Die schwedische Damenmodemarke Ninepine kommt nach Hamburg. Im Juli 2026 soll das bislang vor allem aus dem Onlinehandel bekannte Label eine eigene Verkaufsfläche im traditionsreichen Alsterhaus eröffnen. Damit können Kundinnen die minimalistischen und auf hohen Tragekomfort ausgerichteten Kollektionen erstmals auch stationär in der Hansestadt kennenlernen. Die Eröffnung ist Teil einer größeren europäischen Wachstumsstrategie, mit der das Stockholmer Unternehmen seine Abhängigkeit vom reinen Onlinegeschäft verringern will, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit hamburg.t-online.de.
Ninepine steht für eine Verbindung aus schlichter skandinavischer Ästhetik, weichen Materialien und alltagstauglichen Schnitten. Besonders bekannt wurde die Marke mit Hosen, die elegant wirken sollen, sich aber ähnlich bequem wie Freizeitkleidung tragen lassen. Nach erfolgreichen Jahren im E-Commerce setzt das Unternehmen nun verstärkt auf persönliche Beratung und physische Verkaufsflächen.
Der Standort im Alsterhaus ist dabei kein Zufall. Das Warenhaus am Hamburger Jungfernstieg gehört zu den bekanntesten Premiumadressen der Stadt und bietet internationalen Marken ein Umfeld mit hoher Sichtbarkeit. Für Ninepine bedeutet der Einzug zugleich den ersten stationären Auftritt in Hamburg.
Ninepine eröffnet im Juli eine Verkaufsfläche in Hamburg
Die neue Ninepine-Fläche soll im Juli 2026 im Alsterhaus starten. Ein genauer Eröffnungstag wurde bislang nicht öffentlich genannt. Fest steht jedoch, dass es sich nicht um einen klassischen, vollständig eigenständigen Laden mit separatem Eingang handeln wird, sondern um eine integrierte Markenfläche innerhalb des Warenhauses.

Dieses Konzept wird im Einzelhandel häufig als Softshop oder Shop-in-Shop bezeichnet. Die Marke erhält dabei einen eigenen, deutlich erkennbaren Bereich, nutzt jedoch die Infrastruktur und Kundenfrequenz des Kaufhauses. Für Unternehmen, die einen neuen Markt testen möchten, ist dieses Modell mit geringeren Risiken verbunden als die sofortige Eröffnung eines großen Flagship-Stores.
Ninepine im Hamburger Alsterhaus soll Kundinnen die Möglichkeit geben, Passformen, Stoffe und Längen direkt zu vergleichen. Gerade bei Hosen und körpernah geschnittenen Kleidungsstücken spielt die Anprobe eine wichtige Rolle. Die stationäre Fläche ergänzt daher den digitalen Vertrieb, anstatt ihn vollständig zu ersetzen.
Die neue Präsenz verändert vor allem das Einkaufserlebnis. Kundinnen müssen Größen und Schnitte künftig nicht mehr ausschließlich anhand von Produktbildern auswählen. Sie können die Kleidung anfassen, anprobieren und direkt miteinander vergleichen.
München macht den Anfang in Deutschland
Hamburg ist nicht der erste deutsche Standort von Ninepine. Den Auftakt der Expansion bildet eine Verkaufsfläche im Oberpollinger in München, die bereits im Juni 2026 eröffnet werden soll. Im Juli folgen nach derzeitiger Planung das Alsterhaus in Hamburg und das KaDeWe in Berlin.
Alle drei Häuser gehören zu den bekanntesten Premium-Warenhäusern Deutschlands. Ninepine erhält dadurch innerhalb kurzer Zeit Zugang zu kaufkräftigen Kundengruppen in drei großen Städten. Gleichzeitig kann das Unternehmen beobachten, wie unterschiedlich die Kollektionen in Nord-, Süd- und Ostdeutschland angenommen werden.
Die geplanten Standorte im Überblick:
- Oberpollinger in München mit Eröffnung im Juni 2026;
- Alsterhaus in Hamburg mit Eröffnung im Juli 2026;
- KaDeWe in Berlin mit Eröffnung im Juli 2026;
- bestehende Flagship-Stores in Stockholm und Amsterdam;
- möglicher Ausbau weiterer europäischer Verkaufsflächen.
Die Zusammenarbeit mit der KaDeWe Group ermöglicht es Ninepine, mehrere deutsche Standorte innerhalb kurzer Zeit aufzubauen. Für eine junge Modemarke ist dies ein vergleichsweise schneller Einstieg in den stationären Premiumhandel.
Was Ninepine von anderen Modemarken unterscheidet
Ninepine wurde 2019 in Stockholm gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen Benjamin Lau und Kousha Torabi. Die Geschäftsidee basiert auf der Frage, warum sich Frauen zwischen gutem Aussehen und komfortabler Kleidung entscheiden sollten.
Statt stark saisonabhängiger Laufstegmode konzentriert sich das Label auf vielseitige Kleidungsstücke für den Alltag. Hosen, Jeans, Röcke, Oberteile und Reisebekleidung sollen sowohl im Büro als auch in der Freizeit getragen werden können. Die Entwürfe bleiben meist bewusst zurückhaltend und lassen sich mit unterschiedlichen Kleidungsstilen kombinieren.
