Die Diskussion um das Cannabisgesetz in Deutschland nimmt erneut an Fahrt auf. Vertreter der CDU in Hamburg kritisieren die aktuelle Cannabis-Legalisierung und sehen ein deutliches Missverhältnis zwischen Kosten und Nutzen. Ihrer Meinung nach verursachen Verwaltung und Kontrolle der neuen Regelungen erhebliche Ausgaben, während die tatsächliche Wirkung auf den Schwarzmarkt für Cannabis bisher gering bleibe, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit zeit.de.
Besonders im Fokus stehen dabei die sogenannten Cannabis-Anbauvereinigungen, die seit der Reform im Jahr 2024 eine zentrale Rolle im neuen System spielen.
Die politischen Spannungen rund um das Cannabisgesetz bleiben damit weiterhin hoch.
Während einige Parteien auf Regulierung setzen, fordert die CDU eine komplette Rücknahme der Legalisierung.
Die Zahlen aus Hamburg heizen diese Debatte nun weiter an.
„Die aktuellen Daten zeigen ein deutliches Missverhältnis zwischen Aufwand und Wirkung“, erklärte die CDU-Gesundheitspolitikerin Christin Christ.
Kritik an Kosten der Cannabis-Regulierung
Nach Angaben der CDU entstehen durch die Umsetzung des Cannabisgesetzes erhebliche Personalkosten in Behörden und Ämtern. Allein in Hamburg sollen im vergangenen Jahr mehr als 800.000 Euro Verwaltungskosten angefallen sein.

Dabei entfielen laut Senatsangaben:
| Behörde | Personalkosten |
|---|---|
| Bezirksamt Altona | 503.721 € |
| Behörde für Justiz und Verbraucherschutz | 317.350 € |
Diese Kosten entstehen vor allem durch Kontrollen, Genehmigungen und administrative Aufgaben, die mit dem neuen Gesetz verbunden sind.
„Der Verwaltungsaufwand ist erheblich und wird letztlich von den Steuerzahlern getragen“, so Christin Christ.
Mengen aus Anbauvereinigungen bleiben gering
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die relativ geringe Menge an legal produziertem Cannabis. Laut aktuellen Zahlen haben sieben Anbauvereinigungen in Hamburg im vergangenen Jahr rund 230 Kilogramm Cannabis an ihre Mitglieder verteilt.
Insgesamt zählen diese Vereinigungen etwa 1.718 Mitglieder.
Die durchschnittliche Menge pro Mitglied lag laut Angaben zwischen 8 und 26 Gramm pro Monat.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Anbauvereinigungen | 7 |
| Mitglieder | 1.718 |
| Verteilte Menge | 230 kg |
| Monatliche Menge pro Mitglied | 8–26 g |
Die CDU sieht darin einen Hinweis darauf, dass der legale Markt bisher nur einen kleinen Teil der Nachfrage deckt.
Schwarzmarkt weiterhin ein großes Problem
Ein zentrales Ziel der Cannabis-Legalisierung in Deutschland war es, den illegalen Handel mit Cannabis zurückzudrängen. Doch nach Einschätzung mehrerer Experten und politischer Vertreter sei dieses Ziel bislang kaum erreicht worden.
Nach Berechnungen eines Forschungsprojekts zur Evaluation des Gesetzes liegt der jährliche Cannabisbedarf in Deutschland bei rund 743 Tonnen.
Auf Hamburg heruntergerechnet ergibt sich ein Bedarf von etwa 17 Tonnen pro Jahr.
Die legal produzierte Menge liegt deutlich darunter.
Dadurch bleibt der Schwarzmarkt weiterhin aktiv.
„Anbauvereinigungen leisten bisher keinen maßgeblichen Beitrag zur Verdrängung des Schwarzmarktes“, heißt es laut CDU unter Bezug auf wissenschaftliche Untersuchungen.
Auch Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel erklärte kürzlich, dass der private Anbau den tatsächlichen Bedarf der Konsumenten derzeit nicht decken könne.
Forderung nach Rücknahme der Legalisierung
Vor diesem Hintergrund fordert die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, die Cannabis-Legalisierung wieder rückgängig zu machen. Ihrer Ansicht nach habe die Reform ihr zentrales Ziel verfehlt.
Nach Meinung der CDU zeigt die aktuelle Entwicklung mehrere Probleme:
- hohe Verwaltungskosten
- geringe Produktionsmengen
- weiterhin aktiver Schwarzmarkt
- zusätzlicher bürokratischer Aufwand
„Der Schwarzmarkt besteht weiter, während gleichzeitig erheblicher Verwaltungsaufwand entsteht“, sagte Christin Christ.
Politische Debatte über Zukunft des Cannabisgesetzes
Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland, die im April 2024 in Kraft trat, bleibt damit ein stark umstrittenes Thema. Während Befürworter weiterhin auf eine langfristige Wirkung hoffen, sehen Kritiker bereits jetzt deutliche Schwächen im System.

Viele Experten betonen, dass die Evaluation der Cannabisreform noch nicht abgeschlossen sei und langfristige Effekte erst in den kommenden Jahren sichtbar werden könnten.
Die politischen Diskussionen über Regulierung, Kosten und Wirkung werden daher voraussichtlich weitergehen.
Fest steht jedoch bereits jetzt, dass das Cannabisgesetz weiterhin ein zentraler Streitpunkt in der deutschen Innenpolitik bleibt und sowohl Befürworter als auch Gegner ihre Positionen mit neuen Zahlen und Analysen untermauern.
