Nissan hat eine groß angelegte Rückrufaktion für den Qashqai gestartet, nachdem interne Analysen ein mögliches Brandrisiko im Motorraum ergeben haben. Betroffen sind ausschließlich Modelle der aktuellen Generation, die in den vergangenen Jahren weltweit in hohen Stückzahlen verkauft wurden. Laut dem Hersteller kann eine fehleranfällige Kraftstoffleitung unter bestimmten Bedingungen schneller verschleißen als vorgesehen, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Dieser Defekt könnte im Extremfall dazu führen, dass Kraftstoff auf erhitzte Motorteile gelangt und ein Feuer auslöst. Die Rückrufaktion gilt als eine der größten für dieses Modell und betrifft Kunden in zahlreichen Märkten rund um den Globus.
Rückruf betrifft Qashqai der Baujahre 2021 bis 2024
Wie Nissan bestätigt, betreffen die Schwierigkeiten Fahrzeuge, die vom 4. Mai 2021 bis zum 17. Oktober 2024 vom Band liefen. In dieser Produktionsspanne wurden weltweit mehr als 390.000 Qashqai-Modelle gefertigt, die nun überprüft werden müssen. In Deutschland sind nach bisherigen Zahlen rund 30.000 Fahrzeuge betroffen, was einem bemerkenswert hohen Anteil der zugelassenen Modelle entspricht. Das Kraftfahrt-Bundesamt weist darauf hin, dass es sich um eine sicherheitsrelevante Maßnahme handelt, die nicht aufgeschoben werden sollte. Die betroffenen Halter erhalten derzeit entsprechende Hinweise und Aufforderungen zur Werkstattprüfung.
Warum die Kraftstoffleitung ein Risiko darstellt
Nach Angaben des KBA zeigt die Kraftstoffleitung in bestimmten Fällen einen vorzeitigen Verschleiß an der Befestigungsklemme. Der Schaden entsteht schrittweise und ist für Fahrer oft nicht direkt sichtbar. Kommt es zu einem Einriss oder Abrieb, kann Kraftstoff austreten und auf besonders heiße Bauteile gelangen. Zwar tritt dieser Fehler nicht bei allen betroffenen Fahrzeugen gleichermaßen auf, doch das Risiko gilt als ausreichend hoch, um eine sofortige Inspektion zu empfehlen. Um das Problem zu beseitigen, wird bei leichtem Verschleiß eine zusätzliche Schutzhülse montiert. Bei stärker betroffenen Fahrzeugen erfolgt ein vollständiger Austausch der Kraftstoffleitung.
Wie Nissan den Rückruf organisiert
Der Hersteller arbeitet eng mit Vertragswerkstätten zusammen, um die Überprüfung möglichst reibungslos durchzuführen. Der betroffene Aktionscode lautet „PG5C6“, unter dem Werkstätten die notwendigen Schritte dokumentieren. Bislang gibt es keine offiziellen Angaben, wie lange die Reparaturen im Durchschnitt dauern. Da jedoch sowohl Sichtprüfungen als auch mögliche Austauschmaßnahmen erforderlich sind, könnte der Aufenthalt in der Werkstatt variieren. Halter sollten frühzeitig einen Termin vereinbaren, um längere Wartezeiten zu vermeiden. Nissan betont, dass alle Arbeiten selbstverständlich kostenlos durchgeführt werden.
Was Fahrzeughalter jetzt beachten sollten
Für betroffene Qashqai-Fahrer ist es wichtig, nicht auf Warnanzeichen zu warten, sondern sofort eine Werkstatt aufzusuchen. Ein ungewöhnlicher Geruch oder sichtbare Benzinspuren können Hinweise auf einen Defekt sein, treten jedoch nicht zwingend auf. Auch wenn bislang keine Vorfälle mit Bränden offiziell bestätigt wurden, wird die Gefahrenlage ernst genommen. Es ist zudem noch unklar, ob bauähnliche Modelle wie der Renault Austral ebenfalls betroffen sein könnten. Nissan äußerte sich dazu bislang nicht konkret, sodass Halter anderer verwandter Fahrzeuge weiterhin auf offizielle Angaben warten müssen.
Unklarheiten zu weiteren betroffenen Antriebsvarianten
Nach aktuellen Informationen ist noch offen, ob auch Modelle mit besonderen Antriebskonfigurationen, etwa der Qashqai mit e-Power-System, unter den Rückruf fallen. Das e-Power-Modell kombiniert einen Elektromotor mit einem Benzinmotor, der als Generator dient, wodurch der Aufbau von herkömmlichen Varianten abweicht. Experten prüfen derzeit, ob der identische Leitungstyp verbaut wurde oder ob Unterschiede im Motorraum eine Rolle spielen. Bis zur Klärung empfiehlt das KBA dennoch, die Fahrgestellnummer auf der offiziellen Rückrufseite zu überprüfen, um Sicherheit zu gewährleisten. Die Entscheidung über eine mögliche Ausweitung der Maßnahme wird in den kommenden Wochen erwartet.
