Die Deutsche Telekom nimmt ab Februar 2026 umfassende Änderungen an ihren MagentaMobil-Tarifen vor. Auf den ersten Blick verspricht der Konzern mehr Komfort und zusätzliche Leistungen, insbesondere beim Roaming außerhalb der EU, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit inside-digital.de.
Gleichzeitig führen die Neuerungen jedoch zu spürbaren Mehrkosten für viele Kunden. Vor allem Haushalte mit mehreren Zusatzkarten dürften die Anpassungen im Geldbeutel merken. Damit reagiert die Telekom auf veränderte Nutzungsgewohnheiten, riskiert aber auch Kritik.
Im Zentrum der Tarifreform stehen Roaming-Leistungen, PlusKarten und ausgewählte Premium-Extras. Die Grundpreise der Haupttarife bleiben zwar unverändert, doch die Zusatzoptionen werden neu bewertet. Was bisher vergleichsweise günstig war, wird künftig deutlich teurer. Für Neukunden ergibt sich damit ein anderes Kosten-Nutzen-Verhältnis als bisher. Bestandskunden sind von den Änderungen vorerst nicht betroffen.
Neues Roaming-Modell außerhalb der EU
Eine der auffälligsten Neuerungen betrifft das Roaming außerhalb der Europäischen Union. Künftig enthalten alle MagentaMobil-Tarife ein festes Jahresdatenpaket für Länder der sogenannten Gruppen 2 und 3. Dieses Datenvolumen kann flexibel über das gesamte Kalenderjahr verteilt werden. Je nach Tarif stehen zwischen 2 und 50 Gigabyte jährlich zur Verfügung. Damit schafft die Telekom erstmals klare und transparente Roaming-Kontingente für diese Regionen.

Für viele Nutzer ist das ein Fortschritt, da es bisher in mehreren Tarifen kein eindeutig definiertes Inklusivvolumen gab. Allerdings lohnt sich ein genauer Blick auf den XL-Tarif. Dort sinkt das rechnerische Gesamtvolumen im Vergleich zum bisherigen Monatsmodell. Wer regelmäßig viel Roaming-Daten genutzt hat, erhält zwar mehr Flexibilität, aber insgesamt weniger Daten pro Jahr.
PlusKarten werden leistungsstärker
Auch bei den PlusKarten nimmt die Telekom deutliche Anpassungen vor. Zusatzkarten erhalten künftig nahezu denselben Leistungsumfang wie die Hauptkarte. Dazu zählen unter anderem Auslandsflatrates für Telefonate aus Deutschland sowie erweiterte MultiSIM-Optionen. Besonders für Nutzer mehrerer Geräte bringt das einen echten Mehrwert. Smartwatches, Tablets oder mobile Router lassen sich einfacher einbinden.
In höheren Tarifen profitieren PlusKarten zudem von zusätzlichen kostenlosen MultiSIM-Leistungen. Funktionen, die bisher nur der Hauptkarte vorbehalten waren, gelten nun auch für Zusatzkarten. Die Telekom spricht hier von einer Aufwertung des Angebots. Für Kunden, die diese Extras regelmäßig nutzen, kann sich das neue Modell lohnen. Doch diese Vorteile haben ihren Preis.
Preiserhöhung bei Zusatzkarten um rund 50 Prozent
Die Kehrseite der neuen Leistungen zeigt sich bei den Kosten. Ab dem 4. Februar 2026 steigen die Preise für PlusKarten deutlich an. Die zweite und jede weitere Zusatzkarte für Erwachsene kostet künftig 14,95 Euro im Monat statt bisher 9,95 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von rund 50 Prozent. Auch reine Daten-Zusatzkarten werden spürbar teurer.
Zusätzlich erhöht die Telekom die einmaligen Bereitstellungskosten. Sowohl für reguläre PlusKarten als auch für Datenkarten fallen künftig höhere Gebühren an. Lediglich spezielle Varianten für Kinder und Jugendliche bleiben preislich unverändert. Insgesamt macht die Telekom Zusatzkarten umfangreicher, aber auch deutlich kostspieliger. Für viele Familien verändert sich damit die Kalkulation erheblich.
Wer profitiert – und wer draufzahlt
Ob sich die neuen MagentaMobil-Tarife lohnen, hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Wer häufig außerhalb der EU unterwegs ist oder mehrere Geräte mit MultiSIM betreibt, kann von den zusätzlichen Leistungen profitieren. In diesen Fällen relativieren sich die höheren Kosten teilweise. Anders sieht es bei Nutzern aus, die Zusatzkarten vor allem für Partner oder Familienmitglieder nutzen. Für sie schlägt die Preiserhöhung unmittelbar durch.
Rechenbeispiele zeigen, dass die durchschnittlichen Kosten pro Person steigen. Modelle, die bisher als günstige Lösung für mehrere Nutzer galten, werden ab Februar spürbar teurer. Der Mehrwert beschränkt sich oft auf zusätzliche Roaming-Daten. Für viele Anwender dürfte dieser Vorteil den Aufpreis kaum ausgleichen. Die neuen Tarife sind damit attraktiver, aber nur für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe.
Keine Änderungen für Bestandskunden
Wichtig für bestehende Kunden: Wer bereits einen MagentaMobil-Vertrag besitzt, ist von den neuen Konditionen nicht betroffen. Die bisherigen Preise und Leistungen bleiben bestehen. Wer weiterhin günstige PlusKarten nutzen möchte, sollte noch vor Inkrafttreten der neuen Tarife einen entsprechenden Vertrag abschließen. Für Neukunden gelten die neuen Regelungen hingegen vollständig.
Mit der Tarifreform setzt die Telekom ein klares Signal. Der Fokus liegt stärker auf Premium-Leistungen und flexibler Nutzung, weniger auf günstigen Familienlösungen. Wie der Markt darauf reagiert, wird sich nach dem Start im Februar 2026 zeigen. Klar ist bereits jetzt, dass MagentaMobil für viele Nutzer teurer wird.
