Nach fast zwei Jahrzehnten Verzögerungen und mehrfach geänderter Planungen wird das Großprojekt nun Realität. Der Möbelkonzern Höffner beginnt mit dem Bau eines neuen Einrichtungshauses in Bremen, das im Herbst 2026 eröffnet werden soll. Damit erhält die Stadt erstmals ein Möbelhaus im XXL-Format. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das eine deutlich größere Auswahl und moderne Verkaufsflächen. Für die Region ist es zugleich ein wirtschaftlich relevantes Signal, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.de.
Riesige Verkaufsfläche nahe dem Weserpark
Das neue Möbelhaus entsteht im Stadtteil Osterholz, in unmittelbarer Nähe des Weserparks. Auf einem rund elf Hektar großen Gelände wird ein Einrichtungshaus mit mehr als 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche realisiert. Die Flächen verteilen sich auf mehrere Etagen und werden durch ein angeschlossenes Lager ergänzt. Um die Erreichbarkeit zu verbessern, wird parallel eine neue Zufahrtsstraße gebaut. Ziel ist es, den Standort sowohl für den Individualverkehr als auch für Lieferlogistik optimal anzubinden.
Der Bau des Möbelhauses blickt auf eine ungewöhnlich lange Planungsphase zurück. Vom Erwerb des Grundstücks bis zum tatsächlichen Baustart vergingen beinahe 20 Jahre. Zuvor nutzte Radio Bremen das Areal für Fernsehstudios, bevor der Sender umzog und die Fläche frei wurde. Nach früheren Angaben zahlte Höffner rund acht Millionen Euro für das Grundstück. Insgesamt investiert der Konzern etwa 60 Millionen Euro in den neuen Standort.

Fokus auf klassisches Höffner-Sortiment
Ursprünglich war geplant, zusätzlich einen Discount-Markt der Kette Sconto zu integrieren. Diese Idee wurde jedoch verworfen. Stattdessen konzentriert sich das Projekt vollständig auf das klassische Höffner-Sortiment mit Möbeln, Küchen, Wohnaccessoires und Einrichtungsberatung. Damit will das Unternehmen ein hochwertiges Einkaufserlebnis schaffen, das sich klar von reinen Discount-Formaten abgrenzt. Die neue Filiale soll moderne Präsentationskonzepte und großzügige Ausstellungsflächen bieten.
Mit der Eröffnung des Möbelhauses entstehen mehrere Hundert neue Arbeitsplätze in Bremen. Gesucht werden unter anderem Führungskräfte, Verkaufspersonal, Logistik- und Servicekräfte. Erste Stellen wurden bereits ausgeschrieben, was den Fortschritt des Projekts unterstreicht. Für den lokalen Arbeitsmarkt ist das Vorhaben von großer Bedeutung, da es langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten schafft. Auch Zulieferer und Dienstleister dürften von dem neuen Standort profitieren.
Eigentümer und strategische Bedeutung
Möbel Höffner gehört zum Konzern des Unternehmers Kurt Krieger, der bundesweit mehr als zwei Dutzend Einrichtungshäuser betreibt. Mit dem Standort Bremen schließt der Konzern eine bislang bestehende Lücke im norddeutschen Raum. Das neue Möbelhaus soll nicht nur Kundinnen und Kunden aus Bremen, sondern auch aus dem Umland anziehen. Strategisch stärkt Höffner damit seine Präsenz im Wettbewerb mit anderen großen Möbelketten.
Der Standort war über Jahre politisch und juristisch umkämpft. Vor allem aus dem benachbarten Niedersachsen, insbesondere aus Achim, gab es Bedenken wegen möglicher Auswirkungen auf den Einzelhandel. Nach langwierigen Auseinandersetzungen setzte sich Bremen jedoch durch. Nun ist der Weg für das Projekt frei, und der Bau hat offiziell begonnen. Mit der Eröffnung 2026 erhält die Stadt eines der größten Möbelhäuser Norddeutschlands.
