In Teilen von Oberbayern spitzt sich die Hochwasserlage weiter zu. Nach einer amtlichen Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor starkem Tauwetter steigen die Pegelstände mehrerer Flüsse deutlich an. Die aktuelle Ursache für die steigenden Wasserstände ist eine Kombination aus intensiver Schneeschmelze und zusätzlichen Niederschlägen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit rosenheim24.de.
Der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) warnt inzwischen für Stadt und Landkreis Rosenheim, den Landkreis Miesbach sowie das Berchtesgadener Land vor Ausuferungen und Überschwemmungen.
Tauwetter als Ursache für steigende Pegel
Die Meteorologen sprechen von der höchsten Warnstufe auf der Tauwetter-Skala. Innerhalb weniger Stunden wurden große Mengen an Schmelzwasser freigesetzt, die gemeinsam mit Regenfällen die Fließgewässer anschwellen ließen.
„Die Kombination aus Schneeschmelze und Regen hat die Wasserführung im Voralpenraum rasch ansteigen lassen“, teilten die Wasserwirtschaftsämter mit.
Besonders betroffen sind kleinere Flüsse, Wildbäche und bekannte Problemstellen im Alpenvorland. Experten erklären, dass bei starkem Tauwetter das Wasser nicht ausreichend versickern kann und schnell in Bäche und Flüsse abfließt.

Die Lage entwickelte sich innerhalb weniger Stunden. Viele Pegel überschritten erstmals seit Monaten wieder eine Meldestufe. Die Behörden sprechen von einer dynamischen Situation.
Mangfall überschreitet Meldestufe 1
An der Mangfall wurden bereits konkrete Überschreitungen gemessen. Sowohl am Pegel Feldolling als auch in Rosenheim wurde die Schwelle für Meldestufe 1 überschritten.
| Pegelstelle | Aktueller Wert | Meldestufe 1 |
|---|---|---|
| Feldolling / Mangfall | 151 cm | ab 150 cm |
| Rosenheim / Mangfall | 210 cm | ab 200 cm |
Die Stadt Rosenheim reagierte mit ersten Maßnahmen. Fahrradunterführungen entlang der Mangfall wurden vorsorglich gesperrt. Der höchste Pegelstand wird am Abend erwartet, anschließend soll der Wasserstand wieder sinken.
Ein Hydrologe kommentiert: „Meldestufe 1 bedeutet meist kleinere Ausuferungen. Dennoch können Unterführungen und Senken schnell überflutet werden.“
Erste Straßensperrungen im Landkreis Rosenheim
Im Landkreis Rosenheim kam es bereits zu einer ersten Straßensperrung. Betroffen ist die Strecke auf der St2010 zwischen der A8 und Torfwerk Feilnbach. Die Sperrung erstreckt sich über rund fünf Kilometer.
Behörden warnen ausdrücklich davor, überflutete Straßen zu befahren. Selbst bei scheinbar geringer Wassertiefe kann die Strömung Fahrzeuge destabilisieren.
Empfohlene Maßnahmen für Bürger:
- Überflutete Straßen konsequent meiden
- Fahrzeuge nicht in Gewässernähe parken
- Keller und Lagerräume kontrollieren
- Offizielle Warnmeldungen regelmäßig prüfen
Ein Sprecher des Katastrophenschutzes betont:
„Schon wenige Zentimeter Wasser können gefährlich sein. Vorsicht hat oberste Priorität.“
Situation im Landkreis Miesbach und am Schliersee
Auch im Landkreis Miesbach zeigt sich die Entwicklung deutlich. Die Schlierach liegt bereits über Meldestufe 1. An der Leitzach wird eine kurzfristige Überschreitung erwartet. Für den Schliersee rechnen Behörden mit einem möglichen Anstieg in der Nacht.
Aktuelle Werte:
| Gewässer | Aktueller Stand | Meldestufe 1 |
|---|---|---|
| Schlierach (Miesbach) | 124 cm | ab 110 cm |
| Leitzach (Stauden) | 102 cm | ab 110 cm |
| Schliersee | 777,17 m NN | ab 777,28 m NN |
Die Entwicklung hängt stark davon ab, ob weitere Regenfälle einsetzen. Meteorologen erwarten zunächst noch Niederschläge, bevor das Regengebiet am Abend nach Südosten abzieht.
Berchtesgadener Land: Sur-Pegel bereits überschritten
Im Berchtesgadener Land wurde am Pegel Brodhausen an der Sur die Meldestufe 1 ebenfalls überschritten. Der gemessene Wert lag bei 185 Zentimetern, die Schwelle beginnt bei 180 Zentimetern.
In alpennahen Regionen verstärkt die Topografie die Dynamik. Regen und Schmelzwasser fließen rasch von Hängen ins Tal. Dadurch steigt das Risiko lokaler Überflutungen erheblich.

Ein Experte für alpine Hydrologie erklärt:
„Gerade kleinere Bäche reagieren extrem schnell auf Wetterumschwünge. Die Ursache liegt in der Kombination aus steilem Gelände und gesättigten Böden.“
Warnungen gelten bis Mittwochmorgen
Die aktuellen Hochwasserwarnungen Bayern gelten für Rosenheim und Miesbach bis Mittwochvormittag, für das Berchtesgadener Land bis Mittwoch 8 Uhr. Die Lage bleibt dynamisch, insbesondere an kleineren Gewässern.
Der DWD warnt zudem vor möglichen Erdrutschen und Hangrutschungen, da aufgeweichte Böden instabil werden können. Besonders in Hanglagen besteht laut Behörden eine „große Gefahr für Leib und Leben“.
Die aktuelle Hochwasserlage in Oberbayern zeigt deutlich, wie schnell sich Wetterbedingungen auf Flüsse und Bäche auswirken können. Starkes Tauwetter als Ursache für steigende Pegel hat in mehreren Landkreisen bereits zu Überschreitungen der Meldestufe 1 geführt. Behörden rufen zur Vorsicht auf und empfehlen, Warnhinweise ernst zu nehmen. Während sich die Situation voraussichtlich mit dem Nachlassen der Niederschläge entspannen soll, bleibt die Beobachtung der Pegelstände weiterhin entscheidend.
