Kaffee gilt seit Jahren nicht nur als Wachmacher, sondern auch als potenziell gesundheitsförderndes Getränk. Immer wieder beschäftigen sich Studien mit der Frage, ob regelmäßiger Kaffeekonsum vor bestimmten Krankheiten schützen kann, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit focus.de.
Nun liefert eine neue umfangreiche Analyse weitere Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Kaffee und einem geringeren Krebsrisiko. Besonders zwei Krebsarten stehen dabei im Mittelpunkt. Die Ergebnisse sorgen in der Fachwelt für Aufmerksamkeit und werden intensiv diskutiert.
Große Analyse wertet Daten aus 14 Studien aus
Die aktuelle Untersuchung basiert auf der Auswertung von 14 internationalen Studien. Insgesamt flossen die Daten von fast 10.000 Krebspatienten sowie rund 16.000 Personen ohne entsprechende Erkrankung in die Analyse ein. Die Forscher untersuchten detailliert den Kaffee- und Teekonsum der Teilnehmenden. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2024 in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht. Ziel war es, mögliche Zusammenhänge zwischen Trinkgewohnheiten und dem Auftreten bestimmter Krebsarten sichtbar zu machen.
Besonders auffällig war der Effekt bei Menschen, die regelmäßig mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag trinken. Laut Analyse sank das Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs insgesamt um 17 Prozent. Noch deutlicher fiel der Zusammenhang bei Mundhöhlenkrebs aus, wo eine Reduktion des Risikos um etwa 30 Prozent beobachtet wurde. Auch beim Rachenkrebs zeigte sich ein klarer Effekt mit rund 22 Prozent weniger Erkrankungen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Kaffee mehr sein könnte als nur ein Genussmittel.

Entkoffeinierter Kaffee überrascht mit Schutzwirkung
Interessant ist, dass nicht nur koffeinhaltiger Kaffee positive Effekte zeigte. Auch entkoffeinierter Kaffee war mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden. Vor allem beim Mundhöhlenkrebs sank die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um etwa 25 Prozent. Nach Einschätzung der Forscher könnte dies darauf hindeuten, dass nicht das Koffein allein für den Effekt verantwortlich ist. Vielmehr könnten andere bioaktive Inhaltsstoffe im Kaffee eine Rolle spielen, wie etwa Antioxidantien oder sekundäre Pflanzenstoffe.
Die Wissenschaftler betonen, dass die genauen Mechanismen noch nicht abschließend geklärt sind. Yuan-Chin Amy Lee vom Huntsman Cancer Institute weist darauf hin, dass Kaffee eine Vielzahl biologisch aktiver Substanzen enthält. Diese könnten entzündungshemmend wirken oder Prozesse beeinflussen, die an der Krebsentstehung beteiligt sind. Gleichzeitig wird betont, dass es sich um Beobachtungsstudien handelt. Ein direkter Ursache-Wirkungs-Nachweis ist damit nicht möglich.
Tee zeigt gemischte Ergebnisse in der Analyse
Auch der Konsum von Tee wurde im Rahmen der Untersuchung betrachtet, allerdings mit weniger eindeutigen Resultaten. Eine Tasse Tee pro Tag war mit einer leichten Reduktion des Risikos für Kopf- und Halskrebs verbunden. Besonders im unteren Rachenbereich zeigte sich ein Rückgang von etwa 27 Prozent. Bei höherem Konsum kehrte sich der Effekt jedoch um. Mehr als eine Tasse täglich ging mit einem erhöhten Risiko für Kehlkopfkrebs einher.
Die Forscher vermuten, dass Tee in größeren Mengen gastroösophagealen Reflux begünstigen könnte. Diese Erkrankung wiederum gilt als Risikofaktor für Kehlkopfkrebs. Gleichzeitig fehlen in den vorliegenden Daten genaue Angaben zur Teesorte. Ob grüner Tee, schwarzer Tee oder andere Varianten unterschiedliche Effekte haben, bleibt offen. Genau diese Unsicherheiten machen weitere Forschung notwendig, um differenzierte Empfehlungen geben zu können.
Kritische Stimmen mahnen zur Zurückhaltung
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse mahnen Experten zur Vorsicht bei der Interpretation. Auch die britische Zeitung The Guardian griff die Studie auf und zitierte Fachleute, die auf mögliche Verzerrungen hinweisen. Tom Sanders vom King’s College London betont, dass Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum eine große Rolle spielen könnten. Menschen, die viel Kaffee trinken, leben möglicherweise insgesamt gesundheitsbewusster, was das Ergebnis beeinflussen kann.
Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor liegt in den verwendeten Fragebögen. Die Angaben zum Konsum von Kaffee und Tee basieren auf Selbstauskünften der Teilnehmenden. Solche Daten können ungenau sein oder Erinnerungsfehler enthalten. Zudem fehlen Informationen zur Zubereitungsart oder zur Qualität der Getränke. Aus diesem Grund fordern die Forscher weitere, möglichst kontrollierte Studien, um die beobachteten Zusammenhänge genauer zu untersuchen.
Die aktuellen Daten liefern interessante Hinweise, aber keine endgültigen Empfehlungen. Moderater Kaffeekonsum scheint zumindest nicht schädlich zu sein und könnte sogar Vorteile bieten. Gleichzeitig raten Experten davon ab, den Konsum gezielt zu erhöhen, um ein Krebsrisiko zu senken. Entscheidend bleibt ein insgesamt ausgewogener Lebensstil. Kaffee kann Teil davon sein, sollte aber nicht als alleiniger Schutzfaktor verstanden werden.
