von Nordwesten nach Deutschland gelangen. Die Temperaturen würden zurückgehen, während das Risiko kräftiger Gewitter vorübergehend zunähme.
Besonders unsicher ist derzeit die genaue Lage möglicher Luftmassengrenzen. Liegt eine solche Grenze weiter nördlich, bleibt die Hitze in weiten Teilen Deutschlands bestehen. Verschiebt sie sich schneller nach Süden, kann es bereits am Sonntag oder Montag deutlich kühler werden.
Ein festes Enddatum für die Hitzewelle lässt sich deshalb noch nicht nennen. Sicherer ist lediglich der starke Temperaturanstieg bis zum Wochenende. Für die Tage danach müssen die Prognosen täglich neu bewertet werden.
Auch nach einer möglichen Abkühlung dürfte der sommerliche Wettercharakter nicht vollständig verschwinden. Selbst Werte zwischen 25 und 29 Grad würden in vielen Regionen weiterhin deutliches Sommerwetter bedeuten.
Deutschland erwartet den heißesten Abschnitt des Jahres
Die bevorstehende Wetterlage bringt Deutschland verbreitet Temperaturen über 30 Grad. Am Samstag sind in mehreren Regionen bis zu 35 Grad möglich, wobei der Süden und Südwesten besonders stark betroffen sein dürften. Auch Berlin und Teile Ostdeutschlands können sich erheblich aufheizen.
Die 40-Grad-Marke ist derzeit dagegen nicht als gesicherte Prognose zu verstehen. Sie taucht lediglich in einzelnen langfristigen Modellszenarien auf, deren Unsicherheit noch groß ist. Belastbare Aussagen werden erst mit kürzerem zeitlichem Abstand möglich sein.
Neben der Hitze bleiben Gewitter ein wichtiger Risikofaktor. Lokal können Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten. Für die Bevölkerung bedeutet die Wetterlage, dass sowohl Hitzeschutz als auch aktuelle Warnungen aufmerksam beachtet werden sollten.
Deutschland steuert damit auf eine ausgeprägte frühsommerliche Hitzephase zu. Wie lange sie dauert und ob nach dem Wochenende noch höhere Werte erreicht werden, hängt von der weiteren Entwicklung des Hochdruckgebietes und möglichen Gewitterfronten ab.
