Zum 83. Mal wurden in Beverly Hills die Golden Globes verliehen und damit traditionell der Auftakt zur wichtigsten Preis-Saison in Hollywood eingeläutet. Die Verleihung gilt seit Jahren als Stimmungsbarometer für die kommenden Oscar-Nominierungen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.de.
Auch 2026 standen große Namen, ambitionierte Produktionen und gesellschaftlich relevante Themen im Mittelpunkt. Besonders zwei Filme konnten sich deutlich von der Konkurrenz absetzen. Sowohl Kritiker als auch Branchenvertreter sehen in ihnen nun ernsthafte Oscar-Anwärter.

Im Zentrum des Abends stand das Drama „Hamnet“, das sich in der Kategorie Bester Film – Drama durchsetzen konnte. Die Regiearbeit von Chloé Zhao über die Familie William Shakespeares überzeugte Jury und Publikum gleichermaßen. In der Sparte Musical oder Komödie triumphierte hingegen der Politthriller „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson. Beide Produktionen prägten die Preisverleihung nachhaltig.
Die Golden Globes 2026 zeigten erneut, dass neben großen Studios auch künstlerisch anspruchsvolle Projekte eine Bühne erhalten. Auffällig war zudem die starke Präsenz von internationalen Produktionen und nicht-englischsprachigen Filmen. Damit setzte die Veranstaltung ein Zeichen für Vielfalt und globale Perspektiven. Gleichzeitig unterstrich sie ihren Einfluss auf die weitere Awards-Saison.
Triumph für „Hamnet“ und starke Schauspiel-Leistungen
Das Drama „Hamnet“ ging mit insgesamt sechs Nominierungen ins Rennen und konnte diese Erwartungen erfüllen. Neben dem Hauptpreis wurde auch die Hauptdarstellerin Jessie Buckley ausgezeichnet. Sie erhielt den Golden Globe für die beste weibliche Hauptrolle in einem Drama. Ihre Darstellung von Shakespeares Ehefrau wurde als emotional intensiv und nuanciert gewürdigt. Der Film setzte sich unter anderem gegen starke Konkurrenz durch.
Auch schauspielerisch bot der Abend zahlreiche Höhepunkte. In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Musical oder Komödie gewann Rose Byrne. Ihre Rolle in der Tragikomödie „If I Had Legs I’d Kick You“ überzeugte durch Tiefe und feinen Humor. Bei den männlichen Hauptdarstellern setzte sich Timothée Chalamet durch. Er wurde für seine Leistung in „Marty Supreme“ ausgezeichnet.
Darüber hinaus erhielten auch Nebendarsteller große Anerkennung. Teyana Taylor gewann für ihre Rolle in „One Battle After Another“. Stellan Skarsgård wurde für seine Darstellung in dem norwegischen Drama „Sentimental Value“ geehrt. Diese Auszeichnungen unterstrichen die schauspielerische Qualität der prämierten Produktionen.

Regie, Drehbuch und Musik im Fokus
Ein weiterer großer Gewinner des Abends war Paul Thomas Anderson. Er erhielt den Golden Globe für die beste Regie sowie für das beste Drehbuch. Sein Film „One Battle After Another“ entwickelte sich damit zu einem der zentralen Werke der Preisverleihung. Trotz starker Konkurrenz konnte sich der Regisseur klar durchsetzen. Andere nominierte Filmemacher gingen leer aus.
Auch die Filmmusik rückte in den Fokus. Der Preis für die beste Musik ging an „Blood & Sinners“. Damit blieben deutsche Komponisten trotz Nominierungen ohne Auszeichnung. Die Entscheidung sorgte bei Beobachtern für Diskussionen, da mehrere hochkarätige Soundtracks im Rennen waren. Dennoch spiegelte die Wahl den internationalen Charakter der Golden Globes wider.
Der Preis für den besten Song ging an „Golden“ aus dem Animationsfilm „KPop Demon Hunters“. Der Film selbst konnte ebenfalls einen Globe gewinnen. Damit wurde deutlich, dass Animationsfilme weiterhin einen festen Platz bei den Golden Globes einnehmen. Musik und Animation spielten insgesamt eine wichtige Rolle.
Deutsche Hoffnungen bleiben unerfüllt
Aus deutscher Sicht verlief die Preisverleihung enttäuschend. Mehrere deutsche Produktionen und Filmschaffende hatten auf Nominierungen gehofft, blieben jedoch ohne Auszeichnung. Auch im Bereich Filmmusik gingen deutsche Beiträge leer aus. Der Blick richtet sich nun auf die Oscar-Nominierungen, wo deutsche Kandidaten erneut antreten werden.
Trotzdem zeigt die Auswahl der Gewinner, dass europäische Produktionen durchaus Chancen haben. Besonders nicht-englischsprachige Filme wurden sichtbar stärker berücksichtigt. Dies könnte auch für kommende Preisverleihungen richtungsweisend sein. Die Golden Globes bestätigten damit ihren Anspruch auf internationale Relevanz. Für Deutschland bleibt die Hoffnung auf spätere Erfolge bestehen.
Alle wichtigsten Gewinner der Golden Globes 2026 im Überblick
Bester Film – Drama: „Hamnet“
Bester Film – Musical oder Komödie: „One Battle After Another“
Bester Film – Animiert: „KPop Demon Hunters“
Bester Film – Nicht-englischsprachig: „The Secret Agent“
Beste Regie: Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
Beste Darstellerin – Drama: Jessie Buckley für „Hamnet“
Bester Darsteller – Drama: Wagner Moura für „The Secret Agent“
Beste Darstellerin – Musical oder Komödie: Rose Byrne für „If I Had Legs I’d Kick You“
Bester Darsteller – Musical oder Komödie: Timothée Chalamet für „Marty Supreme“
Beste Nebendarstellerin: Teyana Taylor für „One Battle After Another“
Bester Nebendarsteller: Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“
Bestes Drehbuch: Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
Beste Musik: „Blood & Sinners“
Bester Song: „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“
Beste Serie – Drama: „The Pitt“
Beste Serie – Musical oder Komödie: „The Studio“
Beste Miniserie, Anthologie-Serie oder TV-Film: „Adolescence“
Beste Schauspielerin – Drama-Serie: Rhea Seehorn für „Pluribus – Glück ist ansteckend“
Bester Schauspieler – Drama-Serie: Noah Wyle für „The Pitt“
Beste Schauspielerin – Musical- oder Comedy-Serie: Jean Smart für „Hacks“
Bester Schauspieler – Musical- oder Comedy-Serie: Seth Rogen für „The Studio“
Beste Schauspielerin – Miniserie, Anthologie-Serie oder TV-Film: Michelle Williams für „Dying for Sex“
Bester Schauspieler – Miniserie, Anthologie-Serie oder TV-Film: Stephen Graham für „Adolescence“
Blick auf die Oscar-Saison
Mit den Ergebnissen der Golden Globes 2026 haben sich erste Favoriten für die Oscars herauskristallisiert. Besonders „Hamnet“ und „One Battle After Another“ gelten nun als aussichtsreiche Kandidaten. Die Oscar-Nominierungen werden in Kürze bekannt gegeben. Branchenkenner erwarten, dass viele Globe-Gewinner erneut berücksichtigt werden.
Die Golden Globes bestätigten einmal mehr ihre Rolle als wichtiger Wegweiser. Auch wenn sie nicht immer ein verlässlicher Prognosefaktor sind, beeinflussen sie die Wahrnehmung der Filme erheblich. Für Hollywood beginnt nun die heiße Phase der Preis-Saison. Der Blick richtet sich bereits auf die nächste große Bühne.