Zu den bekanntesten Produkten zählt die Asana-Hosenlinie. Die Modelle orientieren sich optisch an klassischen Stoffhosen, verwenden jedoch elastische Materialien und komfortable Bundlösungen. Auch die ComfortDenim-Kollektion verbindet die Optik traditioneller Jeans mit stärker dehnbaren Stoffen.
| Merkmal | Ausrichtung von Ninepine |
|---|---|
| Herkunft | Stockholm, Schweden |
| Gründungsjahr | 2019 |
| Schwerpunkt | Komfortable Damenmode |
| Stil | Minimalistisch und skandinavisch |
| Bekannte Produkte | Asana-Hosen und ComfortDenim |
| Vertriebsmodell | Onlinehandel und stationäre Flächen |
| Hamburger Standort | Alsterhaus |
| Geplante Eröffnung | Juli 2026 |
Das Sortiment richtet sich vor allem an Kundinnen, die schlichte Kleidung suchen, aber keine Abstriche beim Komfort machen möchten. Die Modelle sollen sich zudem für verschiedene Körpergrößen und Alltagssituationen eignen.
Kundenfeedback fließt in die Produktentwicklung ein
Ninepine beschreibt sich selbst als datenorientiertes Modeunternehmen. Bewertungen, Rücksendungen und direkte Rückmeldungen von Kundinnen sollen systematisch ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage verändert die Marke Schnitte, Stoffe und Passformen.
Nach Angaben des Mitgründers Benjamin Lau wurde beispielsweise die Passform eines zentralen Hosenmodells mehrfach überarbeitet. Das Unternehmen versucht damit, typische Probleme beim Onlinekauf zu reduzieren. Dazu gehören unpassende Längen, unbequeme Taillenbünde oder Stoffe, die auf Produktbildern anders wirken als im Alltag.
„Keine Frau sollte sich zwischen gutem Aussehen und einem angenehmen Tragegefühl entscheiden müssen“, beschreibt Mitgründer Benjamin Lau die Grundidee der Marke.
Auch in veröffentlichten Kundenbewertungen wird häufig der Komfort hervorgehoben. Käuferinnen beschreiben die Hosen unter anderem als weich, alltagstauglich und geeignet für längere Reisen. Solche Kommentare sind für Ninepine nicht nur Werbung, sondern Teil des Entwicklungsprozesses.
„Die Hose sieht elegant aus und fühlt sich trotzdem sehr bequem an“, lautet sinngemäß eine häufige Rückmeldung von Käuferinnen.
Der stationäre Handel liefert künftig zusätzliche Informationen. Mitarbeiterinnen können beobachten, welche Größen besonders oft anprobiert werden, welche Modelle Erklärungsbedarf auslösen und welche Passformen in Deutschland besonders gefragt sind.
Der Schritt nach Hamburg folgt auf Amsterdam
Ninepine war lange fast ausschließlich als Onlineanbieter aktiv. Erst mit der Eröffnung eigener Geschäfte begann die Marke, ihre Produkte dauerhaft im stationären Handel zu präsentieren. Nach Stockholm wurde Amsterdam zum ersten eigenen Standort außerhalb Schwedens.
Der Flagship-Store in Amsterdam eröffnete im Frühjahr 2026 an der Van Baerlestraat. Die Lage in einem etablierten Einkaufsviertel ermöglichte es dem Unternehmen, Erfahrungen mit internationalen Kundinnen und dem Betrieb einer größeren Verkaufsfläche zu sammeln.

Die Expansion nach Deutschland folgt damit nur wenige Monate nach dem Start in den Niederlanden. Das hohe Tempo zeigt, dass Ninepine nicht bei einzelnen Testfilialen bleiben möchte. Stattdessen entwickelt das Unternehmen ein Vertriebsmodell, bei dem der Onlinehandel durch ausgewählte physische Standorte ergänzt wird.
Für die Marke bietet Deutschland einen großen und kaufkräftigen Modemarkt. Hamburg, Berlin und München gehören zu den Städten mit einer hohen Dichte internationaler Labels, großer Warenhäuser und modeinteressierter Kundschaft. Gleichzeitig unterscheiden sich die lokalen Einkaufsgewohnheiten, was wertvolle Erkenntnisse für weitere Standorte liefern kann.
Investoren unterstützen die europäische Expansion
Zusätzlichen finanziellen und strategischen Spielraum erhielt Ninepine durch den Einstieg neuer Investoren. Ein Konsortium unter Führung von Yanno Capital und NEA Partners beteiligte sich an dem Unternehmen. Auch Mikael Schiller, der mit der schwedischen Modemarke Acne Studios verbunden ist, gehört zu den beteiligten Investoren.
Die neuen Anteilseigner sollen Ninepine bei der nächsten Wachstumsphase unterstützen. Im Mittelpunkt stehen der weitere internationale Ausbau, die Weiterentwicklung des Omnichannel-Modells und zusätzliche stationäre Verkaufsflächen in Europa.
