Der Weihnachtsmann gilt weltweit als feste Symbolfigur der Weihnachtszeit. Ein rundlicher Mann mit weißem Bart, rotem Mantel und freundlichem Gesicht prägt seit Jahrzehnten die Vorstellung vieler Menschen. Häufig wird behauptet, dieser Charakter sei eine Erfindung von Coca-Cola, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit n-tv.de.
Tatsächlich ist diese Annahme historisch nicht korrekt, auch wenn der Konzern eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des modernen Erscheinungsbildes spielte. Die Wurzeln des Weihnachtsmannes reichen deutlich weiter zurück und haben religiöse, kulturelle und literarische Ursprünge.
Coca-Cola und der moderne Look des Weihnachtsmanns
Coca-Cola selbst weist den Mythos zurück, den Weihnachtsmann erfunden zu haben. Das Unternehmen betont, dass die Figur bereits lange vor den bekannten Werbekampagnen existierte. Ab den frühen 1930er-Jahren ließ Coca-Cola jedoch Illustrationen anfertigen, die den Weihnachtsmann als warmherzige, freundliche und menschliche Figur zeigten. Diese Darstellungen prägten das Bild eines rot-weiß gekleideten Mannes mit fröhlichem Wesen. Durch internationale Werbekampagnen verbreitete sich dieses Erscheinungsbild weltweit und wurde zum Standard.

Die historischen Wurzeln des Weihnachtsmannes führen zurück zu Nikolaus von Myra, einem Bischof aus dem 4. Jahrhundert. Er wirkte im Gebiet der heutigen Türkei und galt als Schutzpatron der Kinder und Bedürftigen. Im Mittelalter entwickelten sich zahlreiche Legenden rund um seine Wohltätigkeit. In vielen europäischen Regionen entstanden daraus eigene Bräuche und Figuren. Diese Traditionen bildeten die Grundlage für spätere Weiterentwicklungen der Weihnachtsfigur.
Wie Santa Claus nach Nordamerika kam
Im 17. Jahrhundert gelangte die Figur durch niederländische Einwanderer nach Nordamerika. Ihr „Sinterklaas“ wurde im englischsprachigen Raum zunehmend zu „Santa Claus“. Da viele protestantische Gemeinschaften die Verehrung katholischer Heiliger ablehnten, verlagerte sich die Bescherung zeitlich. Statt am 6. Dezember fand sie nun rund um den 24. oder 25. Dezember statt. So verschmolzen religiöse und weltliche Elemente zu einer neuen Tradition.
Im 19. Jahrhundert erhielt Santa Claus sein bis heute bekanntes erzählerisches Profil. Autoren beschrieben ihn als fröhliche, rundliche Gestalt mit humorvollen Eigenschaften. Besonders prägend war ein Gedicht aus dem Jahr 1823, das zentrale Elemente wie den Rentierschlitten, den nächtlichen Besuch und das Verteilen von Geschenken festlegte. Diese Motive wurden schnell populär und fanden Eingang in die Popkultur. Damit wurde Santa Claus zunehmend zu einer märchenhaften Figur für Kinder.
Ein deutscher Illustrator formt das Bild entscheidend mit
Einen wesentlichen visuellen Einfluss hatte der deutschstämmige Karikaturist Thomas Nast. Ab den 1860er-Jahren zeichnete er für ein US-Nachrichtenmagazin einen kräftigen, bärtigen Weihnachtsmann. Nast verortete ihn am Nordpol, gab ihm Helfer und schuf Details, die bis heute Bestand haben. Seine Illustrationen zeigten Santa Claus in unterschiedlichen rot-weißen Variationen. Viele dieser Elemente wurden später von Werbekünstlern übernommen.
Coca-Cola griff die bestehenden Darstellungen auf und vereinheitlichte sie. Die Werbeillustrationen zeigten einen freundlichen, nahbaren Weihnachtsmann, der menschlich und lebensnah wirkte. Mit der weltweiten Verbreitung amerikanischer Werbung nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich dieses Bild international durch. Der Konzern erfand die Figur also nicht, machte sie jedoch global erkennbar. So wurde aus einer gewachsenen Tradition ein weltweit einheitliches Symbol der Weihnachtszeit.
