Die Deutsche Bahn nimmt zwischen Berlin-Südkreuz und Blankenfelde eine neue ICE-Strecke in Betrieb, die das bisherige Netz grundlegend umstrukturiert. Die 16,2 Kilometer lange Dresdner Bahn wird künftig zur zentralen Verbindung in Richtung Süden und ersetzt ältere, deutlich langsamere Abschnitte, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Sowohl Regional- als auch Fernzüge erhalten neue Fahrwege, die bereits ab dem nächtlichen Fahrplanwechsel am 14. Dezember greifen. Die Strecke wurde über viele Jahre geplant und modernisiert, um Engpässe zu beseitigen und die Zuverlässigkeit der Bahn im südlichen Raum zu erhöhen. Für zahlreiche Pendler bedeutet dies spürbare Veränderungen im täglichen Reiseablauf.
Neue Verbindungen zum BER und Anpassungen im Regionalverkehr
Zu den ersten Zügen auf der neuen Trasse gehört der Flughafen-Express FEX, der künftig eine direktere Route vom Berliner Hauptbahnhof zum BER nimmt. Die Linie verlässt ab Südkreuz die Stadt auf dem neuen Abschnitt und erreicht so schneller den Flughafen, was den bisherigen Laufweg über Gesundbrunnen und Ostkreuz ersetzt. Dadurch wird Südkreuz zu einem noch wichtigeren Knotenpunkt für Umstiege in Richtung Airport, insbesondere nachts und früh am Morgen. Gleichzeitig wird der Takt des FEX tagsüber auf 15 Minuten verdichtet, was die Erreichbarkeit des Flughafens deutlich verbessert. In der Region ergeben sich weitere Neuerungen, da RE8 nicht mehr zum BER fährt und stattdessen RB24 und RB32 diese Aufgabe übernehmen.
Region Berlin: Wegfall der Stadtbahn-Verbindung zum Flughafen
Für viele Berliner bedeuten die Änderungen auch das Ende einer gewohnten Direktverbindung. Die Stadtbahn verliert ihre direkte Regionalzugstrecke zum BER, sodass Reisende nun auf Südkreuz, Ostkreuz oder langsamere S-Bahn-Verbindungen ausweichen müssen. Besonders für Pendler aus dem westlichen Zentrum verlängert sich dadurch der Umstieg leicht, auch wenn die neuen Linien zusätzliche Halte bieten. Der Wechsel sorgt zunächst für Umgewöhnung, da bestehende Reisewege nicht mehr eins zu eins übernommen werden können. Die Bahn betont jedoch, dass die neue Netzstruktur langfristig für mehr Kapazität und weniger Verspätungen sorgen soll. Durch die Entlastung bisheriger Strecken sollen Störungen im Regionalverkehr reduziert werden.
Fernverkehr profitiert: Schnellere Fahrzeiten nach Dresden und Prag
Im Fernverkehr bringt die Strecke die wohl deutlichste Verbesserung, denn Züge Richtung Dresden, Prag und Wien verlassen Berlin künftig ohne Umwege über langsamere Stadtabschnitte. Dadurch sinkt die Fahrzeit zwischen Berlin und Dresden auf bis zu 99 Minuten, je nach Zugtyp sogar unter zwei Stunden. Für viele Reisende bedeutet das eine Zeitersparnis von rund 30 Minuten gegenüber den bisherigen Verbindungen. Die Bahn erwartet, dass die Strecke damit attraktiver wird und Pendler häufiger auf den Zug statt auf das Auto setzen. Trotz der neuen Trasse werden ICE-Züge weiterhin nicht direkt am Flughafen halten, da keine entsprechenden Weichenanlagen vorhanden sind.
Fernzüge halten nicht am BER – dafür andere Einschränkungen
Wer gehofft hatte, künftig mit dem ICE direkt zum Flughafen zu fahren, wird enttäuscht: Die Fernzüge aus Nord und Süd werden nicht zum Airport verlängert. Die einzige Fernverkehrslinie, die den BER anfährt, bleibt der Intercity Rostock–Berlin–Dresden, dessen Nutzung sich allerdings durch eine weitere Änderung verändert. Mit dem Fahrplanwechsel verliert das Deutschlandticket auf dieser Strecke seine Gültigkeit, was für viele Pendler höhere Kosten bedeutet. Die Bahn begründet dies mit tariflichen Anpassungen im Fernverkehr, die bereits länger geplant waren. Für Reisende bleibt damit der FEX die schnellste und verlässlichste Verbindung.
Jährlicher Fahrplanwechsel bringt zusätzliche Neuerungen
Der große Fahrplanwechsel findet traditionell im Dezember statt und bringt jedes Jahr zahlreiche Anpassungen. Neben der neuen Dresdner Bahn steht diesmal ein weiterer Meilenstein an: Der neue ICE L startet erstmals regulär im deutschen Fernverkehr. Dieses Modell soll durch barrierearme Ausstattung und moderne Technik den Reisekomfort steigern. Während die Bahn das Netz modernisiert, bleibt jedoch klar, dass weiterhin mit baustellenbedingten Änderungen zu rechnen ist. Für viele Reisende beginnt damit eine Phase der Umstellung, die mittelfristig zu spürbaren Verbesserungen führen soll.
