Ein Land trauert um zwei der bekanntesten Gesichter des deutschen Showgeschäfts. Die Kessler-Zwillinge, Alice und Ellen, sind im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München gestorben, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit bild.de.
Laut Informationen aus Ermittlerkreisen entschieden sich die Schwestern bewusst dafür, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Die Umstände deuten darauf hin, dass sie eine Form der in Deutschland erlaubten begleiteten Sterbehilfe in Anspruch nahmen. Der Tod der beiden Künstlerinnen erschütterte viele Menschen, die ihre Karriere über Jahrzehnte verfolgt hatten.

Der letzte gemeinsame Schritt der berühmten Zwillinge
Die Kessler-Schwestern galten seit den 1950er-Jahren als feste Größe in der Unterhaltungsbranche. Geboren am 20. August 1936 im sächsischen Nerchau, wurden sie weltweit bekannt durch ihre Auftritte in internationalen Shows und TV-Produktionen. Im April 2024 hatten sie öffentlich erklärt, dass sie eines Tages gemeinsam beerdigt werden möchten, zusammen mit der Asche ihrer Mutter und ihres Hundes. Diese Entscheidung war Teil eines bereits lange gereiften persönlichen Plans. Ihre enge Verbundenheit prägte nicht nur ihr Berufsleben, sondern auch ihren Abschied.
Polizei bestätigt begleitete Sterbehilfe
Die Kriminalpolizei wurde nach Angaben aus Ermittlerkreisen am Montagnachmittag über den Todesfall informiert. Eine Streife traf gegen Mittag am Anwesen der Schwestern ein und führte eine erste Untersuchung durch. Die Beamten konnten schnell ausschließen, dass äußere Einflüsse eine Rolle gespielt haben könnten. Hinweise deuten darauf hin, dass die 89-Jährigen die gesetzlich erlaubte Form der begleiteten Sterbehilfe nutzten. Diese ist unter klar festgelegten Bedingungen möglich, sofern die Betroffenen geschäftsfähig, volljährig und in ihrer Entscheidung autonom sind.

Lebenswerk zweier Show-Ikonen
Die Zwillingsschwestern prägten über viele Jahrzehnte das kulturelle Leben in Deutschland und weit darüber hinaus. Sie wurden für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der Goldenen Rose von Montreux, dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Bayerischen Verdienstorden im Jahr 2025. Ihr Geburtsort Nerchau ernannte sie zudem zu Ehrenbürgerinnen. Viele ihrer Fans erinnern sich bis heute an ihre markanten Auftritte, besonderen Tanzchoreografien und ihren unverwechselbaren Stil. Ihr Abschied markiert das Ende einer Ära, die sich tief in das kulturelle Gedächtnis eingeprägt hat.
Ermittlungen ohne Hinweise auf Fremdverschulden
Vor dem Haus der Schwestern in Grünwald stand am Montag ein ziviles Fahrzeug der Kriminalpolizei. Die Ermittler des Kommissariats K12 führten routinemäßige Maßnahmen durch, um die Umstände exakt zu dokumentieren. Nachdem die ersten Untersuchungen abgeschlossen waren, bestätigten die Beamten, dass keinerlei Zeichen auf äußere Gewalt oder eine Beteiligung Dritter vorliegen. Der Tod der Schwestern wird daher als selbstbestimmte Entscheidung eingeordnet. Die Behörden wiesen darauf hin, dass der Ablauf der Sterbehilfe nach geltendem Recht keinen Strafbestand erfüllt.
