Der TÜV-Report 2026 offenbart überraschend klare Unterschiede bei Fahrzeugen, die bereits ein Jahrzehnt auf deutschen Straßen unterwegs sind. Obwohl das Durchschnittsalter aller Pkw aktuell 10,6 Jahre beträgt, schneiden einige Marken in dieser Altersklasse deutlich besser ab als andere, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Viele Käuferinnen und Käufer richten ihren Blick beim Gebrauchtwagenkauf oft nur auf den Kilometerstand, doch der TÜV macht erneut deutlich, dass Laufleistung allein wenig aussagt. Viel entscheidender ist, welche Modelle auch nach vielen Jahren strukturell stabil bleiben und verlässlich durch die Hauptuntersuchung kommen. Genau das zeigt die aktuelle Auswertung, in der über neun Millionen Prüfberichte eingeflossen sind.
Warum zehnjährige Autos im Fokus stehen
Die Altersklasse der zehnjährigen Fahrzeuge ist besonders interessant, weil sie ein realistisches Bild langfristiger Haltbarkeit vermittelt. Wer heute einen acht oder neun Jahre alten Gebrauchten sucht, kann dadurch ableiten, wie sich das Modell in wenigen Jahren entwickeln wird. Auch entspricht das Alter dem bundesweiten Durchschnitt, was die Aussagekraft der Daten nochmals erhöht. Die AUTO-BILD-Auswertung konzentriert sich daher auf Hersteller, deren Modelle in dieser Kategorie mindestens dreimal vertreten sind. Aus allen Ergebnissen wurde anschließend ein Markenmittelwert berechnet, um die Unterschiede möglichst transparent darzustellen. Die Mängelquote zeigt präzise, wie viele Fahrzeuge der jeweiligen Marke beim TÜV durchgefallen sind.
Mercedes führt das Ranking mit großem Abstand an
Der deutliche Sieger des aktuellen Reports ist Mercedes, das mit einer Mängelquote von 18,5 Prozent klar unter dem Durchschnitt von 22,9 Prozent liegt. Besonders positiv fallen Modelle wie die B-Klasse, GLE und M-Klasse sowie die A-Klasse auf, die alle vordere Plätze im Ranking belegen. C- und E-Klasse bewegen sich zwar im Mittelfeld, tragen aber dennoch zu dem insgesamt starken Gesamtbild bei. Bemerkenswert ist zudem, dass die untersuchten Mercedes-Fahrzeuge im Schnitt rund 149.000 Kilometer gelaufen sind und trotz dieser hohen Laufleistung überdurchschnittlich gut abschneiden. Für Gebrauchtkäufer ist dies ein Hinweis auf eine stabile Grundqualität über viele Jahre hinweg.
Audi und Toyota sichern sich die Plätze dahinter
Auf Platz zwei landet Audi mit einer Mängelquote von 19,2 Prozent und zeigt damit eine konstant gute Bilanz über mehrere Baureihen hinweg. Dazu zählen unter anderem A3, Q5, A4, A5 sowie A1, Q3 und A6/A7, die trotz hoher Laufleistungen solide Ergebnisse erzielen. Besonders bemerkenswert ist, dass viele Modelle über 150.000 Kilometer auf dem Tacho haben und dennoch zuverlässig durch die Prüfung kommen. Toyota folgt auf Platz drei mit einer Quote von 22 Prozent und beeindruckt vor allem mit kompakten Modellen wie Auris, Yaris und Aygo. Trotz geringerer Motorisierung und leichter Bauweise zeigen die Japaner eine bemerkenswerte Langzeitstabilität.
Tesla enttäuscht erneut im TÜV-Report
Am unteren Ende der Auswertung findet sich wie schon in früheren Jahren Tesla. Das Model Y weist unter den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen mit 17,3 Prozent die höchste Mängelquote aller getesteten Modelle auf. Auch das Model 3 folgt dicht dahinter und unterstreicht damit, dass die Marke weiterhin große Qualitätsprobleme hat. Hinzu kommt eine stark gestiegene Zahl an Elektrofahrzeugen im TÜV-Vergleich, was die Anforderungen an die Hersteller erhöht. Nach Angaben des ADAC fällt zusätzlich jedes fünfte Auto mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln durch, was das Sicherheitsniveau insgesamt belastet. Für Käufer bedeutet das, dass besonders bei jungen Tesla-Modellen eine sorgfältige Prüfung notwendig ist.
Wie weitere Hersteller abschneiden und was Käufer beachten sollten
Abseits der Spitzenplätze zeigt der Blick auf die Daten große Unterschiede im Umgang mit Laufleistung und Verschleiß. BMW etwa kommt mit einer Mängelquote von 25,1 Prozent nur ins Mittelfeld, obwohl die Fahrzeuge mit durchschnittlich 155.000 Kilometern besonders viel gefahren wurden. Seat steht mit 24,2 Prozent ähnlich da und bestätigt, dass eine hohe Kilometerzahl nicht automatisch schlechte Prüfwerte bedeutet. Deutlich schlechter schneiden hingegen Hyundai und Renault ab, die beide trotz vergleichsweise niedriger Laufleistung von rund 109.000 Kilometern überdurchschnittlich häufig durchfallen. Für Gebrauchtkäufer heißt das: Nicht die Kilometer entscheiden, sondern das Markenprofil, das Modell und bekannte Schwachstellen.
