Der Ford Mustang GTD zählt zu den exklusivsten und leistungsstärksten Straßenfahrzeugen, die Ford je gebaut hat. Doch trotz eines Preises von rund 300.000 Dollar müssen Käufer nach der Lieferung erst einmal Geduld beweisen. Der Hersteller empfiehlt ausdrücklich, das Fahrzeug in den ersten 30 Tagen nicht zu bewegen, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Diese ungewöhnliche Empfehlung sorgt bei vielen Besitzern für Verwunderung, hat jedoch einen klaren technischen Hintergrund. Das Modell gilt als Sammlerstück und ist gleichzeitig extrem empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, weshalb die Wartezeit einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Karosserie leisten soll.
Warum die Lackierung beim Mustang GTD so entscheidend ist
Der Grund für das ungewöhnliche Fahrverbot liegt in der frischen Lackschicht, die nach Angaben des Fachportals „Auto Evolution“ zunächst vollständig aushärten muss. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, kann die spezielle Lackschutzfolie angebracht werden, die unter Mustang-GTD-Besitzern quasi als Pflicht gilt. Wird die Folie zu früh aufgetragen, drohen Schäden am Lack, deren Reparatur bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse besonders teuer ausfallen kann. Da der GTD aufgrund seiner breiten Reifen viele kleine Steine aufwirbelt, ist ein wirksamer Schutz essenziell. Ohne diese Vorsichtsmaßnahme wären besonders exponierte Bereiche wie Seitenschweller, Kotflügel und Heckpartie stark gefährdet.

Warum die Karosserie aus Kohlefaser besonders empfindlich ist
Ein weiteres Detail, das die 30-Tage-Regel notwendig macht, ist der verstärkte Einsatz von Kohlefaser an der Karosserie. Das Material macht den Mustang GTD leichter und leistungsfähiger, reagiert aber empfindlich, wenn Steinschlag und Abrieb nicht durch Schutzmaßnahmen abgefedert werden. Besitzer berichten, dass viele GTD-Modelle an besonders gefährdeten Stellen sogar doppelt foliert werden, um mögliche Absplitterungen zu vermeiden. Aus diesem Grund gilt das frühe Fahren als riskant und wird von Fachleuten nicht empfohlen. Die 30-tägige Ruhezeit soll daher sicherstellen, dass der Lack stabil genug ist, um die Schutzfolie dauerhaft und ohne Beschädigung aufnehmen zu können.
Beispiel Jay Leno: Warum sich manche nicht an die Empfehlung halten
Trotz der Hinweise von Ford entscheiden sich einige Besitzer, das Auto schon früher zu fahren. Besonders Aufsehen erregte ein Fall in den USA, bei dem Moderator und Komiker Jay Leno nur wenige Tage nach Lieferung mit seinem GTD bei einem Sammlertreffen auftauchte. Kurz darauf kam es zu einem Unfall, wobei Experten bezweifeln, dass seine Ungeduld dabei die Hauptursache war. Leno verfügt über eine professionelle Werkstatt und kann den Prozess der Lackschutzanbringung beschleunigen, was normalen Besitzern nicht möglich ist. Dennoch zeigt der Fall, dass viele GTD-Besitzer das Risiko unterschätzen und die empfohlene Wartezeit ignorieren.
Ein seltenes Modell mit hohem Wertverlust bei Schäden
Der Ford Mustang GTD wird lediglich in einer Auflage von rund 1.000 Exemplaren produziert, was das Modell zu einem begehrten Sammlerstück macht. In diesem Preissegment spielt der Originalzustand eine zentrale Rolle, weil selbst kleine Lackschäden den Wiederverkaufswert drastisch mindern können. Der Grundpreis von etwa 325.000 Dollar kann durch zusätzliche Ausstattungen sogar auf bis zu 600.000 Dollar steigen. Für viele Käufer ist der GTD daher nicht nur ein Luxusfahrzeug, sondern auch eine Investition. Die 30-Tage-Regel gilt deshalb als entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden.

Millionen-Rückruf betrifft weitere Ford-Modelle
Parallel zu den Diskussionen um den GTD hat Ford weltweit mehr als eine Million Fahrzeuge zurückgerufen. Betroffen sind Modelle der Reihen Mustang, Explorer und Bronco, die zwischen Juli 2021 und Juli 2022 produziert wurden. Die Ursache liegt in einer möglichen Störung der Niederdruck-Kraftstoffpumpe, die im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Motorstillstand führen kann. Während laut Kraftfahrt-Bundesamt bisher keine Unfälle gemeldet wurden, erhöht der Defekt das Risiko während der Fahrt erheblich. In Deutschland sind rund 3.500 Fahrzeuge betroffen, die nun überprüft und repariert werden müssen.
