Der Name Joscha Bach steht in der internationalen KI-Szene seit Jahren für theoretische Ansätze zur Künstlichen Intelligenz und zum menschlichen Bewusstsein, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit spiegel.de.
Nun rückt der deutsche Forscher in einen ganz anderen Zusammenhang. Neue Dokumente zeigen, dass Bach über Jahre hinweg finanzielle Unterstützung von Jeffrey Epstein erhalten hat. Insgesamt soll es sich um mehr als eine Million US-Dollar handeln.
Ausgewertete E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge legen nahe, dass Epstein eine zentrale Rolle beim beruflichen Werdegang des Wissenschaftlers spielte. Die Unterlagen stammen aus Akten, die im Zuge der Aufarbeitung des Epstein-Komplexes veröffentlicht wurden und werfen ein neues Licht auf die Verbindungen zwischen Wissenschaft und einem der umstrittensten Förderer der vergangenen Jahrzehnte.
Epsteins „Mann für Künstliche Intelligenz“
Bereits 2014 bezeichnete Epstein den Deutschen in internen Nachrichten als seinen „Mann für Künstliche Intelligenz“. In E-Mails an einflussreiche Kontakte stellte er Bach als Experten vor, den er gezielt aus Europa in die USA geholt habe. Diese Netzwerke öffneten Türen, die ohne finanzielle Rückendeckung kaum erreichbar gewesen wären.

Ein Finanzexperte ordnet ein:
„Solche Förderungen können Karrieren massiv beschleunigen, vor allem in hochspezialisierten Forschungsfeldern.“
Finanzierung des US-Aufenthalts und akademische Förderung
Nach dem Kennenlernen im Jahr 2013 unterstützte Epstein Bach beim Umzug in die USA. Er half dem Forscher und seiner Familie, sich in Boston niederzulassen, und übernahm offenbar zahlreiche Kosten. Der Aufenthalt als Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten sei dadurch erst möglich geworden, bestätigte Bach später selbst.
Ein wesentlicher Schritt war die Anbindung an ein renommiertes Forschungsumfeld. Als das angebotene Gehalt dort nicht ausreichte, sprang Epstein ein. Laut internen Berichten flossen allein für diese Phase mehrere Hunderttausend Dollar.
Abhängigkeit und regelmäßige Geldtransfers
Die nun bekannten Akten zeichnen das Bild einer engen finanziellen Abhängigkeit. Über Jahre hinweg bat Bach in E-Mails immer wieder um Unterstützung. Die Reaktionen folgten prompt. Überweisungen in fünfstelliger Höhe waren keine Ausnahme.
Typische Zahlungen umfassten unter anderem:
- 25.000 US-Dollar für laufende Kosten
- 115.000 US-Dollar für Forschungs- und Lebenshaltungsausgaben
- zusätzliche Mittel bei Steuerschulden
Auch Flüge zu internationalen Konferenzen sollen aus diesen Mitteln bezahlt worden sein.
Aussage des Forschers: Keine Gegenleistungen
Joscha Bach betont, dass die finanzielle Unterstützung an keine Bedingungen geknüpft gewesen sei. Seine wissenschaftliche Arbeit sei nicht beeinflusst worden. Er räumt jedoch ein, an zahlreichen Treffen mit Wissenschaftlern, Intellektuellen und Politikern teilgenommen zu haben, zu denen Epstein einlud.

„Diese Finanzierung war an keine Bedingungen geknüpft und ich schuldete nichts im Gegenzug“, – erklärte Bach in einer Stellungnahme.
Gleichzeitig äußerte er rückblickend Zweifel an seiner damaligen Entscheidung.
Aus heutiger Sicht hätte ich meinen ethischen Bedenken mehr Gewicht geben sollen, schrieb der Forscher.
Privater Kontakt und Besuch auf Epsteins Insel
Neben beruflichen Kontakten pflegten beide offenbar auch private Beziehungen. Akten belegen Aufenthalte in Immobilien Epsteins in New York sowie einen nachgewiesenen Besuch auf der Privatinsel Little Saint James im Jahr 2015. Bach reiste demnach per Helikopter für einen Abend dorthin.
Später erklärte der Forscher, er habe keinerlei Anzeichen für illegale Aktivitäten wahrgenommen. Auch auf entsprechende Anspielungen in E-Mails reagierte er kritisch und hinterfragte Epsteins Verhalten gegenüber jungen Frauen.
Reaktionen und erste Konsequenzen
Die Veröffentlichung der Akten bleibt nicht ohne Folgen. In akademischen Kreisen wird die Nähe zu Epstein kritisch diskutiert. Geplante Auftritte wurden gestrichen, und Institutionen überprüften ihre Zusammenarbeit. Der Fall zeigt, wie sensibel Förderbeziehungen im Nachhinein bewertet werden.
Ein Wissenschaftsethiker kommentiert:
„Transparenz über Geldflüsse ist heute entscheidender denn je. Vertrauen kann schnell verloren gehen.“
Überblick: Bekannte Fakten zur Finanzierung
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Zeitraum | 2013–2019 |
| Gesamtsumme | über 1 Mio. US-Dollar |
| Zweck | Forschung, Lebenshaltung, Reisen |
| Bedingungen | laut Bach keine |
| Konsequenzen | Reputationsschäden, Distanzierungen |
Ein komplexes Verhältnis mit Nachwirkungen
Die Akten zeigen, dass Joscha Bach bis kurz vor Epsteins erneuter Festnahme in Kontakt mit seinem Förderer stand. Selbst im Jahr 2019 wurden noch Reisen organisiert und Zahlungen veranlasst. Was als Förderung begann, entwickelt sich nun zu einer schweren Belastung für die öffentliche Wahrnehmung des Forschers.
Der Fall wirft grundlegende Fragen auf: über Verantwortung, ethische Grenzen in der Wissenschaft und darüber, wie eng Karrieren mit ihren Geldgebern verflochten sein können. Klar ist, dass die Enthüllungen über die finanzielle Unterstützung durch Epstein Joscha Bach noch lange begleiten werden.