Medienberichten zufolge erwirtschaftete Ninepine zuletzt einen Jahresumsatz von ungefähr 32 Millionen Euro. Das operative Ergebnis soll ebenfalls positiv ausgefallen sein. Für eine erst 2019 gegründete, digital ausgerichtete Modemarke ist dies eine beachtliche Entwicklung.
Branchenbeobachter sehen im Einstieg erfahrener Investoren ein Zeichen dafür, dass Ninepine nicht nur kurzfristige Pop-up-Flächen plant, sondern eine längerfristige europäische Handelsstruktur aufbauen möchte.
Die Beteiligung bringt allerdings auch Erwartungen mit sich. Neue Standorte müssen langfristig genügend Umsatz erzielen, während gleichzeitig Kosten für Personal, Warenbestände, Ladenbau und Logistik steigen. Die Flächen in etablierten Warenhäusern erlauben es Ninepine, den deutschen Markt mit begrenzterem Risiko zu testen.
Warum das Alsterhaus für Ninepine attraktiv ist
Das Alsterhaus liegt direkt am Jungfernstieg und zählt zu den traditionsreichsten Warenhäusern Hamburgs. Das Sortiment konzentriert sich auf Mode, Kosmetik, Accessoires, Wohnen und hochwertige Lebensmittel. Internationale Luxusmarken stehen neben jüngeren Labels, die neue Zielgruppen ansprechen sollen.
Für Ninepine bietet der Standort mehrere Vorteile. Das Kaufhaus verfügt über eine etablierte Stammkundschaft und wird zugleich von Touristinnen und Besuchern der Innenstadt frequentiert. Die Marke muss daher nicht allein für die gesamte Kundenfrequenz sorgen.
Zudem passt das Konzept komfortabler Premium-Alltagsmode zur aktuellen Entwicklung im Einzelhandel. Viele Kundinnen suchen keine Kleidung mehr, die ausschließlich für einen bestimmten Anlass geeignet ist. Gefragt sind vielseitige Stücke, die im Büro, auf Reisen und in der Freizeit funktionieren.
Hamburg wird damit zu einem wichtigen Testmarkt für Ninepine. Die Marke trifft auf eine kaufkräftige, aber anspruchsvolle Kundschaft. Entscheidend wird sein, ob sich das digitale Erfolgsmodell auch auf einer realen Verkaufsfläche behauptet.
Was Kundinnen im Alsterhaus erwarten können
Das genaue Sortiment der Hamburger Verkaufsfläche wurde bislang nicht detailliert veröffentlicht. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Ninepine vor allem seine Bestseller und zentralen Produktlinien präsentieren wird. Dazu dürften verschiedene Hosenformen, Jeans, Oberteile und saisonale Artikel gehören.
Besonders wichtig dürfte die Beratung zu Größen und Längen werden. Ninepine bietet mehrere Modelle in unterschiedlichen Passformen an, die online nicht immer leicht miteinander zu vergleichen sind. Im Alsterhaus können Kundinnen prüfen, ob ein gerader, weiter oder ausgestellter Schnitt besser zur eigenen Figur und zum persönlichen Stil passt.
Auch die Materialwirkung lässt sich vor Ort besser beurteilen. Elastische Stoffe können auf Fotos ähnlich aussehen, sich beim Tragen aber deutlich unterscheiden. Für eine Marke, die Komfort zum zentralen Verkaufsargument macht, ist diese unmittelbare Erfahrung besonders wertvoll.
Ob es zur Eröffnung besondere Aktionen, limitierte Produkte oder Veranstaltungen geben wird, ist noch nicht bekannt. Ebenso offen sind die genaue Größe und die Position der Verkaufsfläche innerhalb des Alsterhauses.
Neue Dynamik für den Hamburger Modehandel
Mit Ninepine erweitert das Alsterhaus sein Angebot um eine junge skandinavische Marke, die bislang vor allem digital sichtbar war. Die Eröffnung zeigt zugleich, dass große Warenhäuser weiterhin als wichtige Plattform für internationale Labels dienen.
Für Hamburg bedeutet der Einstieg eine weitere Ergänzung des Modeangebots rund um den Jungfernstieg. Besonders Marken, die zwischen klassischem Premiumsegment und zugänglicher Alltagsmode liegen, können neue Kundengruppen in die Innenstadt ziehen.
Ninepine wiederum erhält die Chance, seine Bekanntheit in Deutschland deutlich zu steigern. Die Marke kann ihre Produkte nicht nur verkaufen, sondern auch erklären und unmittelbar erlebbar machen. Das ist bei einem Sortiment, dessen wichtigstes Versprechen im Tragegefühl liegt, ein entscheidender Vorteil.
Mit der geplanten Eröffnung im Juli beginnt für Ninepine ein neuer Abschnitt in Deutschland. Nach dem Start in München folgen nahezu zeitgleich Hamburg und Berlin. Der Einzug ins Alsterhaus macht deutlich, dass das schwedische Unternehmen seine europäische Expansion beschleunigt und den stationären Handel künftig zu einem festen Bestandteil seiner Strategie machen will.
