Elektronische Geräte gehören für viele Reisende längst zum festen Bestandteil jeder Flugreise. Powerbanks sorgen dafür, dass Smartphones, Tablets oder Kopfhörer auch unterwegs einsatzbereit bleiben. Doch genau diese praktischen Energiespeicher stehen zunehmend im Fokus der Flugsicherheit, die eu-baustoffhandel.de berichtet mit t-online.de.
Die Lufthansa hat nun ihre Regeln für Powerbanks deutlich verschärft. Ab sofort gelten strengere Vorgaben zur Mitnahme, Nutzung und Aufbewahrung an Bord. Ziel ist es, potenzielle Sicherheitsrisiken durch Lithium-Ionen-Batterien weiter zu minimieren.

Warum Lufthansa die Regeln für Powerbanks anpasst
Nach Angaben des Konzerns basieren die neuen Vorgaben auf aktualisierten Empfehlungen der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA. Lithium-Batterien gelten als sensibel, da sie sich bei Beschädigung oder Überhitzung entzünden können. Vorfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass insbesondere im Gepäckfach ein erhöhtes Risiko besteht.
Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, die Sicherheit der Passagiere habe oberste Priorität. Deshalb würden bestehende Spielräume nun enger gefasst. Auch andere internationale Airlines haben ähnliche Maßnahmen bereits eingeführt oder angekündigt.
Ein Luftfahrtexperte kommentiert:
„Die Einschränkungen sind konsequent, da Powerbanks technisch kleine Hochleistungsbatterien sind.“
Diese neuen Regeln gelten für Powerbanks an Bord
Mit den neuen Vorschriften ändert sich für Passagiere einiges. Die Mitnahme von Powerbanks bleibt grundsätzlich erlaubt, allerdings nur unter klar definierten Bedingungen. Besonders wichtig ist dabei die maximale Kapazität und der Aufbewahrungsort während des Flugs.
Konkret gelten folgende Regeln:
- Powerbanks dürfen ausschließlich im Handgepäck transportiert werden
- Im Aufgabegepäck sind sie grundsätzlich verboten
- Die maximale Kapazität liegt bei 100 Wattstunden
- Pro Passagier sind höchstens zwei Powerbanks erlaubt
- Größere Modelle bis 160 Wattstunden benötigen eine gesonderte Genehmigung
- Powerbanks dürfen nicht mehr im Gepäckfach über den Sitzen liegen
Während des Fluges ist das Laden der Powerbank sowie das Laden anderer Geräte über die Powerbank untersagt.
Wo Powerbanks im Flugzeug aufbewahrt werden müssen
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Platzierung der Geräte. Powerbanks dürfen nicht mehr im Gepäckfach verstaut werden, da dort ein möglicher Defekt schwerer zu bemerken wäre. Stattdessen müssen sie jederzeit gut zugänglich bleiben.
Erlaubt ist die Aufbewahrung:
- in der Sitztasche des Vordersitzes
- im Handgepäck unter dem Sitz
- direkt am Körper getragen
Diese Regeln gelten auch für E-Zigaretten, die ebenfalls mit Lithium-Akkus betrieben werden. Ausnahmen gibt es lediglich für notwendige medizinische Geräte.
Für welche Airlines gelten die neuen Vorschriften
Die verschärften Regeln gelten nicht nur für Lufthansa selbst. Sie werden konzernweit umgesetzt und betreffen sämtliche Tochtergesellschaften. Damit soll eine einheitliche Sicherheitslinie auf allen Flügen gewährleistet werden.

Zu den betroffenen Airlines gehören unter anderem:
- Eurowings
- Swiss
- Austrian Airlines
- Brussels Airlines
- Discover
- Edelweiss
- Air Dolomiti
Passagiere werden vor dem Abflug per E-Mail und zusätzlich an Bord über die neuen Bestimmungen informiert.
Wie Passagiere die Kapazität ihrer Powerbank prüfen
Viele Reisende sind unsicher, wie viel Energie ihre Powerbank tatsächlich enthält. Ein Blick auf das Typenschild hilft meist weiter. Dort ist die Kapazität entweder in Wattstunden oder in Milliamperestunden angegeben.
Zur besseren Orientierung hilft folgende Tabelle:
| Angabe auf der Powerbank | Umrechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 10.000 mAh | × 3,7 Volt ÷ 1.000 | 37 Wh |
| 20.000 mAh | × 3,7 Volt ÷ 1.000 | 74 Wh |
| 27.000 mAh | × 3,7 Volt ÷ 1.000 | ca. 100 Wh |
Eine solche Powerbank liegt innerhalb der erlaubten Grenze und darf mitgeführt werden. Geräte ohne klare Kennzeichnung können hingegen zu Problemen bei der Kontrolle führen.
Wie Smartphones jetzt im Flugzeug geladen werden können
Durch das Nutzungsverbot von Powerbanks während des Flugs stellt sich für viele die Frage nach Alternativen. Die einfachste Lösung bleibt das vollständige Aufladen der Geräte vor dem Abflug. In modernen Flugzeugen stehen zudem oft USB-Anschlüsse an den Sitzen zur Verfügung.
Experten raten, stets ein zusätzliches Ladekabel mit USB-A-Anschluss mitzunehmen. Diese ältere Anschlussform ist an Bord noch weit verbreitet. So lassen sich unangenehme Überraschungen während langer Flüge vermeiden.
Ein Vielflieger berichtet:
„Seit den neuen Regeln plane ich meine Ladestände viel bewusster vor dem Boarding.“
Was Reisende jetzt beachten sollten
Die neuen Vorschriften bedeuten vor allem mehr Aufmerksamkeit bei der Reisevorbereitung. Wer sich frühzeitig informiert, vermeidet Verzögerungen bei der Sicherheitskontrolle. Besonders wichtig ist es, die Kapazität der Powerbank zu kennen und sie korrekt zu verstauen.
Langfristig könnten diese Regeln zum neuen Standard in der Luftfahrt werden. Für Passagiere heißt das: Sicherheit geht vor Komfort.
