Der Technologiekonzern Google steht vor einer der tiefgreifendsten Neuausrichtungen seiner jüngeren Geschichte. Für das Jahr 2026 sind zahlreiche Änderungen im Produktportfolio angekündigt, die sowohl Endnutzer als auch Unternehmen betreffen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit chip.de.
Mehrere bekannte Dienste werden eingestellt, andere verlieren ihre bisherige Rolle. Google verfolgt damit das Ziel, sein Ökosystem zu verschlanken und strategisch neu auszurichten. Im Zentrum dieser Veränderungen steht der verstärkte Fokus auf künstliche Intelligenz.
Abschied vom Google Assistant und Umstieg auf Gemini
Besonders einschneidend ist das Ende des Google Assistant. Der Sprachassistent, der über Jahre hinweg fester Bestandteil von Smartphones, Smart-Home-Geräten und Wearables war, soll im März 2026 vollständig abgeschaltet werden. An seine Stelle tritt Gemini, ein KI-gestütztes System, das künftig deutlich mehr Aufgaben übernehmen soll. Gemini ist für den Einsatz auf Smartphones, Fernsehern, im Auto und im vernetzten Zuhause vorgesehen. Damit markiert Google einen klaren Technologiesprung und verabschiedet sich von einer seiner bekanntesten Marken.
Auch die Zukunft von Fitbit steht auf der Kippe. Neue Smartwatches unter dem Fitbit-Namen gelten als zunehmend unwahrscheinlich. Stattdessen konzentriert sich Google stärker auf die eigene Pixel-Watch-Reihe. Ein deutliches Signal ist, dass bestehende Fitbit-Modelle keinen direkten Übergang vom Assistant zu Gemini erhalten sollen. Damit verliert die Marke weiter an strategischer Relevanz innerhalb des Konzerns.

Rückzug im Smart-Home-Bereich und Ende von Nest
Im Smart-Home-Segment setzt sich der Rückbau ebenfalls fort. Die Marke Nest hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Einschnitte erlebt. Nach dem Ende einzelner Produktlinien und der Abschaltung der Nest-App verliert der Name weiter an Sichtbarkeit. Ob neue Geräte künftig noch unter der Marke Nest erscheinen, bleibt offen. Google scheint hier verstärkt auf eine Vereinheitlichung seiner Plattformen zu setzen.
ChromeOS vor dem Aus: Android rückt in den Mittelpunkt
Besonders weitreichend sind die Pläne im Bereich der Betriebssysteme. Google beabsichtigt, ChromeOS schrittweise durch Android zu ersetzen. Interne Hinweise deuten darauf hin, dass neue Chromebooks ab 2026 direkt mit Android ausgeliefert werden könnten. Für bestehende Geräte ist bislang unklar, wie lange sie noch unterstützt werden. Parallel dazu wird der Spiele-Support über Steam für ChromeOS Anfang 2026 eingestellt.
Neben den prominenten Produkten betrifft der Umbau auch kleinere, aber weit verbreitete Funktionen. Der POP3-Abruf und Gmailify werden ab Januar 2026 nicht mehr unterstützt. Auch der Dark-Web-Report von Google One soll Mitte Januar eingestellt werden. Nutzer sollen stattdessen auf andere Sicherheitslösungen des Konzerns zurückgreifen. Diese Schritte zeigen, dass Google konsequent ältere oder weniger genutzte Dienste aus dem Portfolio entfernt.
Stabilität bei Pixel und Kernprodukten
Trotz der zahlreichen Abschaltungen bleiben zentrale Produktlinien stabil. Pixel-Smartphones und Pixel-Watches gelten weiterhin als feste Säulen der Hardware-Strategie. Google investiert hier gezielt in Weiterentwicklung und Integration neuer KI-Funktionen. Auch Android als Plattform soll langfristig gestärkt werden. Damit zeichnet sich eine klare Konzentration auf wenige, aber strategisch wichtige Produkte ab.
Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass Google das Jahr 2026 nutzt, um einen klaren Schnitt zu vollziehen. Der Konzern trennt sich von alten Marken, reduziert Komplexität und bündelt Ressourcen. Künstliche Intelligenz wird dabei zum zentralen Treiber der zukünftigen Produktstrategie. Für Nutzer bedeutet das tiefgreifende Veränderungen, aber auch neue Funktionen und integrierte Lösungen. Der größte Umbruch seit Jahren ist damit eingeläutet.
