Der Ford Kuga zählt seit Jahren zu den beliebtesten SUV-Modellen der Marke in Europa. Nach dem Ende von Fiesta und Focus wurde er gemeinsam mit dem kleineren Puma zu einem zentralen Pfeiler des Angebots, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.de.
Umso größer ist die Aufmerksamkeit, die aktuelle Berichte über ein mögliches Aus des Kuga erzeugen. Hintergrund sind tiefgreifende Veränderungen in der Modellstrategie von Ford. Besonders die schwache Entwicklung elektrischer Fahrzeuge zwingt den Konzern zum Umdenken.
Strategiewechsel bei Ford: E-Autos enttäuschen die Erwartungen
Ford hatte stark auf Elektromobilität gesetzt, musste jedoch hohe Verluste in diesem Bereich hinnehmen. Mehrere vollelektrische Modelle blieben hinter den Absatzprognosen zurück. In den USA wird sogar die elektrische Version des F-150 wieder eingestellt. Stattdessen richtet sich der Fokus verstärkt auf Hybridfahrzeuge, die wirtschaftlich stabiler sind. Dieser Strategiewechsel hat direkte Folgen für bestehende Modellreihen.
In den Vereinigten Staaten liefen zuletzt die finalen Exemplare des Ford Escape vom Band. Dieses Modell ist technisch eng mit dem Kuga verwandt. Auch der Lincoln Corsair, ein weiteres Schwestermodell, wurde eingestellt. Das betroffene Werk in Louisville soll künftig einen elektrischen Pick-up produzieren, allerdings frühestens ab 2027. Für Experten ist das ein klares Signal, dass Ford kleinere SUV-Modelle neu bewertet.
Warum kleinere SUVs für Ford zu wenig Rendite bringen
Konzernchef Jim Farley hatte bereits 2023 erklärt, dass Fahrzeuge mit geringer Marge langfristig keine Zukunft haben. Besonders SUVs mit nur zwei Sitzreihen gelten intern als wenig profitabel. Der Kuga fällt genau in diese Kategorie. Auch in Europa wird seine Wirtschaftlichkeit zunehmend hinterfragt. Ein direkter Nachfolger gilt daher als unwahrscheinlich.
Nach aktuellen Einschätzungen könnte die Produktion des Ford Kuga Ende 2026 oder Anfang 2027 auslaufen. Offizielle Bestätigungen gibt es bislang nicht, doch mehrere Branchenmedien halten diesen Zeitraum für realistisch. Händler und Kunden beobachten die Entwicklung aufmerksam. Für Ford wäre es ein weiterer Einschnitt nach dem Rückzug mehrerer Traditionsmodelle. Das SUV-Segment der Marke würde sich damit weiter verkleinern.

Was kommt nach dem Kuga? Unsichere Zukunftspläne
Ursprünglich war geplant, den Kuga durch ein neues Elektro-SUV zu ersetzen. Diese Pläne stehen nun auf der Kippe. Die bestehenden Elektromodelle Explorer und Capri sollen zwar weitergeführt werden, doch ein direkter Ersatz fehlt. Ford prüft derzeit alternative Konzepte. Auch der verstärkte Einsatz von Hybridantrieben spielt dabei eine Rolle.
Parallel arbeitet Ford in Europa enger mit Renault zusammen. Ziel ist die Entwicklung erschwinglicher Elektrofahrzeuge, um gegen die starke Konkurrenz aus China zu bestehen. Ein neues kleines E-Modell soll ab 2028 in Nordfrankreich gebaut werden. Branchenkenner halten sogar ein Comeback des Fiesta in elektrischer Form für möglich. Eine Fusion der beiden Hersteller ist allerdings ausdrücklich ausgeschlossen.
Der Kuga war über Jahre hinweg ein wichtiger Bestandteil des Ford-Angebots in Deutschland. Er verband SUV-Design mit Alltagstauglichkeit und moderner Technik. Viele Kunden schätzten das ausgewogene Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Wegfall würde eine spürbare Lücke hinterlassen. Besonders für treue Ford-Fahrer stellt sich die Frage nach Alternativen.
Kritik und Unsicherheit bei Kunden und Händlern
Die mögliche Einstellung des Kuga sorgt für Verunsicherung im Handel. Händler müssen ihre Sortimente neu ausrichten und Kunden beraten, die langfristige Planungssicherheit wünschen. Auch Leasingkunden fragen sich, wie es mit Service und Ersatzteilen weitergeht. Ford betont zwar seine Verpflichtung gegenüber Bestandskunden, doch Zweifel bleiben. Der Wandel der Modellpalette verläuft nicht ohne Reibung.
Sollte der Kuga tatsächlich verschwinden, wäre es das nächste Kapitel in einer langen Reihe von Modell-Abschieden. Ford befindet sich mitten in einer umfassenden Neuausrichtung. Wirtschaftlichkeit, neue Antriebskonzepte und globale Strategien bestimmen die Entscheidungen. Für den deutschen Markt bedeutet das weniger Auswahl, aber möglicherweise klarere Positionierung. Die kommenden Jahre werden zeigen, welchen Weg Ford endgültig einschlägt.
