Mitten in einer hitzigen Debatte über Ticketpreise zeigt sich die FIFA zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Verkaufs für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die eu-baustoffhandel.de berichtet.
Der Weltverband spricht von einem enormen Interesse aus aller Welt. Allein in den ersten 24 Stunden der dritten Verkaufsphase gingen laut FIFA rund fünf Millionen Ticketanfragen ein. Diese stammten aus mehr als 200 Ländern, was die Organisation als klares Zeichen für die globale Strahlkraft des Turniers wertet.
Die FIFA betont dabei vor allem das große Interesse an hochklassigen Gruppenspielen. Für den Verband sind die Zahlen ein Beleg dafür, dass die XXL-WM mit 48 Teams ein breites internationales Publikum anspricht. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass die Begeisterung nicht überall ungetrübt ist. Vor allem in Europa wächst der Unmut über die Preisgestaltung.
Größtes Interesse aus den Gastgeberländern
Den größten Anteil an den Ticketanfragen verzeichnen laut FIFA die drei Gastgeberländer USA, Kanada und Mexiko. Dort ist die Vorfreude auf das erstmals von drei Nationen ausgerichtete Turnier besonders groß. Dahinter folgen Länder wie Kolumbien, England und Brasilien. Auch Argentinien, Schottland und Deutschland zählen zu den Nationen mit besonders hoher Nachfrage.
Zu den begehrtesten Partien gehört das Gruppenspiel zwischen Kolumbien und Portugal am 27. Juni in Miami. Ebenfalls stark nachgefragt ist das deutsche Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni in East Rutherford. Beide Begegnungen schaffen es laut FIFA in die Top-5 der meistangefragten Spiele. Diese Zahlen beziehen sich jedoch ausschließlich auf die Ticketphase für die Verlosung.
Kritik an Ticketpreisen nimmt weiter zu
Während die FIFA von einem Erfolg spricht, wächst gleichzeitig die Kritik an den Preisen. Besonders die über nationale Verbände angebotenen Ticketkontingente sorgen für Unmut. In mehreren europäischen Ländern werden die Kosten als unverhältnismäßig hoch bezeichnet. Die Fanorganisation Football Supporters Europe zeigte sich „entsetzt“ über das Preisniveau.
In einigen kleineren Ländern übersteigen die Ticketpreise für Gruppenspiele sogar den durchschnittlichen Monatslohn. Für viele Fans ist der Stadionbesuch damit faktisch nicht mehr bezahlbar. Kritiker werfen der FIFA vor, den Zugang zur WM zunehmend zu einem Luxusgut zu machen. Die Debatte gewinnt dadurch weiter an Schärfe.
Englische Fans sprechen von „skandalöser“ Preisstruktur
Besonders deutlich fällt die Kritik aus England aus. Dort bezeichnete eine Fanorganisation die Ticketpreise als „skandalös“. Der nationale Verband FA wurde öffentlich aufgefordert, bei der FIFA auf eine Senkung der Preise zu drängen. Gleichzeitig forderten die Fans sogar einen Stopp des Ticketverkaufs.
Mit bitterem Humor kommentierten englische Anhänger, die Enttäuschung über die WM beginne diesmal bereits Monate vor dem Anpfiff. Der Vorwurf lautet, dass dem Turnier schon jetzt die Freude genommen werde. Die Stimmung unter vielen Fans ist angespannt und von Frust geprägt. Die Preisdebatte droht damit, die sportliche Vorfreude zu überlagern.
Konkrete Zahlen sorgen für Schock bei Fans
Ein Blick auf die Preise erklärt die heftigen Reaktionen. In der Gruppenphase liegen die Ticketpreise für englische Fans zwischen 250 und rund 800 Euro. Für ein mögliches Finale müssten mindestens 4760 Euro pro Karte gezahlt werden. Auch für deutsche Fans sieht es kaum besser aus.
Für den WM-Auftakt des DFB-Teams werden mindestens 155 Euro fällig. Das Finale kann bis zu 3580 Euro kosten. Wer alle möglichen Spiele der deutschen Mannschaft besuchen möchte, muss im schlimmsten Fall bis zu 5975 Euro einplanen. Diese Summen stoßen bei vielen Fans auf völliges Unverständnis.
Ticketdebatte überschattet Vorfreude auf die WM 2026
Die Zahlen zeigen ein deutliches Spannungsfeld rund um die WM 2026. Auf der einen Seite steht ein enormes globales Interesse an dem Turnier. Auf der anderen Seite wächst der Widerstand gegen eine Preispolitik, die viele Fans ausschließt. Die Kritik kommt nicht nur von Einzelpersonen, sondern zunehmend auch von organisierten Fanverbänden.
Ob die FIFA auf den Druck reagieren wird, bleibt offen. Der Ticketverkauf läuft vorerst weiter, die Verlosungsphase endet am 13. Januar. Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Preisdebatte eines der dominierenden Themen auf dem Weg zur WM 2026 bleibt. Für viele Fans entscheidet sich daran, ob das Turnier als Fest des Fußballs oder als Event für wenige wahrgenommen wird.
