Berlin steht Mitte Januar vor einem ungewöhnlichen Protesttag. Im Rahmen der Einkommensrunde 25/26 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ruft die Polizeigewerkschaft DPolG zu einem Warnstreik auf, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit dpolg.berlin.
Betroffen sind sowohl Beschäftigte der Polizei Berlin als auch die Mitarbeitenden der Berliner Ordnungsämter. Hintergrund ist die aus Sicht der Gewerkschaft blockierende Haltung der Arbeitgeber. Von Wertschätzung könne bislang keine Rede sein.

Kritik an der TdL und Forderungen der Gewerkschaft
Die Auftaktverhandlung Anfang Dezember 2025 verlief für viele Beschäftigte enttäuschend. Nach Angaben der DPolG habe die Arbeitgeberseite keinerlei ernsthaftes Angebot vorgelegt. Frank Bethke und andere Gewerkschaftsvertreter warnen seit Wochen vor den Folgen dieser Haltung. Der öffentliche Dienst stehe unter wachsendem Druck, während die Belastung der Beschäftigten kontinuierlich steige. Die aktuelle Warnstreikankündigung gilt daher als bewusste Eskalation.
„Wenn die Arbeitgeber blockieren, bewegen wir sie eben“, heißt es aus dem Kreis der Gewerkschaft.
Konkrete Forderungen in der Einkommensrunde 25/26
Im Zentrum des Konflikts stehen mehrere finanzielle und strukturelle Forderungen. Die Gewerkschaft verlangt eine spürbare Erhöhung der Tabellenentgelte sowie Verbesserungen für Auszubildende und Studierende. Zusätzlich sollen Zuschläge für besondere Belastungen deutlich angehoben werden. Experten sehen darin einen Versuch, den öffentlichen Dienst wieder attraktiver zu machen. Angesichts tausender unbesetzter Stellen gilt das als zentrales Argument.
Gefordert werden unter anderem:
- 7 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 300 Euro
- 200 Euro mehr für Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten
- deutliche Erhöhung der Zuschläge nach TV-L
Ablauf des Warnstreiks bei der Polizei Berlin
Der Warnstreik der Polizei ist über mehrere Schichten hinweg geplant. Er beginnt mit den Nachtdiensten am 14. Januar 2026 und umfasst Tages-, Früh- und Spätdienste am 15. Januar. Erst mit dem Ende der Nachtdienste am 16. Januar soll die Aktion abgeschlossen sein. Die DPolG betont, dass alle Dienstbereiche betroffen sind, einschließlich der Bußgeldstelle. Die Einsatzfähigkeit soll jedoch in sensiblen Bereichen abgesichert bleiben.

Ordnungsämter ebenfalls im Streik
Auch die Berliner Ordnungsämter beteiligen sich an den Protesten. Der Warnstreik beginnt dort mit den Frühdiensten am 15. Januar und endet nach den Spätdiensten desselben Tages. Für Bürgerinnen und Bürger könnte das spürbare Folgen haben. Kontrollen, Termine und Bearbeitungen könnten eingeschränkt oder verschoben werden. Nutzer diskutieren bereits mögliche Auswirkungen auf den Alltag.
Kundgebungen am Bundesrat und am Platz der Luftbrücke
Der gemeinsame Aktionstag folgt einem klaren Ablauf. Zunächst treffen sich die Streikenden der Polizei am Vormittag am Bundesrat. Dort findet die erste Kundgebung statt, bevor sich die Teilnehmenden zum Platz der Luftbrücke begeben. Am Polizeipräsidium stoßen die Mitarbeitenden der Ordnungsämter hinzu. Die zweite Kundgebung bildet den Höhepunkt des Protesttages.
Diskussionen um Ordnung und Parken in der Stadt
In der Stadt kursieren bereits Fragen, wie sich der Streik praktisch auswirkt. Besonders Autofahrer spekulieren darüber, ob Kontrollen des ruhenden Verkehrs eingeschränkt sein könnten. Einige Berliner fragen scherzhaft, ob an diesem Tag „quasi kostenloses Parken“ möglich sei. Fachleute dämpfen jedoch Erwartungen und verweisen auf rechtliche Grundlagen. Ein Streik bedeute nicht automatisch den Wegfall aller Kontrollen.
„Auch im Warnstreik bleibt der Rechtsrahmen bestehen“, erklärt ein Verwaltungsexperte.
Stimmen aus der Belegschaft und von Bürgern
Viele Beschäftigte zeigen sich entschlossen, den Druck aufrechtzuerhalten. Polizeibeamte berichten von wachsender Frustration über stagnierende Einkommen und steigende Anforderungen. Mitarbeitende der Ordnungsämter verweisen auf Personalmangel und hohe Arbeitsdichte. Gleichzeitig äußern Bürger Verständnis, aber auch Sorge um Sicherheit und Ordnung. Die Meinungen in der Stadt gehen spürbar auseinander.
Was Bürger am Streiktag beachten sollten
Behörden raten dazu, am 15. Januar flexibel zu bleiben. Termine bei Ordnungsämtern könnten verschoben werden, Rückfragen sollten einkalkuliert werden. Autofahrer sollten sich nicht auf Gerüchte verlassen und weiterhin die geltenden Regeln beachten. Auch Demonstrationsbereiche sollten möglichst gemieden werden. Eine gute Vorbereitung hilft, unnötigen Stress zu vermeiden.
| Bereich | Mögliche Auswirkungen |
|---|---|
| Polizei | Einschränkungen im Regelbetrieb |
| Ordnungsamt | Weniger Kontrollen, Verzögerungen |
| Bürgerdienste | Terminverschiebungen |
| Verkehr | Einschränkungen rund um Kundgebungen |
Wie es nach dem Warnstreik weitergehen könnte
Die Gewerkschaft macht deutlich, dass der Warnstreik nur ein Zwischenschritt ist. Sollte die TdL in der nächsten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, könnten weitere Aktionen folgen. Experten halten auch längere Arbeitskämpfe für möglich. Für die Landespolitik wächst damit der Handlungsdruck. Die kommenden Tage gelten als entscheidend für den weiteren Verlauf der Tarifrunde.
