Nach mehreren Tagen ohne Elektrizität gibt es für viele Menschen im Südwesten Berlins endlich Entlastung. Am Morgen des 7. Januar 2026 begann die schrittweise Wiederherstellung der Stromversorgung in den betroffenen Stadtteilen, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit n-tv.de.
Tausende Haushalte hatten zuvor über Tage hinweg im Kalten und Dunkeln auskommen müssen. Die zuständige Netzgesellschaft bestätigte, dass die Arbeiten schneller vorankommen als zunächst erwartet. Im Laufe des Vormittags sollte die Versorgung für alle Haushalte wieder vollständig hergestellt sein.
Der großflächige Stromausfall hatte das öffentliche Leben stark beeinträchtigt. Viele Wohnungen waren nicht beheizt, Elektrogeräte funktionierten nicht und auch Teile der Infrastruktur waren eingeschränkt. Besonders nachts war die Situation für viele Menschen belastend. Nun kehrt langsam wieder Normalität ein, auch wenn die Folgen des Ausfalls noch spürbar sind.
Längster Stromausfall der Nachkriegsgeschichte
Nach Angaben des Netzbetreibers handelt es sich um den längsten Stromausfall in der Berliner Nachkriegsgeschichte. Bereits im September des Vorjahres hatte ein Brandanschlag im Südosten der Hauptstadt einen Blackout ausgelöst, der rund 60 Stunden andauerte. Damals waren etwa 50.000 Stromkunden betroffen. Der aktuelle Ausfall übertraf dieses Ereignis jedoch deutlich in Dauer und Ausmaß.
Am Höhepunkt der Störung waren im Südwesten Berlins rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.000 Unternehmen ohne Strom. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben etwa 100.000 Menschen von den Auswirkungen betroffen. Aufgrund der Dimensionen rief das Land Berlin zwischenzeitlich eine Großschadenslage aus, um die Koordination der Hilfsmaßnahmen zu erleichtern.
Vorsichtsmaßnahmen beim Wiederhochfahren des Netzes
Mit der Rückkehr des Stroms waren auch klare Hinweise an die Bevölkerung verbunden. Die zuständigen Stellen forderten dazu auf, private Notstromaggregate rechtzeitig abzuschalten. Diese sollten spätestens am Vormittag vom Netz genommen werden, um eine stabile Wiederversorgung zu gewährleisten. Außerdem wurde empfohlen, empfindliche Elektrogeräte zunächst vom Stromnetz zu trennen.
Während der Wiederzuschaltung konnte es zu kurzen Unterbrechungen kommen. Diese seien technisch bedingt und kein Grund zur Sorge, hieß es. Besonders Haushalte mit elektrischen Heizgeräten oder Küchengeräten sollten vorsichtig sein. Unbeaufsichtigt anlaufende Geräte können nach einem längeren Stromausfall ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Sabotage als Auslöser des Blackouts
Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen gezielten Brandanschlag auf eine wichtige Kabelverbindung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Eine linksextremistische Gruppierung bekannte sich zu der Tat. Die Ermittler gehen von einer bewussten Sabotage kritischer Infrastruktur aus. Bereits in der Vergangenheit soll dieselbe Gruppierung ähnliche Angriffe verübt haben.
Die Ermittlungen gestalteten sich aufwendig und dauern weiterhin an. Polizei und Sicherheitsbehörden sicherten umfangreiche Spuren am Tatort. Die Bundesanwaltschaft übernahm inzwischen den Fall. Es wird unter anderem wegen des Verdachts auf verfassungsfeindliche Sabotage, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe ermittelt.
Alltag mit Notstrom und Solidarität
Während des Ausfalls halfen sich viele Berlinerinnen und Berliner gegenseitig. Private Notstromaggregate ermöglichten es, einzelne Supermärkte und Einrichtungen geöffnet zu halten. Auch die Mobilfunkversorgung stabilisierte sich teilweise, da zahlreiche Funkmasten wieder in Betrieb genommen werden konnten. Dadurch war zumindest die Kommunikation über Mobiltelefone in vielen Bereichen möglich.
Zahlreiche Anwohner boten Nachbarn Hilfe an, etwa durch das Bereitstellen warmer Räume oder das Aufladen von Handys. Diese Welle der Solidarität half vielen Betroffenen, die schwierigen Tage zu überstehen. Dennoch zeigte der Vorfall, wie verwundbar selbst eine Großstadt wie Berlin bei Angriffen auf ihre Infrastruktur sein kann.
Rückkehr zur Normalität, offene Fragen bleiben
Mit der Wiederherstellung der Stromversorgung endet für viele Menschen eine belastende Ausnahmesituation. Schulen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen können schrittweise zum Normalbetrieb zurückkehren. Dennoch bleibt sicherheitspolitisch vieles offen. Die Frage nach einem besseren Schutz kritischer Infrastruktur steht erneut im Raum.
Auch politisch dürfte der Vorfall noch lange nachwirken. Der jüngste Blackout hat deutlich gemacht, wie groß die Auswirkungen gezielter Sabotage sein können. Während die Lichter in Berlin wieder angehen, laufen die Ermittlungen im Hintergrund weiter.
