Der Tiefkühlkosthersteller Iglo richtet sein Produktportfolio in Deutschland neu aus und reagiert damit auf veränderte Konsumgewohnheiten. Künftig sollen fleischbasierte Produkte wieder eine deutlich größere Rolle spielen, während das Veggie-Segment verkleinert wird, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit chip.de.
Die Anpassungen betreffen sowohl das Sortiment als auch die Markenstruktur. Ziel ist es, die Position im Massenmarkt zu stärken und besser auf aktuelle Nachfrageentwicklungen zu reagieren. Der Schritt markiert einen klaren Strategiewechsel gegenüber den vergangenen Jahren.
Fokus auf Massenmarkt und neue Verpackungsstrategie
Mit dem Amtsantritt von Deutschland-Geschäftsführer Volker Büttel im April 2025 begann bei Iglo eine umfassende Neuausrichtung. Ein zentraler Bestandteil ist ein Verpackungsrelaunch, der die Marke moderner und klarer positionieren soll. Gleichzeitig wird das Sortiment stärker auf Produkte ausgerichtet, die im breiten Konsumentenmarkt gefragt sind. Dabei spielt nicht nur der Preis, sondern auch eine einfache Orientierung im Tiefkühlregal eine Rolle. Iglo verfolgt das Ziel, seine Kernkompetenzen deutlicher hervorzuheben.
Veggie-Strategie wird deutlich zurückgefahren
Im Zuge der Neuausrichtung reduziert Iglo sein pflanzenbasiertes Angebot spürbar. Die vegane Produktlinie wird von bisher elf auf sieben Artikel verkleinert. Zudem verschwindet die Submarke „Green Cuisine“ künftig von den Verpackungen. Auch die vegetarische Submarke „Veggie Love“ wird vollständig eingestellt. Damit verabschiedet sich Iglo von einem Teil seiner bisherigen Differenzierungsstrategie im Veggie-Segment.

Fleischbasierte Produkte rücken wieder in den Vordergrund
Stattdessen setzt Iglo verstärkt auf fleischbasierte Proteinquellen. Besonders bei Fertiggerichten und Hähnchenprodukten sieht das Unternehmen Wachstumspotenzial. Nach Einschätzung des Managements entspricht dieses Sortiment stärker den aktuellen Kaufgewohnheiten vieler Verbraucher. Ziel ist es, Nachfrageverluste auszugleichen und neue Impulse im Kerngeschäft zu setzen. Der Fokus liegt dabei auf alltagstauglichen Produkten für eine breite Zielgruppe.
Die strategischen Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund einer rückläufigen Geschäftsentwicklung des Mutterkonzerns Nomad Foods. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verzeichnete der Konzern einen Umsatzrückgang von rund zwei Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Um gegenzusteuern, wurde ein Effizienzprogramm aufgelegt, das bis 2028 Einsparungen von rund 200 Millionen Euro ermöglichen soll. Die Neuausrichtung von Iglo in Deutschland ist Teil dieser übergeordneten Maßnahmen.
Iglo zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Marken für Tiefkühlkost in Europa. Besonders Fischprodukte und Gemüse gehören zum Kernsortiment. In Deutschland ist die Marke vor allem für ihre Fischstäbchen bekannt, die zu den meistverkauften Tiefkühlartikeln zählen. Auch das Markenbild mit dem bekannten Kapitän prägt die Wiedererkennbarkeit im Handel. Mit der aktuellen Sortimentsanpassung versucht Iglo, diese starke Marktposition langfristig zu sichern und an neue Konsumtrends anzupassen.
