In der Nacht zum Freitag ist es in der Lutherstadt Wittenberg zu einem schweren Brand gekommen. Eine Kindertagesstätte im Norden der Stadt stand plötzlich in Flammen und brannte weitgehend aus, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit mdr.de.
Der Notruf ging kurz vor 2 Uhr bei der Feuerwehr ein, woraufhin zahlreiche Einsatzkräfte ausrückten. Mehrere Stunden kämpften die Feuerwehrleute gegen das Feuer, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Erst gegen 4 Uhr konnte der Brand vollständig gelöscht werden.
Gebäude nach dem Brand nicht mehr nutzbar
Nach ersten Einschätzungen ist das betroffene Gebäude erheblich beschädigt worden. Große Teile der Kita sind bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass das Haus nicht mehr genutzt werden kann. Für den laufenden Betrieb der Einrichtung bedeutet dies einen vollständigen Ausfall auf unbestimmte Zeit. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Menschen im Gebäude, verletzt wurde niemand.
Die Ermittlungen zur Ursache des Feuers laufen auf Hochtouren. Nach Angaben der Polizei gibt es einen ersten Verdacht, wie der Brand entstanden sein könnte. Demnach könnten in der Silvesternacht gezündete Böller das Feuer ausgelöst haben. Es wird vermutet, dass pyrotechnische Reste in der Nähe des Gebäudes Feuer gefangen haben. Ein Brandursachenermittler soll noch am Freitag den Brandort untersuchen und die Hinweise überprüfen.
Der entstandene Schaden ist beträchtlich und wird derzeit auf rund eine halbe Million Euro geschätzt. Neben der Bausubstanz wurden auch Möbel, Spielmaterialien und technische Ausstattung zerstört. Die genaue Höhe des Schadens muss jedoch noch ermittelt werden. Fachleute werden zudem prüfen, ob Teile des Gebäudes gesichert oder abgerissen werden müssen. Eine endgültige Bewertung steht bislang aus.
Betroffene Kinder und schnelle Übergangslösungen
Von dem Brand sind nach bisherigen Informationen rund 80 Kinder betroffen. Die betroffene Kindertagesstätte wurde von einem sozialen Träger betrieben und hatte eine integrative Ausrichtung. Um den Familien kurzfristig zu helfen, hat die Stadt angekündigt, Übergangslösungen zu schaffen. Kinder sollen vorübergehend in anderen städtischen Einrichtungen untergebracht werden. Ziel ist es, den Betreuungsbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.
Für Eltern bedeutet der Brand zunächst große Unsicherheit. Viele Familien müssen ihren Alltag neu organisieren, solange die Kita nicht zur Verfügung steht. Die Stadtverwaltung steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit den betroffenen Eltern. Auch das pädagogische Personal soll soweit möglich in andere Einrichtungen integriert werden. Langfristig muss geklärt werden, ob ein Neubau erforderlich ist.
Silvester als wiederkehrendes Risiko
Der mögliche Zusammenhang mit Silvesterböllern rückt erneut die Gefahren von Feuerwerkskörpern in den Fokus. Immer wieder kommt es rund um den Jahreswechsel zu Bränden an Gebäuden. Gerade öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Kitas sind dabei besonders gefährdet. Die Ermittlungen in Wittenberg sollen nun klären, ob Fahrlässigkeit oder ein anderer Auslöser vorliegt. Ergebnisse dazu werden in den kommenden Tagen erwartet.
Die Polizei hat den Brandort abgesperrt, um die Untersuchungen nicht zu beeinträchtigen. In den nächsten Tagen sollen Gutachten zur Statik und zur Brandursache erstellt werden. Erst danach kann entschieden werden, wie es mit dem Gelände weitergeht. Bis dahin bleibt das Areal gesichert. Für die betroffene Kita beginnt nun eine Phase der Aufarbeitung und Neuplanung.
