An deutschen Tankstellen zeigt sich seit einigen Wochen ein klarer Aufwärtstrend, der vor allem Fahrerinnen und Fahrer von Diesel-Fahrzeugen betrifft. Laut einer aktuellen Auswertung des ADAC hat der Liter Diesel zuletzt um 2,7 Cent zugelegt und kostet im Bundesdurchschnitt nun 1,640 Euro, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit Bezug au rnd.de.
Auch Benzin ist wieder deutlich teurer geworden, obwohl die üblichen weltwirtschaftlichen Faktoren nur teilweise auf diese Entwicklung hindeuten. Viele Autofahrende fragen sich deshalb, warum die Preise gerade jetzt so stark anziehen. Der ADAC liefert Hinweise darauf, welche Einflüsse dieselbe Richtung einschlagen und welche Rolle saisonale Effekte spielen.
Warum Diesel und Benzin aktuell besonders teuer werden
Der ADAC zeigt sich vom jüngsten Preissprung selbst überrascht, da sich die globalen Rahmenbedingungen eigentlich stabil entwickelt hatten. Zwar verteuerte sich die Rohölsorte Brent leicht, doch gleichzeitig legte der Euro gegenüber dem US-Dollar zu. Diese Kombination hätte normalerweise zu einer milderen Preisentwicklung führen müssen, da Ölimporte für europäische Abnehmer günstiger ausfallen. Ein Blick auf die vergangenen Monate zeigt zudem, dass Super E10 im Sommer günstiger war, obwohl die Ölpreise damals teilweise höher lagen. Dies deutet laut ADAC darauf hin, dass der aktuelle Anstieg nicht ausschließlich marktwirtschaftlich erklärbar ist.
Heizsaison verschärft die Lage auf dem Dieselmarkt
Besonders entscheidend ist die steigende Nachfrage nach Heizöl, die traditionell im Herbst und Winter einsetzt. Da Diesel und Heizöl technisch nahezu identische Produkte sind, beeinflussen Preisschwankungen im Heizölbereich auch den Dieselpreis unmittelbar. Mit dem Beginn der Heizperiode steigt der Absatz von Heizöl deutlich, was die Preise an den Rohstoffmärkten spürbar anzieht. Dieser saisonale Effekt ist in den Wintermonaten regelmäßig zu beobachten und dürfte auch in diesem Jahr maßgeblich zum starken Preisanstieg beigetragen haben. Für viele Verbraucher kommt dies dennoch unerwartet, weil die Zusammenhänge selten transparent dargestellt werden.
Regionale Unterschiede: Wo Kraftstoff am günstigsten und teuersten ist
Die aktuellen ADAC-Daten zeigen, dass die Spritpreise je nach Bundesland stark variieren. Super E10 ist derzeit in Berlin am günstigsten, wo der Durchschnittspreis bei etwa 1,64 Euro pro Liter liegt. In Bremen hingegen zahlen Autofahrerinnen und Autofahrer rund 1,70 Euro pro Liter und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Beim Diesel präsentiert sich ein ähnliches Bild: Im Saarland gehört der Kraftstoff mit durchschnittlich 1,60 Euro pro Liter zu den günstigsten Angeboten. In Brandenburg hingegen kostet Diesel derzeit rund 1,68 Euro pro Liter, was für viele Pendler spürbare Mehrkosten bedeutet. Das Bundeskartellamt prüft zudem auffällige Preisaufschläge in einzelnen ostdeutschen Regionen.
Deutliche Preisschwankungen im Tagesverlauf
Die Analyse des ADAC zeigt außerdem, dass der Zeitpunkt des Tankens entscheidend ist. Besonders günstig ist das Preisniveau in den Abendstunden, wenn viele Tankstellen ihre Preise nach unten anpassen. Die besten Zeiträume liegen laut Auswertung zwischen 19 und 20 Uhr sowie zwischen 21 und 22 Uhr. Am Morgen – insbesondere zwischen 7 und 8 Uhr – sind die Preise hingegen am höchsten und liegen bei Super E10 im Durchschnitt 12,5 Cent über den Abendwerten. Bei Diesel beträgt die Differenz sogar 13,3 Cent, was sich bei jeder Tankfüllung deutlich bemerkbar macht. Wer flexibel tankt, kann daher ohne großen Aufwand mehrere Euro sparen.
So können Autofahrende trotz hoher Preise sparen
Der ADAC weist darauf hin, dass sich die steigenden Kosten zumindest teilweise abfedern lassen. Ein Vergleich verschiedener Tankstellen lohnt sich immer, da die Preisunterschiede selbst innerhalb einer Stadt bis zu sieben Cent pro Liter betragen können. Preis-Apps helfen dabei, günstige Anbieter in der Umgebung zu finden. Viele moderne Benziner können problemlos Super E10 statt E5 tanken, was in der Regel fünf bis sechs Cent pro Liter einspart. Wer bevorzugt abends tankt, profitiert von niedrigeren Preisen und spart zusätzlich. Zudem lässt sich der Verbrauch durch vorausschauendes Fahren und den richtigen Reifendruck spürbar reduzieren. Rabatte über bestimmte Kreditkarten können ebenfalls helfen, die Belastung etwas zu senken.
