Auf einer verschneiten Fernstraße in Nordschweden ist ein Reisebus mit einer großen Gruppe von Austauschstudierenden verunglückt. Das Fahrzeug war unterwegs von Norwegen ins finnische Lappland, als es bei winterlichen Bedingungen von der Straße abkam und auf die Seite stürzte, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit n-tv.de.
Insgesamt befanden sich 57 Menschen an Bord, darunter zahlreiche Erasmus-Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern. Die größte Gruppe stellte nach Angaben der Universität NTNU die deutschen Studierenden. Trotz vieler Verletzungen besteht für keine der betroffenen Personen Lebensgefahr.
Unfall auf verschneiter Strecke: Was bisher bekannt ist
Der Unfall ereignete sich nahe dem Ort Vilhelmina im Norden der Provinz Västerbotten. Die Region ist für ihre langen Winter und starken Schneefälle bekannt, was die Fahrbedingungen erheblich erschwert. Laut ersten Informationen rutschte der Bus auf der verschneiten Europastraße 45 ab und kippte anschließend auf die Seite. Die örtlichen Rettungskräfte waren schnell vor Ort und mussten mehrere Dutzend Personen medizinisch versorgen. Die Universitätsleitung der NTNU bestätigte, dass 53 der Insassen Erasmus-Studierende waren, die auf dem Weg zu einer mehrtägigen Reise waren.

Die meisten Passagiere zogen sich leichte Verletzungen zu, einige erlitten jedoch mittlere bis schwerere Blessuren. Von lebensbedrohlichen Zuständen ging die schwedische Gesundheitsbehörde nicht aus. Die schwierigen Wetterverhältnisse und die glatte Fahrbahn gelten als mögliche Unfallursachen, auch wenn die Polizei weiterhin ermittelt. Eine Reporterin des schwedischen Rundfunks berichtete von starkem Schneefall und rutschigen Straßen zum Unfallzeitpunkt. Für viele der Beteiligten war der Schreck groß, auch wenn sich die Lage medizinisch stabil zeigte.
Versorgung der Verletzten und Einsatz der Rettungskräfte
Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörden mussten zunächst 56 Personen untersucht und behandelt werden. Acht Verletzte befinden sich weiterhin in stationärer Behandlung, während zwei Patienten per Hubschrauber in nahe gelegene Kliniken geflogen wurden. Die Krankenhäuser der Region hatten kurzzeitig die höchste Alarmstufe ausgerufen, um die große Anzahl an Verletzten aufnehmen zu können. Im Laufe des Sonntags konnten viele der Betroffenen wieder entlassen werden. Die Universität NTNU organisierte für die Studierenden psychologische Unterstützung, um die Geschehnisse besser verarbeiten zu können.
Ein zweiter Bus, der zur gleichen Erasmus-Reisegruppe gehörte, blieb vom Unfall unbetroffen und setzte seine Fahrt nach Finnland fort. Die betroffenen Studierenden wurden dagegen nach Trondheim zurückgebracht, wo sie von der Universität betreut wurden. Die schnelle Reaktion der Rettungskräfte und die gute medizinische Versorgung trugen entscheidend dazu bei, schwerere Folgen zu verhindern. Die Behörden lobten zudem die ruhige und kooperative Haltung der jungen Reisenden während des Einsatzes.
Ermittlungen zur Unfallursache und Blick auf vorherige Vorfälle
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, doch eine klare Unfallursache steht noch aus. Aufgrund des dichten Schneefalls und der glatten Straßenverhältnisse ist jedoch von einer witterungsbedingten Ursache auszugehen. Der Unfallort war stark verschneit, was auf Fotos und Videos deutlich zu erkennen ist. Solche Situationen sind in der nördlichen Region Schwedens im Winter keine Seltenheit und führen immer wieder zu Verkehrsproblemen. Experten weisen darauf hin, dass selbst erfahrene Fahrer bei solchen Bedingungen leicht die Kontrolle verlieren können.
Der Unfall ereignet sich nur zwei Wochen nach einem schweren Busunglück in Stockholm, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Damals war ein Linienbus außer Kontrolle geraten und in eine Haltestelle gefahren. Die Ermittlungen dazu laufen weiterhin, doch ein vorsätzliches Handeln wird ausgeschlossen. Beide Vorfälle machen deutlich, wie herausfordernd der Winterverkehr in Schweden sein kann. Vor allem touristische Gruppen trifft es immer wieder, da sie häufig lange Strecken in entlegenen Regionen zurücklegen.
